100. Tour de France - DER SPIEGEL
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100. Tour de France Merckx, Indurain, Ullrich

Sie begann als verrückte Rundfahrt unter Franzosen, mittlerweile ist die Tour de France eines der größten Sportereignisse der Welt. Unvergessene Momente aus 100 Rennen durch Frankreich.
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1904: Hippolyte Aucouturier gewinnt die zweite Tour de France, wird dann aber disqualifiziert, weil er sich mit mehreren der insgesamt 87 Fahrern verbotenerweise abgesprochen haben soll. Schon damals steht der Wettbewerb auf der Kippe. "Die Tour de France ist beendet, und ich fürchte, ihre zweite Ausgabe wird die letzte gewesen sein. Die Rundfahrt fällt ihrem eigenen Erfolg zum Opfer, der blinden Begeisterung, die von ihr entfacht wurde", schreibt Henri Desgrange, Begründer der Tour, in einem Leitartikel in "L'Auto".

Foto: Roger Viollet
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1910: Doch es geht weiter. Und immer weiter - allerdings nicht immer im Sattel. Hier muss der Franzose Octave Lapize am Tourmalet schieben, später gewinnt er die Tour.

Foto: Presse Sports
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1920: In den zwanziger Jahren stellt Philippe Thys mit drei Tour-Siegen einen neuen Rekord auf. Die Strecke zwischen Bayonne und Luchon liegt ihm dabei besonders - jeden seiner Erfolge machte er auf diesem Abschnitt perfekt (rechts, links der Franzose René Chassot). Der sonst mit Lob sparsame Henri Desgrange stellte fest: "Wenn ihm nicht in seinen besten Jahren der Krieg dazwischengekommen wäre, hätte Philippe Thys sicher mehr als drei Tour-Siege erzielt."

Foto: L'Équipe
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1926: Zwischen Bayonne und Luchon kommt es zur epischen Schlacht. Die 326 Kilometer lange Etappe führt über die vier Bergriesen der Pyrenäen, den sogenannten Todeskreis: Aubisque, Tourmalet, Aspin und Peyresourde. Nachts um 2 Uhr starten die Fahrer bei sintflutartigem Regen, auf dem Tourmalet (im Bild der Belgier Albert Dejonghe) ist vor lauter Schlamm kein Durchkommen mehr. Um 22 Uhr sind erst 30 der 76 Fahrer eingetroffen, von 15 Fahrern fehlt bis am folgenden Morgen noch immer jede Spur. Als sie wieder aufgetaucht sind, zeigt sich Desgrange erleichtert - und nimmt alle Fahrer noch in die Wertung mit hinein, die bis zu 40 Prozent länger gebraucht haben als der Sieger.

Foto: L'Équipe
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1929/1930: Um für gerechte sportliche Voraussetzungen zu sorgen und Absprachen innerhalb der Teams zu verhindern, lässt Desgrange fortan Nationalmannschaften starten. Die Tour wird somit zu einem Länderwettbewerb. 1930 bestreiten die Rundfahrt jeweils acht italienische, belgische, spanische und französische Rennradfahrer - erstmals alle auf dem gleichen, von der Tour-Organisation vorgegebenen Rad. Auf dem Foto posiert die Sängerin Josephine Baker mit der französischen Mannschaft.

Foto: L'Équipe
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1937: Der Italiener Gino, der Schöne, Bartali wird von der faschistischen Partei zur Aufgabe gezwungen und musste ein Jahr auf seinen Tour-Sieg warten. Hier kommt er am 7. Juli auf dem Galibier an.

Foto: AFP
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1937: Pannenhilfe für den Italiener Sciardis. In dem Jahr werden die ersten "offiziellen" Schaltungen verwendet. Das gesamte Peloton fährt mit demselben Modell, dem "Super Champion" des Schweizer Herstellers Oscar Egg. Zuvor mussten die Fahrer vor den Anstiegen anhalten, das Hinterrad ausbauen und das Ritzel wechseln, wollten sie eine leichtere Übersetzung haben.

Foto: L'Équipe
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1947: Die erste Tour nach dem Zweiten Weltkrieg kann erst zwei Jahre nach Kriegsende stattfinden. Am Ortsausgang von Caen sind die Schäden nicht zu übersehen.

Foto: L'Équipe
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1951: Bisher hat die Strecke der Tour stets an den Grenzen Frankreichs entlang geführt., 1951 werden die ersten Abstecher unternommen: Puy de Dôme und Mont Ventoux. Im Bild die erste Fahrt zum "Riesen der Provence": Lucien Lazaridès, Raphael Géminiani, Hugo Koblet und Gino Bartali.

