Eisbären Berlin: 12-jähriges Talent Lauritz will Eishockey-Profi werden - DER SPIEGEL
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Aus Dein SPIEGEL »Ich möchte Eishockey-Profi werden«

Lauritz geht auf eine Sportschule und spielt Eishockey bei den Eisbären Berlin. Hier erzählt der 12-Jährige, worauf es dabei ankommt.
Protokoll: Friederike Bieber • • aus DEIN SPIEGEL 2/2024

»Wenn ich mich für ein Training oder ein Spiel anziehe, dann dauert das einige Zeit. Ich brauche Schienbeinschoner, Stutzen, eine gepolsterte Hose, einen Brustpanzer, ein Trikot, Ellenbogenschoner, einen Helm mit Gitter, Handschuhe und natürlich Schlittschuhe und einen Schläger.

Seit sechs Jahren spiele ich Eis­hockey und trainiere seit drei Jahren in der U13-Mannschaft der Eisbären Berlin. Das ist ein bekannter deutscher Eishockey-Verein, dessen Profimannschaft schon neunmal deutscher Meister geworden ist.

Beim Eishockey treten zwei Mannschaften mit jeweils fünf Spielern plus Torwart auf einer Eisfläche gegeneinander an. Das Ziel ist es, den Puck, eine dicke Scheibe aus hartem Gummi, in ein relativ kleines Tor zu schießen. In Punktspielen spiele ich auf der Sturmposition und konzen­triere mich vor allem darauf, Tore zu schießen, während andere Spieler unser Tor verteidigen.

Ein Spiel dauert 60 Minuten. Weil es aber oft unterbrochen wird und es nach jedem Drittel eine Pause gibt, zieht es sich oft über zwei Stunden.

Mit seiner Mannschaft ist Lauritz in der Saison 2021/22 ostdeutscher Meister geworden.

Mit seiner Mannschaft ist Lauritz in der Saison 2021/22 ostdeutscher Meister geworden.

Foto: Julia Steinigeweg / Dein SPIEGEL

Zum Eishockey bin ich über meinen Vater gekommen, der Inlinehockey spielt. Das ist eine Variante des Eishockeys, bei der man nicht auf Eis, sondern in einer Halle auf Inlineskates spielt. Schon im Alter von drei Jahren habe ich meinen Vater begleitet und zusammen mit ihm Inlinehockey ausprobiert, obwohl mir die Ausrüstung damals noch viel zu groß war. Mit fünf Jahren habe ich dann mit dem richtigen Training begonnen.

Ein Jahr später hat mich ein Eis­hockey-Trainer in der Halle spielen sehen. Er fragte mich, ob ich Lust hätte, in seinem Verein Eishockey zu spielen. Seitdem bin ich dabei.

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Foto: Dein SPIEGEL

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Vor drei Jahren bin ich mit meiner Familie nach Berlin gezogen. Ich habe dann bei den Eisbären Berlin ein Probe­training gemacht – und wurde in den Verein aufgenommen.

Diesen Sommer bin ich in die 7. Klasse gekommen und auf eine Sportschule gewechselt: das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin. Wer dort zur Schule gehen möchte, muss zwei Tests absolvieren, die Sichtungen genannt werden. Bei diesen Sichtungen beobachten zehn Trainer die Teilnehmenden und entscheiden anschließend, wer an der Sportschule aufgenommen wird. Ich musste dort zeigen, ob ich auf Schlittschuhen gut vorwärts, rückwärts und auf einem Bein fahren kann. Außerdem musste man sprinten, schnell stoppen und sich drehen. Und natürlich sollte man mit dem Eishockeyschläger und dem Puck gut umgehen können.

Seit dem Sommer bin ich nun jeden Tag bis zum späten Nachmittag in der Schule. Wir haben an vier Tagen pro Woche vor oder nach dem Unterricht Training. Die Einheiten dauern zweieinhalb bis drei Stunden. Wir haben unter anderem Spieltraining auf dem Eis, aber auch Athletiktraining, bei dem wir Gewichte stemmen, Liegestütze und Sit-ups machen sowie Schüsse üben.

In der Schulwoche bleibt mir eigentlich kaum Zeit für andere Dinge. Wenn ich abends nach Hause komme, esse ich noch etwas und gehe dann schlafen. Zum Glück sind alle meine Freunde mit mir in der Klasse, die sehe ich dann jeden Tag in der Schule.

Auch am Wochenende geht es bei mir viel um Eishockey. Während der Wintersaison haben wir an vielen Wochenenden Punktspiele gegen andere Mannschaften. An freien Tagen verabreden wir uns meistens in der Eishalle und sehen unseren Freunden aus den anderen Altersklassen bei ihren Spielen zu. Und wir gehen zu den Spielen der Eisbären-Profis und feuern sie an.

Ich möchte später auch Eis­hockey-Profi werden. Mein Traum ist es, in der Deutschen Eishockey Liga oder in der National Hockey League in den USA zu spielen.

Meine Mutter macht sich manchmal Sorgen, weil man sich beim Eishockey oft verletzt. Es kommt zum Beispiel häufig vor, dass man mit anderen Spielern zusammenstößt oder gegen die Bande gedrückt wird. Dabei kann natürlich etwas passieren. Ich habe ab und zu Schmerzen im Knie oder im Arm, weil ich angerempelt wurde, einmal habe ich mir fast die Schulter ausgerenkt. Und meine linke Hand ist gebrochen, als ich damit den Puck geblockt habe. Aber ich versuche, während des Spiels oder Trainings nicht zu sehr über die Gefahren nachzudenken, weil ich sonst nicht mehr gut spielen könnte.«

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass Lauritz mit seiner Mannschaft in der vergangenen Saison ostdeutscher Meister geworden ist. Richtig ist, dass Lauritz und sein Team den Titel in der Saison 2021/22 gewannen. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

Dieses Protokoll erschien in »Dein SPIEGEL« 2/2024.

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