15 Jahre Putin an der Macht Der Jäger, der Fischer, der Kämpfer
Als alles begann: Am 31. Dezember 1999 tritt Russlands Präsident Boris Jelzin (r.) zurück und übergibt das Amt an den damals 47-jährigen Wladimir Putin. Der russische Patriarch Alexej II. segnet den Interimspräsidenten. Knapp drei Monate später gewinnt Putin die vorgezogene Präsidentschaftswahl mit knapp 53 Prozent im ersten Wahlgang.
Putins erste Amtszeit wird vom Tschetschenien-Konflikt dominiert. Im Oktober 2002 nimmt ein tschetschenisches Terrorkommando im Moskauer Dubrowka-Theater rund 800 Menschen als Geiseln. Bei der gewaltsamen Befreiungsaktion werden 129 Geiseln und 50 Terroristen getötet. Putin besucht verletzte Geiseln im Krankenhaus - und nimmt den Vorfall als Beleg dafür, dass eine härtere Gangart gegen die Terroristen nötig sei.
Harte Männer unter sich: Putin im Jahr 2003 mit dem damaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi.
Putin, der Starke: Im Jahr 2004 wird er ohne ernsthaften Herausforderer mit mehr als 70 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Immer wieder versucht er, nach innen und außen die neue Kraft Russlands darzustellen, wie hier 2005 am Steuer eines Tupolev-Bombers.
Dank des steigendes Ölpreises wächst die russische Wirtschaft in dieser Zeit rasant. In der Außenpolitik schlägt Putin scharfe Töne gegenüber der Nato an. Besonders das geplante Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien gefällt ihm nicht.
Die Inszenierung spielt bei Putins Auftritten stets eine große Rolle: Hier wird er Ende 2007 für die Aufzeichnung der Neujahrsansprache geschminkt. Es ist seine vorerst letzte als Präsident.
Die Verfassung erlaubt Putin nur zwei Amtszeiten hintereinander. Also überlässt er ab 2008 seinem Vertrauten Dmitrij Medwedew den Posten - der Putin prompt zum Ministerpräsidenten kürt.
Auch als Ministerpräsident bleibt Putin der starke Mann in Moskau. Damit das auch alle wissen, hilft er mit Bildern nach, die ihn als kernigen Naturburschen zeigen.
Ähnlich hatte er sich schon 2007 gezeigt - damals bei der Jagd.
Er kann aber auch zart: Wie hier 2010 bei der Flaschenfütterung eines Baby-Elchs.
2013 war er als Angler zu sehen, der die besonders dicken Fische an Land zieht. Damals war er schon wieder Präsident: Im Mai 2012 wurde er mit mehr als 63 Prozent für eine dritte Amtszeit gewählt - diesmal für sechs Jahre.
In seiner dritten Amtszeit kühlt das Verhältnis zum Westen weiter ab. Vor allem mit US-Präsident Barack Obama gerät Putin über die Lage in der Ukraine aneinander.
Bei den Olympischen Spielen in Sotschi demonstriert Putin Anfang 2014, dass Russland alles möglich machen kann - auch Wintersport in einem Sommerbadeort. Wenig später annektiert Russland die ukrainische Halbinsel Krim.
Im Westen ernet Putin dafür heftige Kritik, zu Hause in Russland wird er verehrt. In Moskau posieren junge Frauen mit Putin-T-Shirts.
Putin zelebriert seine Macht: Trotz der wirtschaftlichen Krise des Landes gibt es in Russland nur wenig Kritik an ihm und seiner Politik.