Neuer Antrieb Benzin zu Wasserstoff
Es klingt paradox: Die Konzerne GM und ExxonMobil melden einen Durchbruch bei der Entwicklung eines Benzin-Reformers für Brennstoffzellenfahrzeuge. Es wird also herkömmlicher Sprit getankt, aus dem dann Wasserstoff erzeugt wird, mit dem die Brennstoffzelle betrieben werden kann. Das klingt nach einer Menge Energieverlust. Doch der Wirkungsgrad ihres Reformers, sagen die Ingenieure, liege bei mehr als 80 Prozent.
Überhaupt ist der Clou des Projekts nicht der einer langfristig einsetzbaren Technologie, sondern einer Übergangslösung. GM-Vize Harry J. Pearce sagt: "Der Benzin-Reformer könnte die Brücke sein zwischen dem Auto von heute und dem Brennstoffzellenauto von morgen." Bis zum Beispiel ein Netz an Wasserstoff-Tankstellen aufgebaut und entsprechende Autotanks entwickelt sind, könnten Brennstoffzellenfahrzeuge wie bislang an den ganz normalen Tankstellen zur Zapfsäule fahren, um Benzin zu fassen und das dann durch den bordeigenen Reformer zu jagen.
Bei General Motors heißt es dazu: "Die Verbraucher wünschen praktische Lösungen." Mit dem Benzin-Reformer könne die Brennstoffzellentechnologie innerhalb der nächsten zehn Jahre in Autos etabliert werden. Allerdings spricht derzeit noch niemand von den Kosten. Doch noch sind die Benzin-Reformer ohnehin Prototypen. Ein neues Modell, das kleiner, leichter und effizienter arbeiten soll als das derzeit verfügbare, wird gerade entwickelt.
Bereits auf der Straße ist das Brennstoffzellen-Konzeptfahrzeug von Opel, der "HydroGen 1". Dieses Fahrzeug führt flüssigen, minus 253 Grad Celsius kalten Wasserstoff in einem Spezialtank mit sich. Das Auto auf Basis eines Opel Zafira wird als Vorausfahrzeug bei den olympischen Marathonläufen der Frauen und Männer in Sydney eingesetzt.
General Motors nutzt Olympia und den HydroGen 1 für eine gigantische Werbekampagne auf dem fünften Kontinent. Denn der Zafira wird ab 2001 unter dem Markennamen Holden auf dem australischen Markt eingeführt. Damit die Marke Holden auch wirklich nonstop im olympischen Kontext auftaucht, tritt die GM-Tochter als offizieller Sponsor auf und stellt eine Flotte von 3500 Fahrzeugen für die Olympia-Offiziellen zur Verfügung.