17-jähriger Beatboxer »Das Coole an meinem Hobby: Man kann immer und überall Musik machen«
Beatboxer kennen mich unter dem Namen Lennsi. Das Coole an meinem Hobby ist: Man kann immer und überall Musik machen. Ich brauche kein Instrument. Sounds erzeuge ich nur mit meiner Stimme und meinem Mund. Zuerst muss man die Basics draufhaben. Sie heißen Kick, Hi-Hat und Snare. Die Begriffe kommen vom Schlagzeug. Die Töne sollen so klingen, als würde man eine Trommel oder die Becken anschlagen.
Vor zweieinhalb Jahren habe ich mit dem Beatboxen angefangen. Ich habe mir viele Videos angeschaut und sehr diszipliniert geübt, bis zu acht Stunden am Tag. Anfangs war das für meine Familie sehr nervig, inzwischen haben sie sich wohl an die Geräusche aus meinem Zimmer gewöhnt. Man muss viel Wasser trinken, weil der Hals austrocknet. Auch der Kiefer tut irgendwann ziemlich weh.
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Ein Instrument zu lernen ist mühsam. Warum tun Menschen sich das an? Darum geht es in der neuen Ausgabe des Kinder-Nachrichten-Magazins »Dein SPIEGEL«. Sängerin Zoe Wees spricht über ihre Songs, Redakteur Marco Wedig beschreibt, wie gut seiner Oma Schlager taten, als sie dement wurde. Außerdem im Heft: Ein Land kauft den Sport – warum Saudi-Arabien Milliarden ausgibt, um die besten Athleten der Welt zu verpflichten. »Dein SPIEGEL« gibt es am Kiosk, ausgewählte Artikel online. Erwachsene können das Heft auch hier kaufen:
Ich habe mit der Zeit eigene Sounds entwickelt. Zum Beispiel eine Art Vogelgezwitscher. Außerdem kann man unterschiedlich pfeifen, je nachdem wie die Zunge im Mund liegt. Ich habe bestimmt zehn verschiedene Whistles drauf. Meine Sounds setze ich zu Routines zusammen, so nennen wir ein komplettes Musikstück. Ich spiele seit zwölf Jahren Klavier, das hat mir sehr geholfen. Ich habe keine Probleme, im Takt zu bleiben.
Wettkämpfe zwischen Beatboxern heißen Battles. Auf einer Bühne fühlt sich alles komplett anders an. Man muss eine Atmosphäre schaffen, die den Gegner verunsichert, und gleichzeitig die Jury überzeugen, dass man der Bessere ist. Jeder hat anderthalb Minuten Zeit. Manchmal kontert ein Beatboxer den anderen. Er wiederholt den Beat des Gegners eins zu eins. Das zeigt, dass er mühelos nachmachen kann, was der andere ewig geübt hat. Das sind die krassesten Momente in den Battles.
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Ich habe die Ostdeutsche Beatbox-Meisterschaft gewonnen und bin bei der Deutschen Meisterschaft angetreten. Mit einem Video habe ich mich für den Grand Beatbox Battle in Japan beworben, das ist der größte Beatbox-Wettkampf der Welt. Ich wurde unter die Top 30 gewählt und darf Ende Oktober in Tokio bei den unter 18-Jährigen antreten. Das war schon immer mein großer Traum. Ich hätte nie gedacht, dass es so schnell klappt.
Dieses Protokoll erschien in »Dein SPIEGEL« 11/2023.
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