Trotz Brandblasen Und ewig lockt die Welle
Engelslocken: Die "Drei Engel für Charlie", Farrah Fawcett (v.l.), Kate Jackson und Jaclyn Smith bestimmten in den siebziger Jahren den Haartrend - langes Haar, große Locken.
Krausige Kidman: Schauspielerin Nicole Kidman 1983 mit Pudelfrisur
Friseur und Ingenieur: Der deutsche Barbier Karl-Ludwig Nessler hat nicht nur die Dauerwelle erfunden. Der Coiffeuer aus dem Schwarzwald hielt auch noch einige andere Patente. Hier führt er gerade seinen Hautverjüngungsapparat "Cha Ness" vor.
Hund unter der Haube: Zwei ältere Damen nahmen ihren Hund zum Friseurtermin gleich mit, aufgenommen 1968 in London.
Immer Locke bleiben: Auch Thomas Anders von Modern Talking kopierte Farrah Fawcetts Frisuren aus den siebziger Jahren und nahm den Dauerwellen-Trend mit in die Achtziger. Sein Bandkollege Dieter Bohlen entschied sich lieber für Vokuhila.
Alien-Invasion per Gedankenkontrollapparat?: Nein, nur eine elektrische Dauerwellen-Maschine. Eine Frau lässt eine Dauerwellen-Behandlung mit einem neuen elektrischen Vier-Volt-Dauerwellenapparat über sich ergehen. Stromschläge muss sie nicht befürchten, die Medizinische Gesellschaft hatte die Maschine zuvor als sicher befunden.
Locker vom Hocker: Bei einigen ausgewählten Exemplaren hält sich der Dauerwellentrend bis heute. Bestes Beispiel - Wolfgang Petry.
Miss Dauerwelle: Miss Amerika von 1926 erhält eine Dauerwelle. Karl-Ludwig Nessler schaut zufrieden zu.
Lock'n'Roll: Die Flippers 2005 bei einem Fernsehauftritt. Die Schlagerband kann keine Skandale, keine Drogen und keine Affären aufweisen - dafür seit Jahrzehnten eine Welle auf dem Kopf.
Lockenkopf: Selbst Kindern wurden in den dreißiger Jahren Dauerwellen verpasst. Auf diesem Foto von 1930 entfernt ein Friseur gerade die Tuben, mit denen die Haare gelockt wurden.
Elocktrisch geladen: Bei einem Konzertauftritt in Japan schüttelt die US-Sängerin Beyoncé Knowles eindrucksvoll ihre Lockenmähne.
Locker mit Locke: Atze Schröder posiert 2006 im Miniaturwunderland in Hamburg - die Dauerwelle ist das Markenzeichen des Komikers. Bei dieser Haarpracht handelt es sich allerdings um eine Perücke.
Werbung für die Dauerwelle: Erste Anzeige für die "dauerhafte Haarwelle" in einer englischen Frauenzeitschrift im Jahre 1908
Alles glatt gemacht: 1989 mochte Cher es noch lockig. Die Königin der Schönheitsoperationen strahlt heute noch wie in den achtziger Jahren. So glatt wie ihre Haut ist inzwischen auch ihr Haar.
Pfui, Dauerwelle: Der Niederländer Frank Rijkaard (r.) mit Naturkrause bespuckt beim WM-Achtelfinale 1990 in Mailand Dauerwellen-Fußballer Rudi Völler.
Puppen-Welle: Der Locken-Trend machte auch vor Puppen nicht halt. Die junge Besitzerin der zwei Plastik-Damen wartet geduldig auf das Ende der Behandlung bei einem Wiener Friseur.
Auch sie will die Welle: Mariah Carey lockt mit Locken.
Merkwürdige Konstruktion: Ältester erhaltener Dauerwellenapparat von Karl-Ludwig Nessler aus dem Jahre 1909
Pop-Welle: Auch Sänger David Bowie konnte Anfang der Siebziger der Dauerwelle nicht widerstehen.
Sie hält und hält und hält: Schwimmstar Franziska von Almsick beweist, dass die Dauerwelle auch bei nassem Haar nicht verschwindet.
Ausdauernder Dauerwellenliebhaber: Der "Baywatch"-Bademeister David Hasselhoff mag es dauerlockig - in den achtziger Jahren und auch heute noch.
Jugendsünde: Fernsehmoderator Kai Pflaume im Frisiersalon des Hotels Intercontinental. Das Foto im Hintergrund zeigt ihn als 16-Jährigen mit frisch gestylten Dauerlocken. Damals jobbte er als Page dort.
Wellenmaschine: Den Dauerwellen-Hype erfasste früh auch die Männerwelt. Hier ein Friseurkunde anno 1925.
Nestle-Wellen: Deutschsprachige Broschüre über "Haarwellen am lebenden Kopf". Karl-Ludwig Nessler hatte sich seine Erfindung 1908 in London patentieren lassen.
Zwei verlockte Frauen: Mit chemischen Locken verdrehte Glenn Close (l., mit Anne Archer) in "Eine verhängnisvolle Affäre" (1987) ihrem Filmkollegen Michael Douglas den Kopf.
Wuschel-Whitney: Wind von Links, die Locken sitzen, Whitney Houston strahlt. Das Foto von 1986 zeigt die Sängerin bei den American Music Awards.
Relikt mit Welle: "Schöne Maid hast du heut' für mich Zeit", sang der examinierte Opernsänger Tony Marshall schon Anfang der Siebziger und ließ dazu flockig seine Locken wippen. Seine großen Zeiten sind heute längst vorbei, die Löckchen sind geblieben.
Lockstar: Verwandlungskünstlerin Madonna nutzte die Chemo-Welle in den achtziger Jahren, um sich regelmäßig neu zu erfinden (Foto von 1986).
Denkmal mit Locken - Karl Ludwig Nessler - Dauerwellenerfinder aus Todtnau: Dem in Todtnau geborenen Dauerwellenerfinder Karl Ludwig Nessler (1872 bis 1951) und seiner Ehefrau Katharina erwies die Todtnauer Narrenzunft 1860 e.V. anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens im Januar 2010 Reverenz. Hier sind Oberzunftmeister Jürgen Wehrle und Marschall Astrid Laile mit dem neuen Einzelpaar der Todtnauer Fasnet in der Dauerwellenausstellung des Vereins für Heimatgeschichte in Todtnau zu sehen. Das neue Paar begleitete die 13 Häsgruppen der Todtnauer Narrenzunft und den Zunftrat bei Umzügen.
Bild von einestages-Leserin Karin Maier
"Folterwerkzeug" einer Friseurin: Aus dem Nachlass meiner Mutter, die Anfang der dreißiger Jahre als Friseurin in Salzwedel ausgebildet wurde und dann auch als Gesellin dort arbeitete, stammen diese Lockenzangen für Dauerwellen. Die Zangen wurden auf einem Ofen erhitzt, dann in die Haare der Kundinnen gewickelt. Wer unvorsichtig damit hantierte, zog sich schnell Brandblasen zu.
Geburtshaus Nesslers: Am Geburtshaus des Dauerwelle-Erfinders Karl Ludwig Nessler in Todtnau (Schwarzwald) ist eine Gedenktafel zur Erinnerung an den berühmten Sohn der Stadt angebracht.