Neue Bremsflüssigkeit: Sicher in die Arktis - DER SPIEGEL
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Neue Bremsflüssigkeit Sicher in die Arktis

In zweijähriger Entwicklungsarbeit hat Opel gemeinsam mit dem Chemiekonzern BASF eine neue Bremsflüssigkeit entwickelt, die auch bei extremer Kälte noch ausreichend fließfähig bleibt. Die Folge: Bessere Verzögerung und uneingeschränkte Funktion von ESP.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das neue Mittel trägt den wenig klangvollen Namen "Hydraulan 404", doch es soll ja auch gar nicht groß auffallen, sondern vor allem wirken. Und das tut es, wie Opel nach ausgiebigen Tests im nordschwedischen Arjeplog beteuert. "Selbst Temperaturen von minus 40 Grad Celsius konnten die Funktionsfähigkeit des ESP nicht einschränken", sagt Herbert Riewoldt, Entwickler bei Opel.

Bei den bisher verwendeten Bremsflüssigkeiten kann dies durchaus passieren. Denn mit zunehmender Kälte werden sie zähflüssig. Die Folge ist ein langsamerer Druckaufbau in den Bremsleitungen und somit ein langsameres Ansprechen der Bremsen. Unter normalen Bedingungen gelangt der Bremsdruck in rund 300 Millisekunden an die Räder. Bei minus 25 Grad Celsius verdoppelt sich diese Zeitspanne auf rund 600 Millisekunden. Die kann vor allem für die Funktion des ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) Folgen haben, und das exakt abgestimmte System kommt dann nicht mehr voll zur Geltung.

Nun könnte man annehmen, dass eine Erhöhung der Viskosität, also der Fließfähigkeit der Bremsflüssigkeit, auch eine Senkung des Siedepunktes mit sich bringt. Doch nach Angaben von Opel und BASF ist das bei "Hydraulan 404" nicht der Fall. Der Nass-Siedepunkt liegt bei 173 Grad Celsius. Damit entspricht es in etwa den handelsüblichen Substanzen.