Reifentypen Wintermode für jeden Wagen
Unterschieden werden von der meisten Reifenherstellern mittlerweile drei Arten: Pkw-Reifen, wobei hier noch nach den unterschiedlichen Segmenten, Klein- und Kompaktwagen, Mittel- und Oberklasse sowie leistungsstarke Limousinen und Sportwagen getrennt wird, spezielle Pneus für Vans und leichte Transporter sowie die groben Stollen für die geländegängigen SUVs und Allradler. Grundsätzlich soll jeder dieser Reifentypen den winterlichen Verhältnissen trotzen, also Haftung auf Eis und Schnee bieten. Dazu aber auch noch mit besonderen Eigenschaften für den jeweiligen Fahrzeugtyp glänzen.
Beim Pkw heißt das hoher Abrollkomfort, lange Laufleistung, gute Handlingeigenschaften und kurze Bremswege, vor allem auch auf kaltem und feuchtem Belag, mit dem Autofahrer im Winter in der Stadt und auf der Autobahn am häufigsten konfrontiert sind. Deshalb besitzen ihre Laufflächen meist einen hohen Silica-Anteil sowie stark profilierte Profilblöcke in Z-, Y- oder Wellenform, die sich in unterschiedlichste Beläge krallen sollen, um bei Nässe und niedrigen Temperaturen Haftung und Straßenlage zu verbessern (z.B. ContiWinter Contact TS 780, Michelin Alpin A2, Pirelli 190 Snowsport, Fulda Kristall Montero, Goodyear Ultra Grip).
Dies trifft insbesondere für die Hochgeschwindigkeitsreifen bis 240 km/h zu, die auch fast alle Hersteller inzwischen im Winterangebot führen (Conti WinterContact TS 810, Goodyear Eagle Ultra Grip, Fulda Kristall Supremo, Barum Polaris 2), vereinzelt sogar bis 270 km/h (Conti WinterContact TS 810 Sport, Nokian WR). "Solche Reifen müssen auf hohem Niveau alles gut machen. Das führt natürlich auch zu Kompromissen", sagt Continental-Sprecher Klaus Engelhardt.
Deshalb gibt es einige Hersteller, die sich spezialisiert haben, wie etwa Uniroyal, deren laufrichtungsgebundene Winterreifen (Uniroyal MS plus 5 und MS plus 55) ein "hydrodynamisches Profil mit sinusförmigen Lamellen" aufweisen, das neben den üblichen Winterqualitäten vor allem Wasser schnell ableiten und kürzere Bremswege erzielen soll. Also mehr was für den Norden Deutschlands, wo aus Schnee schnell Matsch wird. Oder auf der anderen Seite Semperit, ursprünglich mal eine österreichische Marke, die Gummimischung und Profilierung vor allem für schneebedeckte Fahrbahnen auslegt (Semperit Sport Grip).
Bei den Winterpneus für Vans und leichte Transporter sind dagegen weniger Komfortfeatures und dynamische Qualitäten als Tragfähigkeit und Kilometerleistung gefragt. Im Gegensatz zu den Pkw-Reifen besitzen die Winterpuschen der schwergewichtigen Raumfahrzeuge (Conti VancoWinter, Pirelli Citynet Winter plus, Semperit Van Grip, Barum Cargo M+S, Fulda Conveo Trac und Trans) deshalb meist eine höhere Rußmischung. Ihre Laufflächen bestehen in der Regel aus steifen und gleichmäßig verteilten Profilblöcken, um einen ausgewogenen Abrieb und damit hohe Laufleistungen zu ermöglichen.
Ähnlich verhält es sich mit den wuchtigen SUV-Winterreifen. Auch bei diesen bereits konstruktiv höher und breiter gebauten Schlappen steht die Tragfähigkeit im Vordergrund, um die teils tonnenschweren Allradler sicher durch Eis und Schnee zu führen. Und auch wenn die 4x4-Fahrzeuge mit ihren großen Stollen rein optisch überlegene Traktion vermitteln. Damit auf kaltem Untergrund aus der Kraft Vortrieb wird, braucht es auch hier die Winterspezialisten (Conti 4x4 WinterContact, Michelin 4x4 Alpin & 4x4 Synchrone, Pirelli Scorpio Ice&Snow, Fulda Tramp 4x4 Yukon, Goodyear Wrangler UltraGrip, Nokian WR SUV). Diese tragen meist ein tief eingeschnittenes Profil mit besonders verstärkten Schulterblöcken an den Flanken.
Unabhängig vom Fahrzeugtyp, "eingebremst" werden alle Reifen durch den so genannten Speed-Index. Das Geschwindigkeitssymbol, ein Buchstabe am Ende der Größenbezeichnung, gibt Auskunft über die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Reifens, so zum Beispiel 195/65 R15 91 T. Gesetzlich vorgeschrieben muss dazu ein Aufkleber mit dem entsprechenden Speed-Index gut sichtbar auf dem Armaturenbrett angebracht sein. Wobei man vielleicht den V-, W- Y- und ZR-Trägern noch dabei schreiben sollte: maximal erlaubt, nicht maximal zu fahren.