100 Jahre Dada in Zürich "Gadji beri bimba glandridi"
Geburtsstätte für eine revolutionäre Bewegung: In der Kneipe Cabaret Voltaire in der Zürcher Spiegelgasse wurde vor 100 Jahren das begründet, was heute unter dem so einprägsamen wie rätselhaften Begriff "Dada" bekannt ist.
"Dada ist kein Stil, sondern eine Behauptung", heißt es im "Dada Hand Buch" des Cabaret-Voltaire-Direktors Adrian Notz.
"Dada hat alle damals bestehenden Avantgardeströmungen wie den Expressionismus, den Futurismus und den Kubismus in sich aufgenommen - und verdaut oder unverdaut wieder von sich gegeben", schreibt Dada-Experte Adrian Notz.
Neben Hans Ball gehörte Tristan Tzara zu den Dada-Begründern.
Das Cabaret Voltaire in Zürich heute: Hier wurde Dada am 5. Februar 1916 von Hugo Ball, Tristan Tzara, Marcel Janco, Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings und Richard Huelsenbeck aus der Taufe gehoben.
Nicht nur im Cabaret Voltaire ist man sich der Tatsache bewusst, dass Zürich vor 100 Jahren zur Geburtsstätte einer internationalen Bewegung wurde, die bald auch Künstler in Berlin und Köln, in Paris, New York und selbst in Lateinamerika und Japan inspirierte.
Werbeposter für Kopfwasser: Die Dadaisten lehnten alles vorher dagewesene ab und schufen eine Art Anti-Kunst.
"Durch den Krieg wurde das Gefühl verstärkt, dass es in der Kultur - wie Hugo Ball sagte - keine Fundamente mehr gab, keine Pfeiler und Stützen", sagt die Berliner Kunsthistorikerin Hanne Bergius.
Die Dadaisten hätten sich durch ihre Ironie einen "Pessimismus der Stärke" erhalten, sagt Bergius in einem Interview mit der Zeitschrift "art". "Erschüttert zu sein, doch zugleich unberührt zu bleiben, das heißt auch: Leichtigkeit im Schweren zu gewinnen."
Souvenirs im Cabaret Voltaire: Aus Dada wurde eine Kunstrichtung, auf die später auch die Schöpfer des Surrealismus, der Pop-Art und des Punk zurückgreifen sollten.
An 165 Tagen in diesem Jahr will der Verein dada100Zürich2016 die Begründer der Dada-Bewegung ehren.