Oldtimer-Rallye: Rollendes Museum - DER SPIEGEL
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Oldtimer-Rallye Rollendes Museum

Ein Name wie ein Roadmovie: "2000 Kilometer durch Deutschland". Vom 13. bis 21 Juli verwandeln rund 200 historische Automobile und Motorräder die Landstraßen zwischen Mönchengladbach, München, Leipzig und Hannover in ein rollendes Oldtimer-Museum.
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Die längste Oldtimer-Rallye Deutschlands ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Bereits zum 14. Mal findet die Zuverlässigkeitsfahrt statt. In diesem Jahr haben die Oldtimer aus den Jahren 1905 bis 1972 insgesamt 2435 Kilometer zu bewältigen.

Viele Hersteller und Importeure beteiligen sich mit historischen Werksfahrzeugen. So schickt General Motors gleich fünf Corvette-Modelle aus den Jahren 1957 bis 1967 ins Rennen. Aus der Werkssammlung des "L'Aventure Peugeot" wird ein 42 Jahre altes Peugeot 403 Cabriolet am Start sein, besser bekannt als Inspektor Columbos Dienstwagen aus der gleichnamigen US-Serie.

Zu den älteren Semestern im Feld gehören auch die drei Modelle, die BMW angemeldet hat. Neben dem BMW 507, dem Roadster-Klassiker der fünfziger Jahre mit 3,2 Liter-V8-Motor nehmen die Münchener mit zwei Exemplaren der Baureihe 02 die Rallye in Angriff. Fernsehmoderator Jean Pütz sitzt am Volant eines frühen BMW 1600-2 Cabrio, das Schwestermodell BMW 2002, Baujahr 1973, soll sogar für einen karitativen Zweck verlost werden.

Das deutsche Pendant zur italienischen "Mille Miglia" fand schon in den dreißiger Jahren statt. Den größten Zuspruch erhielt die "2000 km durch Deutschland" im Jahr 1935, als 650 Autos und 1088 Motorräder an den Start gingen. Ziel war es, die mehr als 2200 Kilometer non-stop zu erreichen. Nur zum Nachtanken durften die Fahrer anhalten. Sieger wurden damals nicht gekürt, im Text der Ausschreibung hieß es: "Preisträger ist jeder, der das Ziel innerhalb der vorgeschriebenen Zeit erreicht." Was nicht selbstverständlich war, angesichts der damaligen Straßenverhältnisse und geforderten Durchschnittsgeschwindigkeiten von 64 bis 88 km/h.

Durch den Krieg und der anschließenden Teilung Deutschlands geriet die Veranstaltung jedoch in Vergessenheit. Erst 1989 wurde sie wieder belebt, nun nicht mehr non-stop, sondern in Tagesetappen von bis zu 500 Kilometern. Zunächst führte die Route nur durch den Westen, erst im Jahr darauf ging es wie in den dreißiger Jahren für die 115 Teams über Berlin durch die Städte und Landschaften der ehemaligen DDR. Mehr als eine halbe Million Zuschauer feierten die "automobile Wiedervereinigung".

Auch in diesem Jahr werden die Straßen wieder von zahlreichen Zuschauern gesäumt sein. Bei der Auswahl der Etappen legten die Organisatoren besonderen Wert auf freies Fahren durch reizvolle Landschaften. Start und Ziel der Rallye ist Mönchengladbach. Von dort verläuft die Route über Würzburg, Ulm, München, Leipzig, Hannover und Oldenburg kreuz und quer durch die Republik. Nach längerer Pause geht's außerdem erstmals wieder durch das Allgäu bis nach Ehrwald in Österreich und zur Zugspitze.