Seat Altea Spanische Versuchung
Was die Spanier bis zur endgültigen Vorstellung im März kommenden Jahres ganz sicher noch mal überdenken sollten, ist der Name. Getrieben von ihrer Städte-Nomenklatura, fiel den Marketing-Strategen ausgerechnet der unbedeutende - und völlig unbekannte - Küstenort an der spanischen Costa Blanca ins Auge. Dabei wäre die Bezeichnung der ursprünglichen Konzeptstudie "Salsa" aus dem Jahr 2000 sehr viel passender gewesen. Denn was der ehemalige Alfa-Designer Walter de Silva auf Basis des Audi A3 und VW Touran entworfen hat, ist die wohl heißeste Versuchung, seit es Kompaktvans gibt.
Das Auto hat Scheinwerfer wie Schlangenaugen, dazwischen züngelt eine tief gezogene Motorhaube mit ihrem wuchtigen Markenlogo. Vom Frontspoiler über die Kotflügel schwingt sich eine Linie bis zu den hinteren Türen, deren Griffe im Fensterrahmen stecken. Ein Coupé artig abfallendes Dach mit großer Heckklappe sorgt für zusätzliche Dynamik. Auch die ausgeprägte Keilform mit tiefer gelegtem Frontbereich, drei großen Luftlöchern vorn und minimaler Bodenfreiheit, unterstützen die sportliche Erscheinung der 4,29 Meter langen, 1,81 Meter breiten und 1,55 Meter hohen Karosse. Ungewöhnlich für einen Kompaktvan ist die 2+2 Sitzkonfiguration, mit der normalerweise die enge Coupé-Bestuhlung bezeichnet wird. Beim Seat Altea sind damit jedoch die vier großzügigen Einzelsitze gemeint, von denen wohl zumindest die hinteren beiden bis zum Serienstart einer dreisitzigen Bank weichen werden. Eine dritte Sitzreihe gibt es nicht. Dafür einen variablen Innenraum mit einem ebenen Ladeboden.
Im Cockpit findet sich ein zentrales Multifunktionsdisplay, das im flachen Armaturenbrett oberhalb der Mittelkonsole steckt. Ungewöhnliche Spielerei ist der Scheibenwischer, der nicht waagerecht unterhalb der Frontscheibe, sondern senkrecht an der linken A-Säule anliegt. Für den Antrieb des "Multi Sports Vehicle" (MSV), wie Seat die erste Schöpfung seit ihrer Integration in die Audi-Markengruppe innerhalb des VW-Konzerns getauft hat, greifen die Spanier ebenfalls ins Ingolstädter Motoren-Regal. Der IAA-Prototyp ist mit dem aus dem A3 bekannten 2,0 Liter-FSI-Benzindirekteinspritzer mit 150 PS (110 kW) bestückt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechsgang-Automatikgetriebe mit Tiptronic-Funktion.