BMW Z22 Experimentell in die Zukunft
Als originellstes Exponat wurde ein Roadster sichtbar, der mit den glatten Flächen seiner Kunststoff-Karosserie an ein Boot erinnert. Die leichtgewichtige, gegen kleine Rempler im Gelände unempfindliche, rostfreie Außenhaut sitzt auf dem Chassis eines allradgetriebenen BMW X5 mit einem Stahlprofil-Rahmen als Träger. Unter der 4,25 Meter langen, durchgefärbten Plastikkarosserie steckt das mächtige 4,4-Liter-V8-Kraftwerk des BMW X5. Ob sich allerdings genügend Kunden finden, um einen in Kleinserie hergestellten BMW Z 18 mit mindestens 100.000 Mark zu bezahlen, bleibt fraglich.
Einen realitätsnäheren Einblick in zukünftige Serientechnik zeigt BMW dagegen mit der Machbarkeitsstudie Z 22. Das Experimentalfahrzeug wiegt wegen seines hohen kohlefaserverstärkten Kunststoffanteils weniger als 1100 Kilo und verbraucht nur sechs Liter pro 100 Kilometer. Das Karosserieformat kommt einem 3er Touring gleich, allerdings mit dem Radstand eines 7er BMW. Das so genannte "Mechatronic Auto" verdankt sein Leichtgewicht aber auch den zahlreichen mechanischen Systemen, die Gewicht sparend elektronisch gesteuert werden.
Insgesamt 70 Innovationen werden im Z 22 praxisnahe erprobt, darunter zahlreiche By-Wire-Technologien, die schon in den nächsten vier Jahren in neuen BMW-Baureihen auf dem Markt sein werden. Bereits der kommende 7er BMW dürfte mit elektromechanischer Lenkung und computergesteuerter Bremse ausgerüstet sein.
Gegenüber einer konventionellen mechanischen Lenkung mit festgelegtem Übersetzungsverhältnis bietet die "Active Front Steering" genannte elektromechanische Steuerung Vorteile beim Einparken, Kurvenfahrten und hohen Geschwindigkeiten. Sie bildet eine Vorstufe zur vollelektronischen Lenkung ("Steer-by-Wire"), für das heute noch keine Rechtsgrundlage existiert.
Die elektromechanischen Bremsen erhalten ihre Bremsbefehle von kleinen Elektromotoren, die direkt an den Bremsscheiben sitzen. Alle fahrdynamischen Regelsysteme wie ABS und ESP (bei BMW DSC genannt) sind in einem Zentralsteuergerät zusammengefasst. Der Vorteil: Unabhängig von der Beladung bleiben die Pedalkräfte stets gleich. Eine automatische Haltebremse verhindert das Rollen am Berg und beim Ampelstopp. Und auch das für manche Fahrer erschreckende Pulsieren des Bremspedals beim ABS-Eingriff entfällt.