Aus zweiter Hand: Offenheit mit Stil - DER SPIEGEL
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Aus zweiter Hand Offenheit mit Stil

Der Mercedes SL ist seit mehr als elf Jahren ein Synonym für kultivierte Fortbewegung. Doch die noble Art des Vorankommens hat ihren Preis.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - Dafür stehen die hohe Verarbeitungsqualität ebenso wie die komfortable Federung, die Motoren sowie die reichhaltige Ausstattung. Außerdem strahlt der SL viel Solidität aus.

Wenn es etwas zu bemängeln gebe, dann vielleicht das auf unebenem Untergrund ungenau schließende Verdeck an einzelnen Exemplaren, die vor 1995 gebaut wurden. Im Winter macht ein Glasdach-Hardtop (ab 1996) aus dem Cabrio ein Sportcoupé.

Für zusätzliche Sicherheit bei einem Überschlag sorgt ein Überrollbügel, der im Notfall automatisch hervorschnellt. Seiten-Airbags sind seit der Modellpflege im Jahr 1995 serienmäßig an Bord. Dem Charakter des SL entspricht weniger ein betont sportlicher Fahrstil, sondern eher ein gepflegtes Dahingleiten. Dass dies nicht mit Gemächlichkeit gleichzusetzen ist, zeigt die Motorenpalette, die vom Dreiliter-Sechszylinder mit 190 PS bis zum Sechsliter-V12 mit 394 PS reicht.

Bei den Hauptuntersuchungen liegt der SL nach Angaben der Sachverständigen-Organisation Dekra in allen Mängelkategorien weit besser als der Durchschnitt. Die häufigsten Beanstandungen beziehen sich auf verschlissene Reifen, eine ungenügende Wirkung der Fuß- und der Feststellbremse sowie Mängel an Bremsscheiben und Bremsbelägen.

Wer mit der Anschaffung eines SL liebäugelt, sollte allerdings die Unterhaltskosten berücksichtigen - sie liegen bei rund 770 Mark monatlich für einen SL 320.

Auf dem Gebrauchtmarkt wird ein sieben Jahre alter SL 280 laut Schwacke-Liste für rund 47.000 Mark gehandelt. Für ein 97er Modell sind rund 69.000 Mark anzulegen, ein drei Jahre alter SL 500 kostet noch etwa 100.000 Mark.