Crash-Sicherheit Seitlich gegen den Pfosten
Bei der neuen Testreihe kamen auch der Saab 9-5, die Mercedes E-Klasse und der Volvo S 70 noch einmal in die Versuchshallen - nicht zuletzt deshalb, weil das Euro-NCAP-Programm nun um einen weiteren Test erweitert wurde, der einen seitlichen Aufprall mit 29 km/h auf einen Metallpfosten simuliert. Auf diese Weise solle die Wirksamkeit von seitlichen Kopfairbags überprüft werden, heißt es beim ADAC, der am Crashprogramm beteiligt ist. Als Maximalergebnis können die Autos nun 34 Sicherheitspunkte erreichen, ab 33 Punkten dürfen sich die Wagen mit fünf Sternen schmücken.
Bei der aktuellen Testserie gab es keine Ausreißer nach oben oder unten: An alle Modelle wurden vier Sterne verteilt. Der VW Beetle als Vertreter der unteren Mittelklasse erzielte nach den Angaben des Automobilclubs 26 Punkte - wegen fehlender seitlicher Kopfairbags konnte er beim neuen Pfahlaufpralltest keine zusätzlichen zwei Punkte erstreiten. Die Ingenieure lobten am Käfer-Nachfolger jedoch die stabile Struktur, die in Verbindung mit Airbags, Gurtstrammern und Gurtkraftbegrenzern die Insassen erfolgreich gegen die beim Frontalcrash einwirkenden Kräfte schützen konnte. Auch beim Seitencrash leisteten die Seitenairbags ganze Arbeit.
Der Saab 9-3, immerhin vollwertiger Mittelklasse-Vertreter, kam ebenfalls auf 26 Punkte. Erhöhte Verletzungsrisiken gab es hier beim Frontcrash durch das Rückhaltesystem, das zu hohe Kräfte an die Brust weitergibt. Zudem verlagerte sich die Lenksäule beim Test gefährlich nach innen und oben. Um die Zulassungsbestimmungen in den USA zu erfüllen, hat Saab im 9-3 eine spezielle Kniebarriere eingebaut, die nicht korrekt angegurtete Personen schützen soll. Sie wirkte sich jedoch laut ADAC für richtig angegurtete Insassen durch unnötig erhöhte Belastung der Oberschenkel eher negativ aus. Sowohl beim Seitencrash als auch beim Pfahlaufpralltest bescheinigten die Tester dem Wagen ein "mustergültiges Ergebnis".
Als Repräsentant der oberen Mittelklasse konnte der Volvo S 80 die Erwartungen mit 29 Punkten erfüllen. Für lobenswert befanden die Tester die harte Fahrgastzelle des Schweden. Auch das Rückhaltesystems erwies sich als ausgewogenen und konnte die Belastung für Fahrer und Beifahrer auf niedrigem Niveau halten. Trotz des gut gepolsterten Kniebereichs bemängelten die Ingenieure allerdings unter der Lenksäule einige noch verbesserungswürdige "aggressive Partien". Beim Seitencrash wurde dem von Volvo entwickelten SIPS (Side Impect Protection System) gute Arbeit attestiert. Auch der Pfahlaufprall stellte kein Problem dar.
Bei den drei Nachtests in der oberen Mittelklasse schnitt der Saab 9-5 mit 31 Punkten am besten ab. Nachdem der Wagen schon beim ersten Test mit 29 Punkten überzeugte, konnte er nun durch den erfolgreich absolvierten Pfahlaufpralltest zwei Zusatzpunkte einheimsen. Die Mercedes E-Klasse, zuletzt nur mit drei Sternen bewertet, verbesserte sich ebenfalls durch einen funktionierenden Airbag-Vorhang für den Kopf um zwei Zähler auf 26 Punkte und erreichte damit ein Vier-Sterne-Ergebnis. Einen Punkt weniger bekam mit 25 Punkten der Volvo S 70: Zwar verlief auch hier der Pfahlaufpralltest erfreulich, doch wegen einer erhöhten Verletzungsgefahr für die Fahrerbeine konnte der Wagen beim Frontalcrash nur eine relativ geringe Punktzahl für sich verbuchen.