Ford Modell T Vom Hinterwäldler bis zum Hollywood-Star
Revolution auf Rädern: Zwei Helfer schieben ein Ford Modell T von 1914 über das Gelände der historischen Ford-Fabrik in Detroit. Die Bedienung des Oldtimers mag heutigen Autofahrern sicher etwas kompliziert vorkommen, bei seiner Einführung war das Model T jedoch das am komfortabelsten zu bedienende Auto. So wurde das Modell T von Anfang an auch von vielen Frauen gefahren - in einer Zeit, in der sie noch nicht einmal wählen durften. Ford sprach daher die Frauen als Käufergruppe direkt an und frühe Frauenrechtlerinnen lobten das Auto als großen Fortschritt.
"Solange es schwarz ist": Blankgeputzt und in Reihen aufgestellt warten neue Ford Modell T 1925 auf ihre Käufer. Henry Ford hatte mit der sogenannten Tin Lizzy den ersten "Volkswagen" geschaffen: Er war so billig, dass ihn sich sehr viele Menschen leisten konnten. Ein Grund für den niedrigen Preis des Fahrzeugs war die rigorose Standartisierung der Bauteile. Individualität wurde beim Modell T ganz klein geschrieben. So soll Henry Ford gesagt haben, das Modell T sei in jeder Farbe zu haben - solange es schwarz sei.
Reifenwechsel: Um ein Ford Modell T zu reparieren, brauchte es zumeist nicht mehr als einen Satz Schraubenzieher, eine Zange und ein paar andere Werkzeuge, die jeder zuhause hatte.
Im Modell T durch die Wüste: Ein Ford Modell T tuckert 1923 zwischen Lehmhütten in der Nähe der ägyptischen Oase Siwa hindurch. Der Brite Thomas E. Lawrence, der später als "Lawrence von Arabien" bekannt wurde, ließ die Kamele seiner Truppen durch T-Modelle ersetzen, als er während des Ersten Weltkriegs im Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich mitkämpfte.
Pflug-Auto: Mit vergleichbar wenigen Handgriffen konnte jeder sein Modell T so verändern, dass es den eigenen Bedürfnissen entsprach. Hier hat ein amerikanischer Farmer 1915 sein Auto zu einem Pflug umgebaut.
Mit Schottenrock im Ford: Stolz präsentiert ein Teilnehmer der Parade zum Geburtstag des Modell T in Edinburgh sein Schmuckstück. An diesem 19. Mai 2008 waren 89 der Oldtimer zusammengekommen, und machten die Parade zum größten Modell-T-Treffen in Großbritannien.
Der Erste und der Zehnmillionenste: Der Autofabrikant Henry Ford zwischen zwei Erfolgsmodellen - dem Quadricycle, seinem allerersten Auto und dem Modell T mit der Herstellungsnummer 10.000.000. Das Modell T wurde zwischen 1908 und 1925 etwa 15 Millionen Mal verkauft und so zum weltweit meist verkauftesten Auto - ein Titel, der ihm erst 1972 vom VW Käfer abgenommen wurde.
Heuernte mit der Tin Lizzy: Gerade bei der Landbevölkerung war das Modell T äußert beliebt. Es war in der Haltung sehr viel billiger als Pferd und Wagen, dabei aber sehr vielseitig und leicht zu reparieren. Diese englischen Bauern setzten ihre Tin Lizzy im Juni 1922 zur Heuernte ein.
Klassentreffen: Bereits im Juli 2008 feierte Richmond, Indiana, das 100. Jubiläum des Ford Modell T. Ein guter Grund für Besitzer und Freunde der amerikanischen Autoikone, die Kleinstadt zu besuchen. So kam es zu der größten Ansammlung an Modell T seit dem Beginn der Produktion im Oktober 1908.
In der Reihe: Arbeiter der Ford-Fabrik in Highland Park, Michigan, setzen die Karosserie auf die in Reihe anrollenden Modell-T-Fahrgestelle. Durch die Fließband-Produktion konnten bei Ford mehr Autos in kürzerer Zeit billiger hergestellt werden.
Arbeit bei Ford: Zwei Arbeiter setzen 1914 einen Motor in das Fahrgestell eines Ford Modell T. In den amerikanischen Ford-Werken wurde zu dieser Zeit jeder eingestellt, der arbeiten wollte - unabhängig von Berufserfahrung oder Ausbildung. Das Fließband teilte die Produktion in so kleine Arbeitsschritte, dass für deren Ausübung so gut wie keine Vorkenntnisse notwendig waren.
Sonntagsausflug mit der Tin Lizzy: Wie vor hundert Jahren, als das erste Modell T aus den Ford-Werken auf die Straße rollte, tuckern diese stolzen Besitzer mit ihrer Tin Lizzy im Juli 2008 durch die Straßen von Richmond, Indiana. Sie trafen sich mit anderen Fahrern des heute etwas skurril anmutenden Autos, um seinen Geburtstag zu feiern.
