100 Jahre Vertikalflug - DER SPIEGEL
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100 Jahre Vertikalflug Start außer Kontrolle

Die Erfindung des Hubschraubers war alles andere als ein Senkrechtstart: Bis sich der Apparat präzise steuern ließ, vergingen Jahrzehnte. Auftrieb gaben ihm schließlich die Bedürfnisse der Militärs.
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3-Seitenansicht des Cornu-Hubschraubers: Der erste frei fliegende und - zumindest ansatzweise - steuerbare Hubschrauber, entworfen von Paul Cornu. Der Erstflug fand am 13. November 1907 in Coquainvillers (Frankreich) statt.

Technische Daten

Antrieb: Ein 8-Zylinder Antoinette V-Motor mit 24 PS bei 1.200 U/min

Leermasse: 190 Kilogramm Startmasse: 260 Kilogramm

Rotordurchmesser: je 6 Meter

Zeichnung: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Cornu-Hubschrauber: Der Cornu Hubschrauber bestand aus einem offenen V-Rahmen in dem Motor, Pilotensitz und Kraftstofftanks untergebracht waren. Die Rotoren befanden sich an beiden Enden des Rahmens und wurden über einen Riemen mit einer Gesamtlänge von etwa 20 Metern angetrieben. Zur Richtungssteuerung seines Hubschraubers verwendete Cornu zwei Steuerflächen, die unter den beiden Rotoren montiert waren und den Luftstrom in die gewünschte Richtung umlenkten. Zudem war bereits eine kollektive Blattverstellung zur Steuerung des Auftriebs vorhanden.

Quelle: Archiv Hubschraubermuseum Bückeburg

Foto: Gunther Winkle
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Focke-Hubschrauber FW 61: Hubschrauberpionier Henrich Focke entschied sich beim Bau seines erfolgreichen Experimentalhubschraubers FW 61 für die seitliche Anordnung von zwei Hauptrotoren, die gegenläufig drehten und so für den nötigten Drehmomentausgleich sorgten. Die FW 61 gilt als erster praktisch verwendbarer Hubschrauber. Für Focke war die Maschine jedoch lediglich ein Zwischenschritt zum Bau des größeren Hubschraubers FA 223.

Quelle: Archiv Hubschraubermuseum Bückeburg

Foto: Gunther Winkle
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Flettner-Hubschrauber Fl 282: Der deutsche Hubschrauber Flettner Fl 282 "Kolibri" gilt als fortschrittlichster Drehflügler des 2. Weltkriegs. Augrund der hohen Flugstabilität waren selbst bei schlechten Wetterbedingungen noch Starts und Landungen auf schwankenden Schiffsdecks möglich. Eine Besonderheit dieser Maschine war der so genannte "Flettner Doppelrotor".

Foto: Gunther Winkle
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Focke-Hubschrauber FA 223: Der deutsche Hubschrauber FA 223 "Drache" von 1941 zeigte gute Flugeigenschaften und konnte schon damals Lasten von bis zu 700 Kilogramm heben. Zur Erprobung gehörten auch Flüge bei Windgeschwindigkeiten von über 20 Meter pro Sekunde und eine umfassende Gebirgsprüfung im bayerischen Karwendelgebirge.

Quelle: Sammlung Carl Bode (Testpilot auf der FA 223)

Foto: Gunther Winkle
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Sikorsky-Hubschrauber VS-300: Bei seinem ersten erfolgreichen Hubschrauber VS-300 führte der amerikanische Hubschrauberpionier Igor Sikorsky einen Grossteil der Flugerprobung persönlich durch. Dabei war er meist mit Mantel und Hut bekleidet. Die VS-300 war der erste erfolgreiche Hubschrauber mit Haupt- und Heckrotor.

Quelle: Sikorsky

Foto: Gunther Winkle/Igor Sikorsky
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Sikorsky-Hubschrauber R-4: Ab 1945 war die zweisitzige Sikorsky "R-4" (R = "Rotorcraft") der erste Serienhubschrauber der US Streitkräfte und kam noch während des 2. Weltkrieges im Pazifik zum Einsatz. Mit der R-4 gelang den Amerikanern 1945 die erste Rettung eines abgeschossenen Piloten hinter den feindlichen Linien.

