Kompaktvans im Crashversuch Kräftig durchgerüttelt
Als generelles Ergebnis der Kollisions-Versuchsreihe muss zunächst festgehalten werden, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen doch erheblich sind. Vier der fünf überprüften Kompaktvans sind mit einem Kopfschutzsystem ausgestattet.
Das bedeutet, dass sie nach den Euro-NCAP-Regularien auf den sogenannten Pfahlaufpralltest über sich ergehen lassen mussten. Dieser Crashversuch, der den seitlichen Aufprall (zum Beispiel nachdem das Auto ins Schleudern gekommen ist) auf einen Pfosten, einen Baum oder einen Laternenmasten simuliert, soll zeigen, wie zuverlässig das Kopfschutzsystem funktioniert.
Obwohl die beiden Modelle Opel Zafira und Fiat Multipla in dieser Pkw-Kategorie zu den Marktführern zählen, wurden sie bei dem aktuellen Crashtest nicht berücksichtigt. Der Grund: Beide Autos werden derzeit von den Herstellern sicherheitstechnisch überarbeitet. Entsprechende Kollisionsversuche werden also erst in einigen Monaten möglich sein. Die Testergebnisse im Einzelnen:
Nissan Almera Tino, 30 Punkte (Front 12, Seite 18)
Frontcrash: Die besten Werte aller Testkandidaten. Airbags und
Gurtstrammer arbeiten gut, allerdings wurden im Brustbereich von Fahrer
und Beifahrer erhöhte Belastungswerte registriert.
Seitencrash: Hier und auch beim Pfahlaufprall erreichte der Wagen die
maximale Punktzahl. Obwohl der ADAC einschränkend anmerkt, dass die
kombinierten Brust-Kopfairbags in diesem Fahrzeug eine Fehlentwicklung
seien. Die Experten des Automobilclubs favorisieren separate Windowbags
für den Kopfschutz.
Renault Scénic, 29 Punkte (Front 11, Seite 18)
Frontcrash: Hier trennt den Renault nur ein Punkt vom Spitzenreiter.
Grund dafür ist das höhere Verletzungsrisiko im Knie- und
Schenkelbereich des Fahrers.
Seitencrash: Das Auto erreichte die maximale Punktzahl, ebenso beim
Pfahlaufprall.
Citroen Xsara Picasso, 27 Punkte (Front 11, Seite 16)
Frontcrash: Der Kopf des Fahrerdummies rutschte seitlich vom Airbag ab,
auch die Belastungswerte der Brust waren etwas erhöht. Ebenso ist das
Verletzungsrisiko für die Beine des Fahrers etwas höher als bei den
besser platzierten Modellen.
Seitencrash: Der kombinierte Brust-Kopf-Airbag entfaltete sich nicht
über Schulterhöhe des Fahrers. Deshalb gab es beim Pfahltest Punktabzug.
Mazda Premacy, 22 Punkte (Front 8, Seite 14)
Frontcrash: Im Fahrerfußraum gibt es Karosserieschwächen, deshalb steigt
das Verletzungsrisiko. Auch die Messwerte im Bereich der Brust der
beiden vorderen Insassen waren weniger gut.
Seitencrash: Beim Pfahlaufprall versagte die Schutzwirkung des
kombinierten Brust-Kopf-Airbags. Der Kopf des Dummies knallte so heftig
gegen den Pfahl, dass tödliche Verletzungen nicht ausgeschlossen werden
konnten.
Mitsubishi Space Star, 20 Punkte (Front 6, Seite 14)
Frontcrash: Trotz Gurtstrammer schlug der Kopf des Fahrerdummies durch
den Airbag auf das Lenkrad. Auch die Brust wurde zu stark belastet. Dazu
kommen rund um die Lenksäule zu harte Aufprallzonen.
Seitencrash: Wegen des fehlenden Kopfairbags konnte kein
Pfahlaufpralltest erfolgen. Beim normalen Seitencrash erreichte das Auto
mäßige Werte.