Multimedia-BMW Daten auf der Autobahn
Zur künftigen Modellpolitik des Unternehmens nahm Vorstandschef Joachim Milberg bei einer Gala anlässlich des Genfer Salons Stellung. Seine Botschaft: Die neue kleine BMW Baureihe wird 1er heißen. Das große 6er Coupé wird in den nächsten Jahren einen Nachfolger bekommen. Die neue BMW Modellreihe wird zwischen 3er BMW und MINI angesiedelt sein, der Verkaufsstart ist für das Jahr 2004 geplant.
Milberg: "Sie können also künftig vom BMW Einser sprechen." Das erste 6er Coupé wurde von 1976 bis 1989 gebaut, 1990 wurde die 6er Baureihe vom sogenannten 8er abgelöst, der bis 1999 gefertigt wurde. Mit der Entwicklung des künftigen 6er Coupés wurde bereits begonnen.
Ganz real auf dem Stand in Genf zu sehen ist unterdessen der Multimedia-BMW. Es ist ein typisches Chauffeursauto, das heißt: Es gibt eine - mit walnussbraunem Nappaleder und Holzapplikationen geschmückte - Trennwand hinter den Vordersitzen.
Der obere Teil dieser Wand besteht aus einer versenkbaren Glasscheibe, zudem sind elektrisch zu bedienende Vorhänge vorhanden. Die Diskretion ist also gesichert, wenn im Fond per Knopfdruck der 15-Zoll-Flachbildschirm ausgefahren und der Computer (Intel Celeron-Prozessor, 535 MHz, 138 MB RAM) gestartet wird.
Mit dem elektronischen Equipment an Bord kann man allerhand unternehmen: Zum Beispiel sämtliche Microsoft Office Programme nutzen, im Internet surfen, E-Mails senden oder empfangen und telefonieren sowieso. Die Tastatur für den Computer ist mit Trackball und Infrarot-Übermittlung ausgestattet; außerdem gibt es einen Farbdrucker. Der Rechner arbeitet übrigens ohne Festplatte, sondern lediglich mit dem RAM-Speicher.
Möglicherweise möchte der Manager im Fond dieses Autos aber gar nicht arbeiten, sondern sich viel lieber entspannen. Dazu stehen diverse Computerspiele sowie ein DVD-Spieler zur Verfügung. Der Clou des Autokinos ist eine Dolby Surround Audio-Anlage, deren Subwoofer den Kofferraum zur Klangentwicklung nutzt und die mit zehn Lautsprechern im Fondabteil eine Dauerleistung von 720 Watt (maximal 1230 Watt) bereitstellt. Das Wohlfühl-Programm wird durch eine Klimaautomatik, eine Kühlbox und weiche Ledersitze vervollständigt.
Ob und vor allem wann so ein Auto tatsächlich funktioniert und verkauft wird, ist noch offen. Auf Fragen dieser Art ernten Neugierige ein Schulterzucken und den Hinweis der noch fehlenden Infrastruktur. Wer sich nach dem Preis des Gesamtpakets erkundigt, bekommt immerhin ein Lächeln.