Foto: Gunther Winkle/Igor Sikorsky
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Sikorsky S-58C: Die Sikorsky S-58 aus den 1950er Jahren wurde unter der militärischen Bezeichnung "H-34" auch bei der Bundeswehr als Transporthubschrauber eingesetzt. Die abgebildete Maschine ist jedoch eine zivile S-58C für maximal 12 Passagiere und wurde speziell für die TV-Produktion "Die Sturmflut" vorübergehend mit einer Bundeswehrlackierung versehen. Die Maschine gehört zur Flotte der Meravo Luftreederei in Oedheim und ist das letzte fliegende Exemplar dieses Hubschraubertyps in Europa.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Kaman-Hubschrauber K-225: Der Amerikaner Charles H. Kaman gehörte zu den ersten Hubschrauberpionieren, die schon früh von der Leistungsfähigkeit von Turbinenantrieben überzeugt waren und ersetzte 1951 an seinem zweisitzigen Experimentalhubschrauber K-225 den anfänglich verwendeten Kolbenmotor durch eine Lycoming 0-453-A2 Turbine mit 450 PS. Am 11. Dezember 1951 startete die K-225 dann als erster Turbinenhubschrauber weltweit zum Erstflug. Kurze Zeit später ging die in Frankreich mit Anfangsunterstützung durch Prof. Focke entwickelte SNCASE Alouette II als erster Serienhubschrauber mit Turbinenantrieb in die Luftfahrtgeschichte ein. Jetzt hatte bei den Hubschraubern das Turbinenzeitalter begonnen.

Quelle: Charles H. Kaman

Foto: Gunther Winkle/Charles H. Kaman
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Hubschrauber Alouette II: Die fünfsitzige französische Alouette II war ab 1955 der erste Turbinenhubschrauber, der in Serie gebaut wurde. In den darauf folgenden 40 Jahren wurde diese Maschine in ganz Europa als militärischer Schulungs- und Verbindungshubschrauber eingesetzt. Auch die meisten Polizeihubschrauberstaffeln flogen zunächst diesen Typ.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber Bell UH-1: Der Entwurf der Bell UH-1, die später als "Huey" bezeichnet wurde, geht auf eine Ausschreibung der US-Army aus dem Jahr 1954 zurück. Damals wurde ein Mehrzweckhubschrauber für den Truppen- und Verwundetentransport, sowie zur Pilotenschulung benötigt.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber Sikorsky CH-53G der Bundeswehr: Bei einem Massenanfall von Erkrankten oder Verletzten wird in Deutschland der Großraumrettungshubschrauber (GRH) Sikorsky CH-53G der Bundeswehr eingesetzt. Er wird dabei mit vier medizinischen Notfallteams besetzt und kann bis zu 12 Patienten transportieren.

GRHs der Bundeswehr sind auch bei Auslandseinsätzen stets mit dabei und sind die größten Rettungshubschrauber innerhalb der NATO.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber BO 105: Der gelenklose Rotor "System Bölkow" mit vier glasfaserverstärkten Kunststoffblättern, verleiht der Bo 105 seit ihrem Erstflug im Jahr 1967 eine nie zuvor da gewesene Stabilität und Manövrierfähigkeit. Ab den frühen 1970er Jahren wurde mit diesem Hubschraubertyp das deutsche Luftrettungsnetz aufgebaut. Die abgebildete Maschine wird vom Bundesministerium des Innern (BMI) als Zivilschutzhubschrauber betrieben und ist mit dem Funkrufnamen "Christoph 2" auf dem Dach der BG Klinik in Frankfurt stationiert.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber Bell UH-1: Der militärische Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1 wird in der zivilen Version als "Bell 205" bezeichnet und unter anderem auch vom California Department of Forestry and Fire Protection (CDF) eingesetzt.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber Boeing CH-47 "Chinook": Die Tandemhubschrauber der Firma Boeing zählen zu den wenigen Ausnahmen ohne Heckrotor. Die vorne und hinten angeordneten Hauptrotoren ermöglichen bei der Beladung einen relativ weiten Schwerpunktbereich und machen die Maschine im taktischen Flugbetrieb weniger windanfällig. Wie bei den Kamov- Hubschraubern mit ihren Koaxialrotoren wird auch bei der Chinook die gesamte Antriebsleistung in Auftrieb umgesetzt.Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber MD 901 "Explorer": Der amerikanische Hubschrauber MD 901 gilt als stärkster Konkurrent zur europäischen EC 135. Auch diese Maschine wird häufig im Polizei- und Rettungsdienst eingesetzt. Eine Besonderheit ist ein spezielles Gebläse am Heck, das den Heckrotor ersetzt. Solche Hubschrauber werden als "NOTAR" Helikopter (No Tail Rotor) bezeichnet und gelten bei bodennahen Flügen als besonders sicher. Ein Hubschrauber mit einem konventionellen Heckrotor hätte in diesem Gelände nicht landen können, da die Gefahr einer Hindernisberührung zu groß wäre.

