Reifen: Runderneuerte ohne Risiko - DER SPIEGEL
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Reifen Runderneuerte ohne Risiko

Runderneuerte Reifen haben in Deutschland einen schweren Stand. Obwohl die wiederaufbereiteten Exemplare bis zu 45 Prozent günstiger sind als Neureifen, liegt ihr Marktanteil nur bei 15 Prozent. Dabei halten Experten die Runderneuerten für sehr sicher und loben ihre Umweltbilanz.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - Erklären lässt sich die Kaufzurückhaltung nach Ansicht des Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart eigentlich nur mit offensichtlich immer noch bestehenden Vorbehalten. Viele Autofahrer machten sich Sorgen, wie die Reifen in ihrem "Ersten Leben" wohl behandelt wurden, oder ob die Gefahr einer kleinen Verletzung im Stahlgürtel besteht, die dann früher oder später zu einem Reifenplatzer führen kann.

Solche Bedenken sind laut dem ACE unbegründet. So werden in Deutschland PKW-Reifen nur einmal runderneuert. Zudem werden Reifen nur runderneuert, die bis 210 Stundenkilometer (km/h) zugelassen sind. Zudem finde vor der Runderneuerung eine penible Kontrolle per Laserstrahl statt. Nach dem computergesteuerten, millimetergenauen Abraspeln der alten Lauffläche werden die Reifen dann nochmals auf Verletzungen kontrolliert. Der kleinste Schäden im Unterbau genügt und das Modell wird aussortiert.

Bei diesem Arbeitsschritt werden die Reifen auch mit Hilfe eines Gewährleistungsstempels gekennzeichnet. Damit ist sichergestellt, dass der Reifen-Kunde später auch vier gleiche Grundkarkassen erhält und nicht unterschiedliche Reifenfabrikate.

Nach dem Aufbringen des Rohgummis und dem Einvulkanisieren des neuen Profils werden die Runderneuerten ein weiteres Mal gecheckt, so der ACE. Nur einwandfreie Pneus erhalten einen grünen Aufkleber und gehen dann in den Handel. Regelmäßig und ohne Vorankündigung entnehmen Gutachter des TÜV Reifen aus der Produktion. Treten bei den Hochgeschwindigkeitstests Beanstandungen auf, wird das obligatorische TÜV-Siegel, das runderneuerte Reifen ziert, verweigert.

Runderneuerte Reifen bieten nach Darstellung des ACE auch eine vorbildliche Umweltbilanz. Für ihre Herstellung werden nur fünf Liter Rohöl benötigt, im Vergleich zu 35 Litern bei einem Neureifen.