Totalschaden: Waschen, bürsten, knicken - DER SPIEGEL
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Totalschaden Waschen, bürsten, knicken

Immer wieder samstags freut mancher Mann sich auf den Dreiklang aus Autowaschen, Bundesliga und TV-Krimi. Uns soll hier nur der erste Teil beschäftigen, die Sauberkeit des Pkw.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hier zu Lande ist es allgemein üblich, mit einem sauberen Auto herumzufahren. Sitzt erst einmal eine Schmutzschicht auf den Lack, findet sich schnell ein Saubermann, der das Wort "Sau" auf Kotflügel oder Kofferraumdeckel kratzt.

Es ist dieser soziale Druck - neben den Argumenten wie "Bessere Sichtbarkeit und Sicherheit im Verkehr" oder "Werterhaltung" oder dem Spruch "Wie der Herr, so sein Gscherr" - die viele Autofahrer zum Besuch einer Waschstraße veranlassen. Doch diese Entscheidung will wohlüberlegt sein. Denn rund 20.000-mal pro Jahr, so schätzen Insider, wird in Deutschland ein Auto in einer Waschstraße beschädigt.

Statistisch gesehen rollen also jeden Tag 54,7 Autos aus einer Waschanlage, die zwar sauber sind, aber nicht mehr heil. Wie die Zeitschrift "Auto Straßenverkehr" meldet, reißen zum Beispiel bei Opel-Fahrzeugen besonders häufig die Außenspiegel ab. Auch die Spiegel von Mercedes E-Klasse, VW Sharan, Ford Galaxy und Seat Alhambra seinen überdurchschnittlich stark von den Bürsten gefährdet. Probleme mit den Heckscheibenwischern sind von den Modellen Skoda Fabia und Renault Kangoo bekannt. Zierleisten stehen ebenfalls auf der roten Liste von Autoteilen, die aus Waschstraßen nicht immer im Originalzustand wieder herauskommen.

Die Rechtslage ist unklar, ein Nachweis, woher der herabhängende Spiegel oder der dicke Kratzer tatsächlich stammen oft schwer zu erbringen. Wer ein sauberes Auto will, greift also besser selbst zu Schwamm und Bürste. Bis zur Bundesliga-Übertragung müsste zumindest der gröbste Dreck beseitigt sein - und dann ist man ja auch wieder im Plan.