Foto: Gunter Winkle

Foto: Gunther Winkle/Gunter Winkle
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Hubschrauber Kamov Ka-32: Die russische Firma Kamov setzt bei ihren Konstruktionen auf zwei gegenläufige, koaxial angeordnete Hauptrotoren. Da bei diesem Prinzip kein Heckrotor benötigt wird, kann die gesamte Triebwerksleistung in Auftrieb ungesetzt werden.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber Mil Mi-26 und Robinson R-22: Die russische Mil Mi-26 im Hintergrund ist der größte und schwerste in Serie produzierte Hubschrauber der Welt. Der Durchmesser des 8-blätterigen Hauptrotors beträgt 32 Meter. Als Antrieb der bis zu 56 Tonnen schweren Maschine dienen zwei Turbinentriebwerke mit jeweils 11.200 PS. Die R-22 im Vordergrund ist ein zweisitziger amerikanischer Leichthubschrauber und wird überwiegend von Privatpiloten genutzt. Als Antrieb dient ein konventioneller Vierzylindermotor mit 145 PS.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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Hubschrauber Eurocopter EC 135: Die EC 135 zählt zu den modernsten Hubschraubern des deutschfranzösischen Eurocopter Konzerns und wird in vielen Ländern als Polizei- oder Rettungshubschrauber eingesetzt.

Foto: Gunther Winkle

Foto: Gunther Winkle
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RI 30 Koaxial Helikopter: Flug des Prototypen des RI 30 Koaxial Helikopters der russisch-deutschen Kooperation ROTOR International.

Quelle: Firmenarchiv ROTOR International

Foto: Christian Frey/Firmenarchiv ROTOR International
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Einmann-Hubschrauber zum Selbstbauen: Ein etwas anderer Hubschrauber - der Mosquito XE, winzig aber dennoch ein echter Senkrechtstarter. Die Technikfreunde und DIY Freaks unter uns wird es freuen - der ist nur als DIY kit zu kaufen und zum Selbstbauen gedacht.

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Focke-Borgward "Kolibri I": Der erste deutsche Nachkriegshubschrauber mit der Bezeichnung "Kolibri I" entstand ab 1956 unter der Leitung von Prof. Focke beim Automobilhersteller Borgward in Bremen. Der zweite Prototyp des Kolibri (im Vordergrund) war bereits mit einer geschlossenen Kabine ausgestattet.

Foto: Gunther Winkle/Hubschraubermuseum Bückeburg
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Fw 61 V1 bei einer Flugvorführung in der Deutschlandhalle: 1938 sollte der von der Firma Focke-Achgelis & Co. GmbH gebaute Tragschrauber Fa 61, bei der Kolonialschau "Ki sua heli", der breiten Öffentlichkeit vorgeführt werden. Durch einen Unfall im Vorfeld der Schau, musste dann doch der von Focke-Wulf entwickelte Vorgänger Fw61 V1, zu diesem Zweck eingesetzt werden. Der erste Indoor-Flug (Deutschlandhalle Berlin) in Verbindung mit der Wahl von Hanna Reitsch als Pilotin sorgten für dementsprechendes öffentliches Aufsehen. Die Fw 61 V1 und Fa61 hielten zu diesem Zeitpunkt alle Drehflügler-Weltrekorde.

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Hubschrauber: Ein Hubschrauber im Anflug.

Foto: Karl Schillinger
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Im Einsatz: Ein Rettungshubschrauber landet am 4. Mai 1980 in Molfsee bei Kiel.

Foto: Gerhard Dörries/Walter Dörries
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