Sicherheitsforschung Crashtest mit "schwangerem" Dummy
Eine der "Mütter" des "schwangeren" Dummys ist Camilla Palmertz, Biomechanikerin im schwedischen Sicherheitszentrum von Volvo. "Ich bin sicher, dass zum Beispiel der Dreipunktgurt weiterentwickelt werden kann, um noch mehr Komfort und Schutz zu gewähren", sagt Camilla Palmertz.
Der virtuelle Dummy soll eine hochschwangere Frau abbilden, denn in diesem Stadium der Schwangerschaft ist das ungeborene Kind bei einem Autounfall am stärksten gefährdet. Mit den Tests, die Volvo mit Hilfe des neuen Computermodells absolvieren möchte, soll festgestellt werden, welchen Einfluss der Sicherheitsgurt und der Airbag bei simulierten Unfällen auf die werdende Mutter und ihr ungeborenes Baby haben.
Das virtuelle Modell ermöglicht eine sehr detaillierte Analyse der Bewegungen, so lässt sich unter anderem beobachten, wie sich der Fötus im Verhältnis zum Körper der Mutter bewegt. Camilla Palmertz erklärt: "Beim Sicherheitsgurt ist es wichtig, dass er richtig angelegt wird. Er sollte zwischen den Brüsten hindurch laufen und so niedrig wie möglich auf den Hüften aufliegen. Der Beckengurt darf nicht auf den Bauch der Frau hochrutschen."
Weil jedoch eben dies bei herkömmlichen Sicherheitsgurten häufig geschieht, verzichten manche Frauen während der letzten Wochen der Schwangerschaft ganz auf das Anlegen des Gurtes. Bei einer Befragung in Schweden gaben sieben Prozent der Frauen an, dass sie während der Schwangerschaft keinen Gurt angelegt hätten; bei einer vergleichbaren Studie in den USA waren es sogar 13 Prozent der Frauen.
Grundsätzlich sind sich Sicherheitsforscher darin einig, dass es in jedem Falle empfehlenswert ist, den Sicherheitsgurt im Auto auch während der Schwangerschaft jederzeit zu tragen. Dabei helfen, damit dies in Zukunft bequemer und noch sicherer wird, sollen jetzt die Untersuchungen mit dem "schwangeren" Dummy. Camilla Palmertz: "Wir brauchen einfach mehr Informationen, um einen optimalen Schutz für die werdende Mutter und das Ungeborene entwickeln zu können."