Reifen-Events: Bis ans Limit - DER SPIEGEL
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Reifen-Events Bis ans Limit

Mit spektakulären Mitmach-Aktionen versuchen Reifenhersteller, die Aufmerksamkeit auf ihre Marke zu lenken und die spröden Produkte mit Emotionalität aufzuladen. Derzeit können sich Vollgas-Freunde, Ausdauer-Aktivisten oder Hobby-Rennfahrer gleich für mehrere Events bewerben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bereits zum achten Mal wurde eben der "Dunlop Drivers Cup" ausgeschrieben. Die Veranstaltung 2005/2006 beginnt stets im Herbst mit Sportfahrerlehrgängen auf dem Nürburgring. Bislang stellte Opel als Fahrzeugsponsor die Autos, für die neue Runde jedoch wird Nissan mit dem Sportcoupé 350 Z einsteigen. Die besten, will heißen: schnellsten Fahrerinnen und Fahrer der Vorrunden erhalten dann eine Einladung zum Finale. Dazu reisen die 30 Auserwählten Anfang 2006 in die USA, wo bei diversen Abschlussprüfungen auf Rennstrecken und Offroad-Parcours der Sieger ermittelt wird.

Der Reiz des Dunlop Driver Cups liegt zweifellos in der Chance, die Schlussrunde zu erreichen und damit eine mehr als einwöchige Reise zu gewinnen. Das Finale fand in den Vorjahren mal in Südafrika, Südamerika, Australien oder Malaysia statt. Vor wenigen Monaten kurvten die Finalisten der mehr als 2800 Kilometer durch Italien - vom Start am Fuße des Ätna auf Sizilien bis zum Autodrom von Imola. Während der Reise galt es unter anderem, einen Geschicklichkeits-Parcours auf der berühmten Piazza Grande von Arezzo auf Vespa-Rollern zu absolvieren.

Das Beispiel zeigt, wie penibel die Organisatoren das Event planen und für medial verwertbare Details sorgen. Schließlich soll - das ist das Ziel hinter all dem Aufwand - der Markenname in ein möglichst positives, dynamisches, aufregendes Licht gerückt werden. Einzige Teilnahmebedingung ist der Besitz eines gültigen Führerscheins - alles andere lernen die Auserwählten von den Instruktoren vor Ort.

Neben dem Führerschein ist bei der "Fulda Challenge" des Reifenherstellers Fulda vor allem Ausdauer gefragt. Die Bewerbungsfrist für die 6. Veranstaltung dieser Art läuft noch bis zum 31. Juli - ebenso wie die für die Konkurrenzveranstaltung von Dunlop. Ziel ist es, die Endrunde in Nordamerika zu erreichen, wo es über mehr als 2000 Kilometer von Skagway in Alaska durch die kanadische Goldgräberprovinz Yukon bis an den Polarkreis geht. In Geländewagen (natürlich auf Fulda-Reifen), auf Schneemobilen oder in dicken Fellstiefeln müssen unterschiedliche Aufgaben gelöst werden.

Damit die Teilnehmer die nötigen sportlichen Voraussetzungen mitbringen, wird es Ende September zu einer Vorauswahl in Sulden in Südtirol kommen. Neben dem Geschick am Lenkrad eines Geländewagens geht es dort vor allem um die physische Kondition: Berglauf, Halbmarathon und Mountainbike-Touren sind zu absolvieren. Danach solle das deutsche Team - ein Mann und eine Frau - feststehen, das zum subpolaren Showdown antreten darf.

Auch die zu Continental gehörende Reifenmarke Uniroyal hat in diesem Jahr ein Rennfahrer-Event ins Marketing-Programm aufgenommen. "Uniroyal Funcup" heißt die Veranstaltung, für die sich ambitionierte Hobbyrennfahrer bewerben können. Gefahren wird mit VW-Käfer-Attrappen, unter deren Kunststoffhaut ein Gitterrohrrahmen sowie ein Motor aus dem VW Golf und ein Getriebe aus dem ehemaligen Audi 80 sitzt. Der Renner bringt 130 PS, beschleunigt in sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht maximal 205 km/h. Gefahren wird ausschließlich in Langstreckenrennen von mindestens vier Stunden, Höhepunkt der Rennserie wird das 25-Stunden-Rennen im belgischen Spa sein. Im Prinzip kann sich jeder Autofahrer bewerben, allerdings muss vor einem Rennstart ein Fahrerlehrgang und ein Gesundheitscheck absolviert werden. Der Rest ist dann Fahrspaß - und Imagepflege.