GM Studien Rollendes Image
Die Amerikaner gingen dabei generalstabsmäßig vor. Zunächst wurde die Arbeitsgruppe "iSYS" (innovative Smart Youth Strategy) gegründet, um die Vorstellungen und Wünsche der heute 6- bis 23-Jährigen zu ermitteln.
Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse: 1. Wenn sich junge Leute erstmals mit dem Autokauf befassen, sind ihre Einschätzungen von dem, was "cool" und "uncool" ist, bereits fixiert. 2. Spartanische Kleinwagen sind unerwünscht. 3. Styling, Funktionalität, Sicherheit und Qualität sind am häufigsten genannten Merkmale des Wunschautos.
Die Bedürfnisse dieser riesigen potenziellen Käuferschar vor Augen, machten sich die GM-Entwickler sogleich ans Werk. Es entstanden insgesamt sieben neue Konzeptfahrzeuge, die demnächst auf den großen Automobilausstellungen zu sehen sein werden.
Darunter beispielsweise der Cadillac Vizón. Das 4,86 Meter lange, kantige Gefährt ist eine Mischung aus Geländewagen und Kombi. Es gibt Ledersitze, ein zweigeteiltes Sonnendach, DVD-Spieler und Video-Bildschirme, ein Cockpit, auf dem die Informationen ganz nach Fahrerwunsch eingeblendet werden und eine elektrisch betätigte Heckklappe.
Das futuristische Äußere verhüllt jedoch konventionelle Motortechnik. Unter der Haube sitzt ein 4,2-Liter-V8-Motor, der über eine Fünfgang-Automatik alle Räder antreibt. Der Vizón dürfte damit eher das Gegenteil der Vision eines verbrauchsgünstigen Autos sein. Bekanntheit als Spritsparer wird der Chevrolet Borrego sicher auch nicht erlangen.
Dafür bietet der Wagen eine erstaunlich wandlungsfähige Karosserie. Er kann im Handumdrehen von einem Gelände-Pick-up in einen komplett und fest überdachten Viersitzer verwandelt werden. Die hintere Dachhälfte ist unter der Ladefläche deponiert, die Heckscheibe lässt sich versenken. Angetrieben wird der Wagen von einem Produkt des GM-Allianzpartner Subaru. Der Boxermotor mit Turbolader und zwei Liter Hubraum leistet 250 PS (185 kW) und setzt ein Drehmoment von 335 Nm frei. An Bord sind unter anderem ein Druckluftkompressor und ein Trinkwassertank.
Schneidig, elegant, glatt und beinahe fischförmig sieht der Buick Bengal aus. Die Karosserie des frontgetriebenen Cabriolets konnte unter anderem deshalb so eng geschnitten werden, weil das Getriebe vor dem Motor platziert ist. GM nennt diese Konfiguration "wheels forward"-Design, weil sie es erlaubt, die Vorderräder sehr weit vorne unterzubringen. Das Getriebe selbst ist übrigens auch neu: Es handelt sich um eine Sechsgang-Automatik, die von einem 3,4-Liter-V6-Kompressormotor (250 PS/185 kW) gespeist wird.
Der Zweisitzer lässt sich übrigens auch in einen Viersitzer verwandeln. Dazu wird die Abdeckung über dem Fond entfernt, der Zustieg zu den hinteren Plätzen wird durch eine kleine Extratür auf der Fahrerseite erleichtert. Viele Funktionen des Bengals lassen sich via Sprachsteuerung bedienen, darüber hinaus werden wichtige Informationen mittels Head-up-Display direkt in das Blickfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe projiziert.
Ob diese Vehikel tatsächlich als Einsteiger-Fahrzeuge gelten dürfen, bleibt strittig. Autos dieses Kalibers setzen solvente Käufer voraus - und sind in der Gruppe der "unter 25-Jährigen" eher die Ausnahme. Aber GM hat ja die Wünschen der künftigen, jungen Autokäufer erforscht - Wunsch und Realität aber fahren manchmal ein ganz unterschiedliches Auto.