Marderbisse Nagendes Problem
Das allein wäre ja kein Problem, doch häufig beißen die Nager zu - und dann kann es für den Autobesitzer teuer werden.
Im Schnitt entstehen nach einer Mardervisite im Motorraum Reparaturkosten von 230 Mark, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) errechnet. Die Schäden reichen von einem angeknabberten Zündkabel, das für rund 14 Mark zu ersetzen ist, bis hin zur Zerstörung eines ganzen Kabelbaumes, dessen Austausch mitunter 2500 Mark kosten kann.
Zu spät erkannte Marderschäden, warnt der ADAC, können noch teurer werden: Wenn es zum Beispiel wegen zerbissener Zündkabel zu Zündaussetzern kommt, die auf Dauer zu Katalysatorschäden führen können. In Einzelfällen kommt es auch durch leckgebissene Kühlschläuche oder Lenkmanschetten zu kapitalen Schäden. Nach Schätzungen der Versicherer entstehen bei rund 160.000 Marderattacken pro Jahr Schäden von mindestens 40 Millionen Mark.
Die Masse dieser Fälle wird nicht von den Versicherungen gedeckt. Meist liegt der Schaden unter der Selbstbeteiligungsgrenze von 300 Mark und darüber hinaus bieten etliche Kaskoversicherungen keine Zusatzdeckung für Marderschäden an.
Was können Autofahrer tun, um sich vor nächtlichen Nagetierbesuchen zu schützen? Wer seinen Wagen häufig im Freien abstellen muss, sollte den Motorraum durch ein elektronisches Schutzgerät absichern. Die Systeme arbeiten entweder mit leichten, für die Tiere ungefährlichen Stromstößen (Weidezaun-Prinzip) oder mit Ultraschall; Geräte dieser Art kosten ab etwa 150 Mark.
Angeblich bewährte Mittel wie Toilettensteine, Anti-Marder-Spray, ein Büschel Hundehaare oder Mottenkugeln taugen nach Angaben des ADAC nicht oder nicht dauerhaft zur Marderabwehr.
Die Tiere fühlen sich übrigens nicht in allen Fahrzeug-Fabrikaten gleich wohl. Porsche und Peugeot 205 tauchen gar nicht oder nur höchst selten in der Statistik der Marder-Schäden auf. Das beliebteste Modell für den Nagernahkampf war im vergangenen Jahr der Renault Mégane, gefolgt vom Chrysler Voyager und dem Ford Galaxy. Auch die Modelle des koreanischen Hersteller Daewoo sind überdurchschnittlich oft betroffen, ergab eine Studie des GDV.
Bei Verdacht auf einen Marderbesuch im Motorraum sollten Autobesitzer am Morgen den Platz, auf dem das Fahrzeug stand, nach Gummiteilchen und Flüssigkeitsflecken absuchen. Sollte sich etwas finden, ist es ratsam, den Wagen auf mögliche Schäden in einer Werkstatt überprüfen zu lassen.
Das Marderrisiko ist übrigens regional unterschiedlich verteilt: Freiburg im Breisgau, Coburg, Stuttgart und Ulm zählen zu den Hochburgen der Marderschäden. Ein "Marderatlas" von Deutschland zeigt die einzelnen Risikogebiete.