ADAC-Werkstatt-Test Fast die Hälfte mangelhaft
Die ADAC-Tester hatten einen mit fünf banalen Fehlern präparierten, ansonsten aber topfiten Golf III zur Inspektion gebracht. Auf Anfrage wurde ausdrücklich bestätigt, dass die Inspektion nach Herstellervorschrift durchgeführt werden kann. Ein sechster, etwas komplizierterer Fehler war nicht so leicht zu finden. Eine unterbrochene Kabelverbindung an einem Temperaturfühler sollte die Diagnoseleistung und das technische Know-how der Werkstatt zeigen.
Es wurden nicht nur Fehler übersehen, es gab auch andere Minuspunkte. So hatte eine Werkstatt überflüssiger Weise vier neue Zündkerzen berechnet, und diese noch nicht einmal eingebaut. In anderen Fällen stand Scheibenklar für den Waschwasserbehälter auf der Rechnung, obwohl dieser randvoll aufgefüllt war. In Hamburg wurde ein falscher Luftfilter eingebaut.
Am Ende schnitten die Betriebe von Autofit am besten ab. Sie erreichten im Schnitt 56 von 100 möglichen Punkten. Zum Vergleich getestete VW-Vertragswerkstätten kamen auf 79 Punkte. Die weitere Reihenfolge der 40 Testkandidaten verteilte sich wie folgt: Automeister (45 Punkte), Auto Dienst, Bosch Service (je 40), Auto-Teile-Unger (39), Auto Crew (36), 1a-Autoservice (35) und pit-stop (28). 18-mal vergaben die Autoclub-Tester das Urteil "mangelhaft", 21-mal gab es ein "zufriedenstellend". Nur eine Werkstatt, die Firma Tempo Müller in München (Autofit), wurde mit "sehr gut" bewertet.
Insgesamt kommt der ADAC in seinem Test zu dem Ergebnis, dass die freien Werkstattketten bei Inspektionen im Durchschnitt nicht so sorgfältig arbeiten wie ihre Marken gebundene Konkurrenz. Deshalb empfiehlt der ADAC: schon vor der Auftragserteilung klare, fest umrissene Angaben machen, eine schriftliche Auftragsbestätigung verlangen und Zusatzarbeiten nur nach ausdrücklicher Genehmigung erlauben.