Hintergrund Die Methodik hinter den Civey-Umfragen, die der SPIEGEL bis Februar 2024 durchführte
Wie hat der SPIEGEL mit Civey zusammengearbeitet?
Der SPIEGEL arbeitete von 2016 bis Februar 2024 auf Basis einer Kooperationsvereinbarung mit dem Umfrageinstitut Civey zusammen, gab dort regelmäßig Umfragen in Auftrag und bot vertragsgemäß die Möglichkeit an, unter www.spiegel.de per Klick-Tool an Civey-Umfragen teilzunehmen. Civey lieferte Meinungsumfragen, die online live erhoben wurden und deren Ergebnisse nach Angaben des Unternehmens repräsentativ für das Meinungsbild der Deutschen ab 18 Jahren bzw. der jeweils zugrunde liegenden Grundgesamtheit waren.
Wie funktionierte die Civey-Methode?
Civey führte alle Befragungen fortlaufend in Echtzeit auf reichweitenstarken Websites durch, darunter SPIEGEL.de. Die Teilnehmer wurden Civey zufolge in einem mehrstufigen Verfahren verifiziert, um Mehrfachabstimmungen oder Manipulationen zu verhindern. Aus diesem Grund flossen auch Antworten von nicht registrierten Teilnehmern nicht in das Abstimmungsergebnis ein.
Das Meinungsforschungsinstitut führte technische, statistische und inhaltliche Plausibilitätschecks durch. Aus den verifizierten Teilnehmerantworten zog Civey quotierte Stichproben, die nachgewichtet wurden.
Zudem wurden mögliche inhaltliche Verzerrungen bei der Stimmabgabe ausgeglichen. So wurden die ersten Antworten zu einer Umfrage, die in einem Artikel direkt eingebunden sind, aufgrund einer möglichen inhaltlichen Beeinflussung nicht bzw. nur ganz ausnahmsweise für das Abstimmungsergebnis berücksichtigt. Antworten registrierter Nutzer mit widersprüchlichem oder unplausiblem Antwortverhalten flossen ebenfalls nicht in das Abstimmungsergebnis ein.
Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier auf den Seiten von Civey .
Waren die Ergebnisse repräsentativ?
Um repräsentative Ergebnisse zu bekommen, setzte Civey auf das oben beschriebene Vorgehen aus verifizierten Teilnehmern, quotierter Stichprobe und Gewichtungen. Nutzerinnen und Nutzer konnten bei jeder Umfrage sehen, wie viele Menschen bereits teilgenommen haben, wie viele in der Berechnung berücksichtigt wurden und auf welchen Zeitraum sich das aktuelle Ergebnis bezieht.
Zur Bewertung der Ergebnisse legte Civey den aktuellen statistischen Fehler offen. Mithilfe eines Ampelsystems (rot, gelb, grün) war zu erkennen, wie aussagekräftig die Ergebnisse bereits waren.
Wie war der statistische Fehler zu lesen?
Umfrageergebnisse weisen eine Schwankungsbreite auf. Diese zeigten Civey und der SPIEGEL transparent den Leserinnen und Lesern an. Dazu wurden jeweils der durchschnittliche statistische Fehler des Gesamtergebnisses bzw. der Untergruppen wie beispielsweise Wahlabsichten oder Altersstufen ausgewiesen.
Wurde etwa bei der Frage, wen Sie am Sonntag wählen würden, ein Ergebnis für Partei A von 22 Prozent sowie ein statistischer Fehler von 2,5 Prozentpunkten angezeigt, so lag das Ergebnis mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent zwischen 19,5 Prozent und 24,5 Prozent.
Innerhalb der durch den statistischen Fehler aufgespannten Fehlertoleranz sind nicht alle Werte gleich wahrscheinlich. Sie werden zu den Rändern hin unwahrscheinlicher.
Um zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten, ging Civey bei der Schätzung des statistischen Fehlers sehr konservativ vor und wies jeweils nur den theoretisch höchstmöglichen statistischen Fehler einer Umfrage aus (bezogen auf ein Konfidenzintervall von 95 Prozent). Weitere Informationen zur Methodik finden Sie ggf. auf den Seiten von Civey.
Was passierte mit meinen Daten?
Civey hat versichert, dass die persönlichen Daten der Nutzerinnen und Nutzer unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im Einklang mit dem Bundesdatenschutzgesetz und der EU-Datenschutzgrundverordnung erhoben wurden.
Die Daten wurden laut Civey verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und blieben geheim. Automatisierte Prozesse in der Datenbank stellten die Vertraulichkeit und Integrität der Daten sicher. Die Angabe von Geschlecht, Alter und Postleitzahl diente der Ergebnisberechnung. Die Angabe weiterer Daten durch das Abstimmen war freiwillig. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie ggf. hier auf den Seiten von Civey .
Sämtliche Angaben zur Methodik und Repräsentativität der durchgeführten Umfragen sowie zum Datenschutz beruhen auf der Darstellung von Civey.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde nach dem Ende der Kooperation mit Civey im März 2024 aktualisiert.