Pyramide aus Fässern: Beschlagnahmter Alkohol während der Prohibition - DER SPIEGEL
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Augenblick mal! Welche Hochstapler waren hier am Werk?

Monument aus Fässern: Welche Scherzbolde haben denn diese gigantische Pyramide aus Tonnen voller Bier und Schnaps errichtet? Und warum nur? Jeden Monat präsentiert einestages ein verblüffendes Foto - und erzählt die Geschichte dahinter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was war denn da los? Auf den ersten Blick sieht dieses Bauwerk entweder aus wie eine schlanke Maya-Pyramide oder ein übergewichtiges Washington Monument - auf den zweiten Blick wie das Photoshop-Experiment eines Spaßvogels. Denn was sich da in den Himmel reckt, ist ein 33 Etagen hoher Turm aus Fässern. Fässern voller Alkohol, um genau zu sein. Planten die Menschen, die vor diesem respekteinflößendem Spirituosenstapel wie Insekten wirken, möglicherweise das aufwendigste Trinkspiel der Welt?

Weit gefehlt. Das Bild wurde in den USA aufgenommen und die Baumeister dieses Kolosses sind aller Wahrscheinlichkeit nach Männer des Gesetzes. Entziffert man dann noch die Jahreszahl, die mit weißer Farbe auf die Konstruktion gepinselt wurde - 1924 - ahnt man, dass dies nicht gerade die beste Zeit für Trinkgelage war. Schließlich galten von 1920 bis 1933 die strengen Gesetze der Prohibition.

Deshalb drohte diesem, sich weit in den Himmel reckenden Alkohol-Turm ein eher ernüchterndes Schicksal. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach waren die Fässer beschlagnahmte Genussmittel erfolgreicher Razzien. Und wie Ermittler heute stolz vor großen Rauschgiftfunden posieren, präsentierten diese Fahnder auf die denkbar aufwendigste Methode ihre Erfolge im Kampf gegen den Alkohol - bevor kurz darauf alles vernichtet wurde. Na dann Prost!

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