Crashtests im Internet: Schrotten per Mausklick - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Crashtests im Internet Schrotten per Mausklick

Neue Autos werden zu Knautschballen, und das Ganze kann aus der ersten Reihe verfolgt und analysiert werden. Wer wissen will, wie aktuelle Kompaktwagen nach einem Unfall aussehen, kommt im Internet zum Zuge.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Des Fahrers Alptraum dauert nur Sekunden, dann ist das Auto hin - und die Insassen womöglich auch.

Kaum jemand würde einen real-existierenden Crash in Echtzeit miterleben wollen. Wer jedoch schon immer wissen wollte, was von einem Audi A3, Renault Mégane oder einer A-Klasse von Mercedes-Benz - und ihren Insassen - übrig bleibt, wenn sie einem anderen hinten drauffahren, bekommt jetzt im Internet bewegenden Anschauungsunterricht geboten.

Die Autoversicherung A&O zeigt auf ihrer Homepage Crash-Testverläufe von fünf Kompaktmodellen - per Mausklick und in Zeitlupentempo.

Die simulierten Unfälle wurden im Crash-Labor beim TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg in Köln nachgestellt und mit einer Highspeed-Kamera aufgenommen, die 1000 Bilder pro Sekunde aufzeichnet.

Dabei handelt es sich um den so genannten Offset-Crash, bei dem ein Fahrzeug versetzt mit 64 km/h gegen eine verformbare Barriere knallt. Wiedergegeben werden die kurzen Videos im Internet allerdings nur mit 25 Bildern pro Sekunde.

Die extreme Zeitlupe macht so plastisch sichtbar, was mit Auto und Insassen im Ernstfall passieren kann. Um eine möglichst reale Unfallsituation zu simulieren, wurden dabei aber nicht wie üblich neue Autos, sondern Wagen, die schon durchschnittlich 25.000 Kilometer auf dem Buckel hatten, gecrasht. Dies entspricht einer durchschnittlichen Laufleistung von ein bis zwei Jahren.