Notbremsmanöver Wenn das Auto eigenen Willen zeigt
München - Für Aufsehen haben in diesen Tagen Berichte über einen britischen Autofahrer gesorgt, der seinen BMW 318 angeblich nicht mehr zum Stehen bringen konnte und mit Tempo 200 über die Straßen raste. Alle Versuche, das Auto zu stoppen, seien ohne Erfolg geblieben. Die Fahrt endete schließlich in einem Kreisverkehr, wo sich das Auto überschlug. Der Mann blieb bei dem Unfall nahezu unverletzt.
Solche Geschehnisse sind nach den Worten des ADAC-Sprechers Maximilian Maurer "extrem selten": "Im Unfallgeschehen spielen sie keine Rolle", sagte Maurer zur Nachrichtenagentur dpa. Sie seien oft auch als Schutzbehauptung der Betroffenen zu verstehen, um von eigenem Fehlverhalten abzulenken. Wahrscheinlicher sei, dass etwa in Folge mangelnder Wartung bei Fahrten im Gebirge die Bremsen versagen oder das Gas hängen bleibt.
Aber auch in diesen Fällen gibt es laut Maurer Möglichkeiten, den Wagen anzuhalten. So kann bei Autos mit Schaltgetriebe der Gang herausgenommen oder ausgekuppelt werden. Bei Automatikfahrzeugen wird der Wählhebel auf "N" gestellt. Damit wird der Motor vom Antriebsstrang getrennt, so dass keine Kraft mehr an die Räder gelangt. Auch die Zündung kann ausgestellt werden. Dass alle drei Alternativen nicht mehr funktionieren, sei sehr unwahrscheinlich.
Bei Bremsversagen in die Leitplanke steuern
Weil sich solche Notsituationen oft in ungünstigen Momenten ereignen, kommt es dem ADAC-Sprecher zufolge auf schnelles Eingreifen an. Bei einer Passabfahrt kündigten sich Bremsprobleme zum Beispiel durch einen kürzer werdenden Pedalweg an. "Dann sollte man aufhören zu fahren, denn dann kann man noch anhalten", rät Maurer. Als generelle Vorsichtsmaßnahme empfiehlt Maurer, bergab im kleinen Gang zu fahren, um die Bremswirkung des Motors auszunutzen.
Auch sollten sich Autofahrer nicht scheuen, in die Leitplanke zu steuern. Bei Bremsversagen zum Beispiel auf einer Passabfahrt oder bei einem klemmenden Gaspedal sei ein solches Notbremsmanöver eventuell die letzte Möglichkeit, den Wagen zum Stehen zu bringen, sagte Maurer. "Es ist besser, eine Beule im Auto zu haben, als über einen Abgrund zu stürzen oder aus einer Kurve zu fliegen."
abl/gms