Foto: L'Équipe
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1958: Charly Gauls wilde Regenfahrt über das Chartreuse-Massiv am 16. Juli bleibt eine der berühmtesten Meisterleistungen in der Geschichte der Tour. Am Vortag ist es sehr heiß und der Luxemburger ist am Izoard in Schwierigkeiten.

Foto: L'Équipe
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1963: Jaques Anquetil etabliert sich als kompletter Fahrer und beherrscht die Tour. Zuvor war er bereits als exzellenter Rouleur bekannt, am Col de la Forclaz stellt er auch seine Fähigkeiten als Bergfahrer unter Beweis.

Foto: L'Équipe
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1967: Tom Simpson gilt als einer der besten britischen Radprofis, 1962 trägt er als erster Radprofi von der Insel das Gelbe Trikot. Fünf Jahre später stirbt Simpson, vollgepumpt mit Dopingmitteln, am Mont Ventoux. Kurz vor Erreichen des Gipfels kollabiert Simpson, er steigt noch einmal aufs Rad, wenige Augenblicke später erleidet er einen Herzstillstand.

Foto: L'Équipe
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1968: Bei der Tour 1968 läuft es für Raymond Poulidor ausgezeichnet - bis er auf der Fahrt nach Albi mit einem Pressemotorrad zusammenstößt. Verletzt steigt er wieder in den Sattel und legt den letzten Abschnitt mit weniger als einer Minute Rückstand zurück. Doch am folgenden Tag ist Schluss.

Foto: L'Équipe
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1969: Die Tour des Eddy Merckx. Bei einem Solo über 140 Kilometer in den Pyrenäen gelingt dem Belgier eine noch nie dagewesene Meisterleistung. Bei seinem Triumph in Paris wird der damals 24-Jährige gefeiert wie ein Volksheld.

Foto: L'Équipe
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1974: Die Tour de France als herausragendes mediales Ereignis wird zur Plattform für fremde Zwecke. So wird das gesamte Peloton kurz vor der Alpe d'Huez durch eine Demonstration von Landwirten zum Anhalten gezwungen.

Foto: R. Legros/ L'Équipe
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1980: Zwischen 1978 und 1985 gewinnt Bernard Hinault (Mitte, links: Greg Lemond) als dritter Fahrer überhaupt fünf Siege bei der Tour de France. Insgesamt triumphiert er bei 28 Etappen. Nur Eddy Merckx (34) kann noch mehr Tageserfolge vorweisen.

Foto: Lionel Cironneau / AP
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1987: Immer mal wieder wagt sich die Tour de France auch nach Deutschland. Noch vor der Wiedervereinigung kommt es zum Startschuss in Berlin. Hier posiert der Kolumbianer Luis Herrera vor der Berliner Mauer.

Foto: A. Landrain/ L'Équipe
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1991: Für seine Gegner scheint Miguel Indurain von einem anderen Stern zu kommen. Von 1991 bis 1995 erzielt er fünf Tour-Siege in Folge.

Foto: P. Boutroux/ L'Équipe
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1997: Mit 23 Jahren gewinnt Jan Ullrich die Tour de France - ohne zu ahnen, was dieser Sieg wirklich für ihn bedeuten würde. Es ist der bisher einzige Sieg eines Deutschen in der mehr als hundertjährigen Geschichte der Frankreichrundfahrt. "Sicherlich war ich noch zu jung", sagt Ullrich zehn Jahre später, als er seine Karriere beendet. Erst 2013 gesteht er Blutdoping ein. Auf dem Foto ist er beim Anstieg nach Alpe d'Huez zu sehen, wo er seine Führung in der Gesamtwertung auf Marco Pantani ausbaut.

Foto: J.-L. Fel/ L'Équipe
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1998: Ein Jahr nach Ullrichs Sensationssieg erschüttert der Dopingskandal um das Festina-Team die Tour. Die gesamte Mannschaft, darunter Richard Virenque, wird von der Rundfahrt ausgeschlossen.

Foto: B. Papon / L'Équipe
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2010: Obwohl die Tour schon seit Ende der achtziger Jahre Probleme mit Doping hat, ist es vor allem die Festina-Affäre, die die große Dopingära des Radsports an die Öffentlichkeit bringt. Der Skandal um das deutsche Team Telekom 2006 erreicht aber noch einmal eine Dimension ungeahnten Ausmaßes. Ein Jahr später und 2009 gewinnt der Spanier Alberto Contador (Foto) die Tour, der Titel 2010 wird ihm wegen Dopings aberkannt.

Foto: B. Papon / L'Équipe
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2013: Auch Tour-Dominator Lance Armstrong verliert seine sieben Titel. Er gibt bei der Talkmasterin Oprah Winfrey im Januar 2013 zu, systematisch gedopt zu haben.

Foto: REUTERS/ Harpo Studios
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