Ford T als Filmstar: Fords Modell T war nicht nur billig und leicht umzubauen, es war auch äußerst robust. Daher wurde es in den zwanziger und dreißiger Jahren gern in Filmen für frühe "special Effencts" eingesetzt. Gerade in den Slapstickfilmen von Stan Laurel und Oliver Hardy (hierzulande als "Dick und Doof" bekannt), spielte die "Blechliesel" häufig die dritte Hauptrolle - wie hier in "County Hospital" von 1932.
Hoher Besuch: Obwohl Ford längst elegantere Autos baut, lies es sich Bill Ford jr., der Vorstandsvorsitzende der Ford Motor Company nicht nehmen, Microsoft-Gründer Bill Gates im April 2004 in einem Modell T zu einer Konferenz im hauseigenen Konferenz und Event-Center zu kutschieren.
Auf großer Fahrt: Ein stolzer Besitzer mit seinem Ford Modell T im März 1965 im Hafen des britischen Southampton vor dem Kreuzfahrtschiff "Queen Elizabeth". Die Produktion des T-Modells war offiziell bereits am 26. Mai 1927 eingestellt worden, doch viele fuhren ihre treuen "Tin Lizzies" einfach weiter.
Henry Ford und sein Modell T: Stolz präsentiert der Autofabrikant Henry Ford sein Meisterstück. In einer Zeit, in der der größte Teil der amerikanischen Bevölkerung noch auf dem Land und ohne Elektrizität lebte, träumte er bereits davon, jeden Amerikaner mobil zu machen. Autos sollten nicht länger nur ein Spielzeug für die Reichen sein. Mit seinem Modell T nahm er ab 1908 schließlich auch diejenigen mit, die das Auto-Zeitalter bis dahin stehen gelassen hatte.
Ein Auto für Alle: Eine amerikanische Werbeanzeige von 1914 wirbt für das Modell T Coupelet als das perfekte Auto. Es hatte ein Verdeck, das je nach Wetter geschlossen oder geöffnet werden konnte - das ganze Jahr hindurch. Der Anzeige nach war es zudem genauso geeignet für Ärzte, Architekten und Geschäftsleute, die ein großes Gebiet abdecken mussten, wie für Frauen, die ihr eigenes Auto fahren wollten.
Ganz bunt: Oldtimer-Fans bewundern die aufgereihten Ford Modell T, die im Mai 2008 in Edinburgh zur Geburtstagsfeier des Autos versammelt sind. Es heißt zwar immer, das Model T sei nur in Schwarz erhältlich gewesen, jedoch wurde diese Farbenpolitik erst 1913 mit der Fließband-Herstellung eingeführt. In den ersten fünf Produktionsjahren war das Modell T auch in vielen verschiedenen Farben erhältlich.
Stummfilmstar: Stan Laurel und Oliver Hardy in "Big Business". Auch hier war das Modell T mit dabei.
Mit Chauffeur: Nicht nur auf dem Land liebten die Menschen Fords Modell T, auch Städter schätzten den Komfort dieses motorisierten Gefährts. Ab Werk gab es zwar nur ein sehr einfaches Modell zu erwerben, aber es konnten allerlei Extras dazu geordert werden. In Kauf- und Versandhäusern gab es bald ebenfalls nützliches und unnützes Zubehör.
Eine Parade zum Geburtstag: Als die Produktion des Modell T bei Ford 1927 eingestellt wurde, war jedes zweite Auto in den USA ein Ford. Heute existieren noch etwa 100.000 Exemplare weltweit. Und sie laufen noch immer, wie hier bei einer Parade zum hundertsten Geburtstag im Mai 2008 im schottischen Edinburgh.
Ford Modell T: Ein frühes Ford Modell T - spätere Modelle waren auch mit Dach erhältlich. So gab es das Modell T bald auch als Touring, Roadster, Fordor, Coupe und Sedan. Mit dem Modell T wurde auch der Grundstein eines Prinzips gesetzt, nach dem heute noch Autos gebaut werden: Ein Fahrgestell - verschiedene Karosserievarianten.
Die Vergangenheit vor der Tür: Zum 100. Geburtstag sind einige Modell T vor Fords Hauptniederlassung in Detroit geparkt. Jährlich bestaunen hier Tausende Touristen die Oldtimer, mit denen Henry Ford einst die "Welt auf Räder stellte".
Paper Moon: In amerikanischen Filmen, die in den Zwanziger- und Dreißigerjahre spielen, sind im Straßenbild eigentlich immer Modell T zu sehen. Wie etwa in "Paper Moon" von 1973 über die Zeit der Depression.