BMW-Brille: Brett vor dem Kopf - DER SPIEGEL
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BMW-Brille Brett vor dem Kopf

Motoren, Fahrwerke, Karosserien - die ganz großen Innovationen sind in diesen Bereichen kurzfristig wohl nicht zu erwarten. Beim Thema Elektronik jedoch schreitet die Entwicklung mit Höchsttempo voran. BMW präsentiert jetzt die "Infoeye"-Brille.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die drahtlose Kommunikation im Auto - möglich durch die so genannte Bluetooth-Technologie - öffnet die Zukunft für neue Anwendungen.

Eine davon stellen die Bayern jetzt unter dem Namen "Infoeye"-Brille vor. Es handelt sich auf den ersten Blick um eine herkömmliche, modische Sonnenbrille, an deren einem Bügel allerdings ein Minicomputer untergebracht ist.

Die Aufgabe dieses Rechners ist es, kurze, prägnante Informationen auf ein Display zu übertragen, das in einem der Brillengläser untergebracht ist. Denkbar sind zum Beispiel Navigationshinweise oder Verkehrsinformationen.

Nutzen könnten diese "Infos auf Augenhöhe" vor allem Motorradfahrer, denn die könnten den Blick dann weiter auf die Straße gerichtet halten, aber dennoch die nötigen Orientierungshilfen in unmittelbarer Sichtweite behalten.

Das Hemmnis auf dem Weg zu solchen Anwendungen von Kommunikationssystemen im Auto oder auf dem Motorrad ist bislang die Infrastruktur. Die Datenübertragungsraten mit den heute üblichen Mobilfunknetzen beispielsweise sind deutlich zu langsam für aufwendige und komplexe Anwendungen.

Mit dem neuen UMTS-Standard, der voraussichtlich ab 2002 in Deutschland angeboten wird, soll sich das ändern. Dann würde eine Übertragungsrate von bis zu zwei Megabit pro Sekunde möglich; im Augenblick liegt dieser Wert bei 9,6 Kilobit je Sekunde. Die Geschwindigkeit würde sich also mit UMTS-gestützten Systemen um den Faktor 208 erhöhen.