16. Tour-Etappe Entkorkte Prominenz
Schnell: Viel bekamen diese Zuschauer vom vorbeirasenden Feld nicht mit, die ältere Dame schien aber ohnehin wenig Interesse am sportlichen Geschehen auf der Strecke zwischen Mourenx und Pau gehabt zu haben.
Feucht: Ist ja irgendwie fies. Da sitzen die Zuschauer gemütlich bei einer Flasche Wein beisammen und die anderen müssen sich placken. Immerhin wissen die Beboachter, was sich gehört, und prosten den Fahrern zu.
Kirchlich: Für die sakralen Bauwerke am Rande der Strecke hatten Spitzenreiter Lance Armstrong (r.) und Co. keine Zeit. Schade, dieses Gotteshaus macht glatt dem schiefen Turm von Pisa Konkurrenz.
Muskulär: Da staunt nicht nur Boxprofi Wladimir Klitschko (l.), der vor dem Start der 180,5 Kilometer langen Etappe in Mourenx den Fahrern eine Visite abstattete. Ist an Jan Ullrich ein Faustkämpfer verloren gegangen? Sollte der Deutsche Rekordsieger Lance Armstrong lieber im Ring herausfordern?
Gespannt: Die Wartezeit vor dem Start nutzen die Fahrer zu einem netten Smalltalk. Logisch, die Führenden der wichtigsten Wertungen sind vorne dabei: Lance Armstrong (2.v.l., mit dem Gesamtzweiten Ivan Basso), der beste Sprinter Thor Hushovd (grünes Trikot) und Kletter-Spezialist Mickael Rasmussen (gepunktetes Jersey).
Präzise: Jörg Ludewig prüfte seine Utensilien vor dem Start ganz genau. Der Domina-Vacanze-Profi fuhr ein beherztes Rennen, gehörte lange einer Ausreißergruppe an und erreichte immerhin vor dem Hauptfeld das Ziel. In der Gesamtwertung belegt der Deutsche mit einem Rückstand von 1:07:05 Stunden auf Lance Armstrong den 37. Platz.
Prominent: Noch ein bekanntes Gesicht am Rande der Strecke. Neben Wladimir Klitschko machte auch die ehemalige französische Leichtathletik-Olympiasiegerin Marie-José Perec (r.) den Tour-Teilnehmern ihre Aufwartung. Die Strecke absolvierte sie dann aber doch im Automobil.
Kräftig: Bislang konnte das italienische Team Lampre-Caffita bei der 92. Tour de France nicht auf sich aufmerksam machen. Salvatore Commesso versuchte dies zu ändern: Der Gesamt-98. attackierte, musste aber alsbald erkennen, dass er keine Chance hatte, dem Feld zu enteilen.
Geballt: Oscar Pereiro schreit seine Freude heraus. Der Spanier bescherte dem Schweizer Phonak-Team den ersten Etappensieg bei der diesjährigen Tour.
Hügelig: Abschied von den Pyrenäen, die letzte Berg-Etappe war auch für weniger gute Kletterer zu schaffen.
Glasig: Etappensieger Oscar Pereiro kommt der Trophäe ganz nahe, obwohl diese nicht besonders hübsch ist. Aber was will man machen, wenn man oben auf dem Podium steht und die Leute erwarten, dass ihnen etwas fürs Geld geboten wird?
Hungrig: Ganz wichtig für die Fahrer, sie müssen auch während der Etappe ordentlich essen. Lance Armstrong ließ sich hier einen Snack schmecken. Gut gestärkt kam der Spitzenreiter ins Ziel und verteidigte erfolgreich seine Führung. Der wohl bald siebenmalige Toursieger hat weiterhin 2:46 Minuten Vorsprung auf den Italiener Ivan Basso.