Jaguar D-Type: Oldtimer von Bernie Ecclestone wird versteigert - DER SPIEGEL
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Jaguar D-Type: Ecclestones Rennwagen

Foto: Mathieu Heurtault / Gooding & Company

Versteigerung Jaguar D-Type Der rote Blitz

Für manche Autos muss man einfach mehr bieten: SPIEGEL ONLINE zeigt Fahrzeuge mit berühmten Vorbesitzern und Raritäten, die versteigert werden. Diesmal: Ein Stück britische Rennsportgeschichte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Unterm Hammer: Ein Jaguar D-Type, Baujahr 1956, mit prominenten Vorbesitzern.

Warum mitbieten? Der D-Type ist was für Kenner: Normalos werden beim E-Type schwach, dabei ist sein Vorgänger der König der britischen Raubkatzen. Noch schneller, noch seltener und ein erfolgreicher Rennwagen. Falls Ihnen das als Argument für diese hier zur Versteigerung stehende Preziose noch nicht reicht: Es gibt nur einen anderen D-Type, der in Rot lackiert wurde. Doch nicht nur die Farbe macht diesen E-Type so besonders. Der erste Besitzer des roten Renners war Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Später gehörte der Jaguar Peter Grant, dem ehemaligen Manager von Led Zeppelin und den Yardbirds.

Das Auto bietet aber auch ohne die prominenten Vorbesitzer ausgemachtes Angeberpotenzial und war technisch seiner Zeit voraus. Die geschwungene Karosserie entwarf der Designer Malcolm Sayer, ein Fachmann für Aerodynamik. Er arbeitete beim Flugzeugbauer Bristol - bis Jaguar ihn abwarb. Dort sollte er den D-Type für die lange Mulsanne-Gerade in Le Mans windschlüpfrig machen.

Dafür bestand Sayer auf einer möglichst kleinen Front und einer flachen Motorhaube. Um den Motor trotzdem unter die Haube zu bringen entwickelten die Ingenieure bei Jaguar eine Trockensumpfschmierung. Sayer perfektionierte die geschwungene Form der Karosserie zudem im Windkanal zu einer Zeit, als andere Hersteller noch nicht mal wussten, was das war. Teile des Designs und viele technische Details finden sich entsprechend auch im Jaguar E-Type wieder - laut Enzo Ferrari immerhin das schönste Auto der Welt.

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Jaguar D-Type: Ecclestones Rennwagen

Foto: Mathieu Heurtault / Gooding & Company

Unter der Aluhaut des D-Types verbergen sich noch weitere richtungsweisende Details: Mit Scheibenbremsen rundum und einem Monocoque aus Aluminium war der Jaguar seinerzeit konkurrenzlos. Kein Wunder, dass er von 1955 bis 1957 dreimal in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans siegte.

Die Erfolge machten den D-Type zum gefragten Rennwagen - deshalb entschied Jaguar, etliche Exemplare für Privatfahrer zu bauen. 67 Fahrzeuge verließen das Werk an der Browns Lane im englischen Coventry: 16 als Straßenversion XKSS - alle anderen waren für die Rennstrecke gedacht, darunter auch dieses rote Exemplar, das jetzt versteigert wird. Trotzdem stand es zunächst nur als Ladenhüter in einem Autohaus in Manchester. Erst der spätere Formel-1-Chef Bernie Ecclestone witterte die Gelegenheit und wurde zum ersten Besitzer dieses D-Types. Nach kurzer Zeit verkaufte Ecclestone den D-Type an Peter Blond, einen erfolgreichen Amateurrennfahrer. Für 3500 Pfund - heutzutage rund 90.000 Euro.

Blond fuhr den Wagen mit Erfolg bei verschiedenen Rennen in Großbritannien. Danach ging der Wagen durch die Hände verschiedener britischer Rennfahrer, darunter auch Jean Bloxham, eine der bekanntesten Rennfahrerinnen ihrer Zeit. Ab Mitte der Sechzigerjahre besaßen verschiedene Sammler den roten Jaguar - und eben Musikproduzent Peter Grant.

Nur das Öffnen der Haube enttäuscht vielleicht - zumindest, wenn man die Zylinderorgie anderer Sportwagen erwartet: Hier arbeiten keine acht oder zwölf Zylinder. Jaguar setzte für das Rennen in Le Mans auf den bewährten XK6, einen Sechszylinder von 1948. Dessen 250 PS beschleunigen den D-Type auf 250 km/h - in den Fünfzigerjahren ein unglaubliches Tempo.

Zuschlag! Das Auktionshaus Gooding versteigert den D-Type Mitte Januar in Scottsdale, Arizona. Aufgerufen sind zehn bis zwölf Millionen Dollar. Ein anderer D-Type , der Sieger der 24 Stunden von Le Mans 1956, wurde 2016 für knapp 22 Millionen Dollar versteigert. Das rote Exemplar ist also beinahe ein Schnäppchen.