Audi-Renntechnik Demnächst in Serie
Warum sie das tun, könnte konzerninterne Gründe haben. Denn unmittelbar nach dem Audi-Triumph dämpfte Konzernchef Ferdinand Piëch die Freude der Sieger durch harsche Kritik. Er tat dies ausgerechnet bei der Präsentation des VW Passat W8, des ersten Oberklasse-Modells der Wolfsburger Marke, das vor allem auch als interne, gegen Audi gerichtete Attacke verstanden werden kann.
Nun kontern die Ingolstädter mit ihrer technischen Kompetenz: Erstmals habe in Le Mans, so heißt es in einer Mitteilung, ein Rennwagen mit Benzin-Direkteinspritzung gewonnen. Der Einsatz der neuen Technik bedeute nicht nur eine höhere Leistung, sondern auch eine Verbrauchsreduktion um rund acht Prozent.
Die Technik soll künftig nicht nur dem Rennsport, sondern auch der Kundschaft der Serienautos zugute kommen. Dann soll nach Angaben von Audi das Einsparungspotenzial der FSI-Motoren (Benzin-Direkteinspritzung) sogar 15 Prozent betragen. Bei diesem Verfahren wird - vergleichbar mit der TDI-Technologie bei Dieselmotoren - der Kraftstoff direkt und Millisekunden-genau dosiert in den Brennraum eingespritzt. Für den nötigen Druck von mehr als 100 bar sorgt dabei eine Kolbenpumpe, von der die Einspritzventile in den Zylindern mit Kraftstoff versorgt werden.
Die neue Audi-Motorengeneration wird zum ersten Mal auf der IAA im September in Frankfurt am Main zu sehen sein. Der Serieneinsatz von FSI-Motoren in Audi-Automobilen startet dann in der ersten Hälfte des Jahres 2002. Ein Haken bleibt allerdings. Denn die Marke, die gerne den "Vorsprung durch Technik" für sich reklamiert, fährt mit der FSI-Technik den Wolfsburgern hinterher. Die bieten schon seit Monaten einen Lupo FSI mit eben dieser Technik an.