150 Jahre SPD Genossen-Geburtstag
Ferdinand Lassalle (r.) rief am 23. Mai 1863 in Leipzig den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" (ADAV) ins Leben - der Start für die spätere SPD. Links August Bebel, ebenfalls einer der Gründer der Partei.
Auch Wilhelm Liebknecht ist ein Pionier der SPD. Zusammen mit August Bebel gründete er 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP).
"Sozialistische Arbeiterpartei": August Bebel war zusammen mit Liebknecht 1875 in Gotha an der Vereinigung der SDAP mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein beteiligt.
Revolution in der Hauptstadt: Von einem Fenster des Reichstags aus ruft der SPD-Politiker Philipp Scheidemann am 9. November 1918 die "Deutsche Republik" aus. Zwei Monate später gibt es bereits Wahlen.
Diese Aufnahme zeigt Gustav Noske - einer der wichtigsten Männer in der jungen Weimarer Republik. Der Sozialdemokrat war als Reichswehrminister für die innere Sicherheit verantwortlich - und damit auch für die Niederschlagung des Spartakusaufstands: "Einer muss der Bluthund werden."
Doch 1933 kam Adolf Hitler an die Macht - und auch für Sozialdemokraten brachen damit schlimme Zeiten an.
Denn auch Sozialdemokraten und Gewerkschaftsmitglieder wurden von den Nazis verfolgt, ermordet oder in Konzentrationslager gesperrt. Auf diesem Foto erinnert Bundespräsident Joachim Gauck an die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten.
Der SPD-Politiker Otto Wels begründete 1933 im Reichstag, warum seine Partei Hitlers Ermächtigungsgesetz ablehnt.
Nach dem Krieg: SPD-Chef Otto Grotewohl (r.) beim symbolischen Händedruck mit dem KPD-Vorsitzenden Wilhelm Pieck 1946 in der Berliner Staatsoper. Aus beiden Parteien wurde im Osten Deutschlands die SED - die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands.
Im Juni 1948 starteten die Amerikaner ihre "Luftbrücke" nach Berlin - Transportflugzeuge landeten in Tempelhof und versorgten die Stadt aus der Luft mit Lebensmitteln.
Der damalige West-Berliner Bürgermeister Ernst Reuter (SPD) rief in seiner historischen Rede an die "Völker der Welt" dazu auf, die Stadt auf keinen Fall aufzugeben.
Im Jahre 1949 konnten die Bürger der Bundesrepublik Deutschland erstmals einen Bundestag wählen. Die SPD wurde nur knapp von der CDU und CSU geschlagen.
Kandidat der Sozialdemokraten war der damalige Parteichef Kurt Schumacher - doch er verlor gegen Konrad Adenauer. Der Wahlkampfspruch der Genossen: "Alle Millionäre wählen CDU-FDP. Alle übrigen Millionen Deutsche die SPD."
Erst 1966 kam die SPD wieder an die Macht - als der CDU-Politiker Kurt Georg Kiesinger (hier bei seiner Vereidigung als Kanzler) mit den Sozialdemokraten eine Große Koalition einging.
Außenminister und Vizekanzler wurde damals Willy Brandt. Doch schon drei Jahre später, 1969, wurde der SPD-Politiker Kanzler einer sozialliberalen Koalition. "Mehr Demokratie wagen" - das kündigte er in seiner Regierungserklärung an.
Unvergessen ist aber vor allem Brandts Ostpolitik, für die er 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Vor dem Mahnmal des einstigen jüdischen Ghettos in Warschau kniete er im Dezember 1970 nieder.
Als erster amtierender deutscher Bundeskanzler besuchte Brandt im Juni 1973 Israel.
Sein Nachfolger wurde der Hamburger Helmut Schmidt. Er löste Brandt 1974 als Kanzler ab - bis im September 1982 die FDP die sozialliberale Koalition beendete und zur Union überschwenkte.
Ein großer Sozialdemokrat: Hans-Jochen Vogel versuchte 1983 (hier eine Aufnahme aus dem Wahlkampf) als erster SPD-Kandidat, Helmut Kohl als Kanzler abzulösen. Doch er scheiterte und wurde anschließend Fraktionschef der Genossen im Bundestag.
Oskar Lafontaine (l., auf diesem Foto aus 1999 mit dem damaligen Bundespräsidenten Herzog) besiegte 1995 auf einem Parteitag in Mannheim Rudolf Scharping und wurde SPD-Chef.
2005 trat Lafontaine jedoch aus der SPD aus und unterstützte das Linksbündnis aus WASG und PDS.
Mit Gerhard Schröder gelang der SPD die Rückkehr an die Regierung. Er war aber auch der vorerst letzte Kanzler der SPD - von 1998 bis 2005. Die Agenda 2010 war sein größtes und wichtigstes Projekt. Doch nach und nach verlor er - auch in den eigenen Reihen - dafür die Unterstützung.
Bei Großdemonstrationen wie hier in Leipzig protestierten Tausende gegen die Arbeitsmarktreform Schröders. Inzwischen sagen viele Historiker und Ökonomen: Ohne diese tiefgreifende Reform des Sozialstaats stünde Deutschland heute sehr viel schlechter da.