ADAC-Energieklassen: Auszeichnung oder Schandfleck - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

ADAC-Energieklassen Auszeichnung oder Schandfleck

Jeder Kühlschrank und jede Waschmaschine trägt einen Hinweis auf die Energie- und Umwelteigenschaften des Gerätes. Ein solches Label will der ADAC ab sofort auch den Autos verpassen. Man darf gespannt sein, auf die Einstufungen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Künftig sollen alle vom größten Automobilclub Deutschlands getesteten Fahrzeuge in Energieklassen eingeteilt und mit einem Kennbuchstaben ausgezeichnet werden. Lautet der "A", "B" oder wenigstens noch "C", dann ist das Fahrzeug in Sachen Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß besser als der Durchschnitt ("D") der vergleichbaren Fahrzeuge. Gibt es bei der Bewertung nur ein "E","F" oder gar ein "G", dann entspricht das Fahrzeug nicht mehr dem Stand der Technik.

Der Bewertungs-Buchstaben wird darüber hinaus durch eine Prozentangabe ergänzt, die angibt, um wie viel der Wagen besser oder schlechter ist als der Durchschnitt, so der ADAC weiter. Außerdem werden der Wert des CO2-Ausstoßes in Gramm pro Kilometer und der Kraftstoffverbrauch in Liter genannt.

Hintergrund der Idee ist eine EU-Richtlinie, nach der künftig Verbrauchswerte und CO2-Emission der Fahrzeuge in allen Werbe- und Verkaufsprospekten angegeben werden müssen. Mit der Einteilung in Energieeffizienzklassen soll es nach Ansicht des ADAC auch einem Laien auf Anhieb möglich sein, die Angaben mit anderen Fahrzeugen zu vergleichen.

Die Verbraucher dürfen gespannt sein, wie der ADAC seine Bewertungsgrenzen zieht. Wenn beispielsweise "die letzte Dreckschleuder" noch unter "G" geführt wird, bekommt ein Auto, das mehr als zehn Liter verbraucht, im Vergleich dazu immer noch ein beschönigendes "B" oder "C", meint VCD-Verkehrsexperte Gerd Lottsiepen.