Nummerncodes: Schilder-Rätsel gelüftet - DER SPIEGEL
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Nummerncodes Schilder-Rätsel gelüftet

"No Number-Plate means Diplomat" - das mag vereinzelt in Südamerika gelten, hier zu Lande geht ohne Nummernschild nichts. Für Kenner sprechen die vielfältigen Buchstabencodes Bände. Denn speziell gekennzeichnet sind nicht nur Diplomaten-Kutschen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wofür steht "AA"? Was bedeutet "3-10"? Und wann ist ein Nummernschild rot? Die Bedeutung der Farben lässt sich vergleichsweise einfach merken, für die Ortskennzeichen braucht es vor allem ein gutes Gedächtnis - doch es gibt noch eine Reihe weiterer Unterscheidungsmerkmale bei den Kennzeichenarten. Inzwischen sei schon mal verraten: "AA" steht für Aalen im Ostalbkreis, Baden-Württemberg.

Mehr als 50 Millionen Kraftfahrzeuge sind in Deutschland zugelassen. An den allermeisten prangt inzwischen das Euro-Kennzeichen: Auf dem blauen Balken am linken Schilderrand geben Buchstaben das Herkunftsland an, in Deutschland das "D". Nach einer weiteren Kombination von ein bis drei Buchstaben am linken Rand, die den Ort der Zulassung angibt, folgt die Erkennungsnummer, unter der das Fahrzeug bei der Zulassungsstelle registriert ist. So weit, so gut.

Aber am rechten Schilderrand geht es weiter. Ein "H" rechts außen kennzeichnet Fahrzeuge, die als Oldtimer anerkannt sind und als solche mit einer vergleichsweise günstigen Pauschale besteuert werden. Diese beträgt 375 Mark pro Jahr für Pkw und 90 Mark für Motorräder. Allerdings muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein und sich in einem technisch guten Zustand befinden. Darüber hinaus soll das Gefährt weitestgehend aus Originalteilen bestehen.

Und auch das rote 07-Kennzeichen ist für Oldtimer gedacht - besser gesagt für Sammler alter Fahrzeuge. Denn mit nur einem Schild dürfen abwechselnd mehrere Autos und Zweiräder gefahren werden. Die Fahrzeuge dürfen jedoch ausschließlich zur Teilnahme an Oldtimerveranstaltungen, bei Probe- und Prüfungsfahrten sowie Überführungsfahrten genutzt werden. Auch hier werde eine an das Original weitestgehend angelehnte Ausstattung gefordert, heißt es beim ADAC in München. Allerdings dürften leicht verschleißbare Teile wie Zündkerzen und Bremsbeläge selbstverständlich ausgetauscht werden. Nach der Ortskennung kommt die Ziffernfolge, die immer mit "07" beginnt.

Mit grünem Kennzeichen sind Fahrzeuge unterwegs, die von der Kfz-Steuer befreit sind. Dazu können Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft, Anhänger, Arbeitsmaschinen sowie Fahrzeuge gemeinnütziger Organisationen gehören.

Maximal ein Jahr gültig sind Ausfuhr-Kennzeichen. Diese Schilder zeigen die internationale Zulassung an: Darauf sind eine Erkennungsnummer mit einer ein- bis vierstelligen Zahl und ein Buchstabe sowie eine rote Stempelplakette zu sehen. Ein rotes Feld gibt die Gültigkeit an. Vergeben wird das Kennzeichen zum Export von Fahrzeugen "aus eigener Kraft". Um das Ausfuhr-Kennzeichen führen zu dürfen, muss das Kfz verkehrssicher und haftpflichtversichert sein.

Wer seinen Wagen im Winter lieber in der Garage stehen lassen will, kann ein Saison-Kennzeichen verwenden. Es sieht dem Eurokennzeichen ähnlich. Am rechten Rand ist jedoch der Zeitraum aufgeführt, in dem das Fahrzeug jedes Jahr verwendet werden darf, zum Beispiel "03-10" für März bis Oktober. Außerhalb der Saison muss das Fahrzeug auf Privatgrund geparkt sein und darf nicht auf öffentlichen Straßen gefahren werden. Der Vorteil liegt darin, dass die Steuer nur für die Betriebszeit entrichtet werden muss. Lästiges An- und entfällt.

Für Probetouren, Prüfungs- und Überführungsfahrten mit ansonsten nicht zugelassenen Fahrzeugen dienen Kurzzeit-Kennzeichen. Sie sind maximal fünf Tage gültig. Auf ihnen ist die blaue Stempelplakette zu sehen aber keine Prüfplakette. Die Nummer beginnt immer mit "04". In einem gelben Feld steht der letzte Tag der Gültigkeit.

Ein rotes Kennzeichen gibt es für das Kfz-Gewerbe. Auch dieses Schild ist für Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten von ansonsten nicht zugelassenen Fahrzeugen gedacht. Allerdings darf es mehrfach verwendet werden und ist keinem Fahrzeug fest zugeteilt. Das Kennzeichen ist an der roten Schrift sowie einem roten Rand zu erkennen. Es beginnt zudem stets mit einer "06". Benutzen dürfen es nur Kfz-Hersteller, Händler, Werkstätten.

Diplomaten fahren in der Regel mit einer Null am Anfang des Nummernschildes, zum Beispiel: "0-83-1". Die mittlere Ziffer gibt das Heimatland des Diplomaten an, die "83" steht für Lesotho. Die rechte Ziffer ist für jedes Fahrzeug, das zu einer bestimmten Botschaft gehört, verschieden. In der Regel ist die Ziffer "1" ganz rechts für den Wagen des Botschafters reserviert. Die Diplomaten-Pkw tragen außerdem ein Schild mit den Buchstaben "CD". Das steht für "corps diplomatique", zu deutsch Diplomatisches Korps. Mit einem "B" für Berlin oder einem "BN" für Bonn gefolgt von einer Ziffer beginnen ebenfalls Nummernschilder, die an Diplomaten und andere bevorrechtigten Personen ausgegeben werden.