Audi-Lasertechnik: Lichtshow auf der Frontscheibe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Audi-Lasertechnik Lichtshow auf der Frontscheibe

Damit Autofahrer in Zukunft besser im Bilde sind, arbeitet der Ingolstädter Hersteller Audi an einer Technik, bei der die gesamte Windschutzscheibe als Projektionsfläche für Navigations- und Fahrinformationen genutzt wird.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Audi plant eine Art Lasershow für bessere Sicht und mehr Sicherheit im Auto. Damit Pkw-Fahrer alle wichtigen Informationen direkt im Blickfeld vor sich haben, will künftig auch die Ingolstädter VW-Tochter - wie heute schon Cadillac, BMW und demnächst auch Citroën - die Daten aus dem Cockpit in Augenhöhe vor den Fahrer projizieren. Weil das allein noch nichts Neues wäre, tüfteln die Ingenieure an einer Erweiterung des Systems, bei der ein Laserstrahl die gesamte Frontscheibe als Leinwand nutzt und den Fahrer ins Zentrum einer aufwändigen Lightshow rückt.

Der erste Schritt ist noch vergleichsweise bescheiden: Die erste Version des Head-up-Displays, die in etwa zwei Jahren auf den Markt kommen soll, bringt keinen deutlichen Informationsvorsprung: Wie bei der Konkurrenz auch, werden dann Audi-Lenker die aktuelle Geschwindigkeit oder die Abbiegehinweise des Navigationsgeräts direkt vor sich auf der Frontscheibe ablesen können. Anders jedoch als etwa BMW nutzt Audi dabei aber erstmals einen Laserstrahl. Die Entwickler versprechen, dass sich mit dieser Technik höhere Kontraste und schärfere Bilder erzielen lassen, die auch bei großer Helligkeit besser ablesbar sind. Außerdem braucht das System weniger Platz im Armaturenbrett und kann deshalb auch bei kleineren Fahrzeugen eingesetzt werden. Zunächst will Audi nur die üblichen Informationen einblenden. In Zukunft sollen aber auch Verkehrszeichen markiert, Abstandwarnungen dargestellt oder die Navigationspfeile direkt in die zu benutzenden Straßen projiziert werden.

In der übernächsten Fahrzeuggeneration dann wollen die Bayern das ganz große Autokino vom Stapel lassen. In einem Forschungsprojekt des konzerneigenen "Electronics Research Laboratory" (ERL) in den USA wurde bereits die ganze Frontscheibe als Projektionsfläche genutzt. Dabei rückt der Laser in die Mitte des Armaturenträgers und kann Warnhinweise etwa vor Wild oder Fußgängern in der Richtung einblenden, aus der die Gefahr tatsächlich droht. "Und schlecht beleuchtete Landstraßen können wir dann auf der Frontscheibe sogar nachzeichnen", sagt ein Entwickler.

Etwas näher an der Realität sind nach seinen Angaben neue Darstellungsflächen auf den Instrumenten. So arbeiten die Techniker derzeit an einer umschaltbaren Abdeckung für Tacho & Co. Weil dieses Glas mit elektronischen Impulsen blickdicht in Schwarz oder Weiß eingefärbt werden könne, ließen sich die klassischen Anzeigeninstrumente vorübergehend verbergen. Auf den so gewonnenen Platz könnten zum Beispiel Navigationshinweise, Service-Informationen oder das Bild aus dem Nachtsichtsystem projiziert werden, wenn diese gerade aktuell sind.