BMW-Entwicklung: Ein Lichtlein brennt - DER SPIEGEL
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BMW-Entwicklung Ein Lichtlein brennt

Zur dunkelsten Zeit des Jahres, wenn das Problem einer ordentlichen Beleuchtung besonders offensichtlich ist, kündigt BMW drei neue Helligkeitsspender an. Die Münchner sprechen von "revolutionären Lichtsystemen", und prophezeien Autofahrern eine strahlende Zukunft.
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Damit auch jeder merkt, dass es sich um etwas Neues handelt, dachten sich die BMW-Verantwortlichen auch gleich neue Namen aus - natürlich in englisch, damit die Innovation besser rüberkommt. "Adaptive Light Control" heißt zum Beispiel das System, das die Vario-Xenon-Modulscheinwerfer so bewegt, dass sie in die nächste Kurve hineinleuchten.

Das gab es zwar schon vor rund 30 Jahren bei Citroën, hieß damals aber nicht so kompliziert. Und es hatte nichts mit Elektronik zu tun. Das System von BMW dagegen schon: Das Schwenken der Scheinwerfer wird von einem Gerät gesteuert, das hochkomplexe Signale des Navigationssystems sowie die Daten Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Querbeschleunigung verarbeitet, um die Fahrbahn auszuleuchten. Darüber hinaus erkennt die Sensorik geschlossene Ortschaften, wo die Straße inklusive der Bürgersteige besonders breit ausgeleuchtet wird.

Auch für das Wagenheck hat sich BMW etwas einfallen lassen. "Brake Force Display" nennt sich hier die Neuerung, die folgendermaßen funktioniert: Je fester der Fahrer aufs Bremspedal tritt, desto größer und heller wird die Leuchtfläche der Bremslichter. Dadurch kann der nachfolgende Verkehr erkennen, wie stark weiter vorne verzögert wird und entsprechend reagieren. BMW erhofft sich dadurch, das Risiko von Auffahrunfällen zu verringern.

Dritte Licht-Neuerung schließlich sind Pixelscheinwerfer, die auf dem DMD-Prinzip (Digital Micromirror Device) basieren. Dabei verteilen mikrokleine, steuerbare Spiegel die Verteilung des Lichtes. So wird zum Beispiel ein blendfreies Permanentfernlicht möglich - einfach indem der Bereich in Augenhöhe des entgegenkommenden Verkehrsteilnehmers nicht beleuchtet wird. Eine andere Möglichkeit besteht darin, besonders Fahrbahnmarkierungen auszuleuchten. Und wieder eine andere Variante wäre es, bei Dunkelheit Navigationshilfen wie etwa Pfeile direkt als Lichtsignale vor dem Wagen auf die Straße zu werfen. Der Fahrer kann stets nach vorne blicken, und erhält dennoch die korrekte Wegweisung: er folgt einfach dem leuchtenden Pfad.

Technisch sicherlich eine hochkomplizierte Angelegenheit, die Idee allerdings ist uralt. Wer sich nicht gleich erinnert, möge sich bis zum 6. Januar gedulden: Dreikönigsfest, Stern von Bethlehem, Leitung durch Licht - auch damals waren manche Weise ganz schön helle.