1968 Das Jahr der Revolution
Alles fing so harmlos an: Detlev Albers (links) und Gert Hinnerk Behmler (rechts) stören am 9. November 1967 im Audimax der Hamburger Universität die traditionelle Rektoratsübergabe zu Beginn des Semesters. Ihr Banner "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren" ist zum Symbol des Studentenprotests der 68er geworden.
Rebellieren geht über studieren: Die Kommunarden Dieter Kunzelmann, Antje Krüger, Rainer Langhans und Fritz Teufel in Berlin in der Vollversammlung der so genannten kritischen Universität.
Zwei Berliner Polizisten führen den WG-Übervater Rainer Langshans ab, der gemeinsam mit Fritz Teufel die legendäre Kommune I in Berlin gegründet hatte. Langhans zog später mit seiner Freundin...
...Uschi Obermaier nach München-Schwabing. Obermaier galt als die Sex-Ikone der 68er Studentenrevolte, als das schönste Mitglied der Berliner "Kommune 1". Sie war die Geliebte Mick Jaggers, arbeitete als Fotomodell und zog sich gerne aus...
...während andere 68erinnen lieber demonstrierten. Der "Aktionsrat zur Emanzipation der Frau" des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) auf einer SPD-Veranstaltung in der Frankfurter Paulskirche anlässlich des 50. Jahrestags des Frauenwahlrechts.
Hirn und Mund der Bewegung: Studentenführer und SDS-Ideologe Rudi Dutschke spricht am 6. Dezember 1967 in Köln zu über 1000 Studenten. Der Hilfsarbeiter Josef Bachmann feuerte am 11. April 1968 drei Schüsse auf Dutschke ab, an deren Spätfolgen Dutschke 1979 verstarb. Das Attentat radikaliserte...
...viele Studenten. Und der SPIEGEL fand das titelwürdig - nicht nur einmal.
Der Beginn des RAF-Terrors: Andreas Baader und Gudrun Ensslin in der Anklagebank im so genannten Brandstifter-Prozess in Frankfurt am 31. Oktober 1968. Am 18. Oktober 1977 nahmen sich die RAF-Häftlinge Baader, Ensslin und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim das Leben.
Der Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger Martin Luther King bei einer Rede 1968. Er verstarb im selben Jahr nach einem Attentat, darauf kam es zu schweren Unruhen in Washington.
Blick nach unten voller Scham: Die US-Athleten Tommie Smith und John Carlos blicken bei der Medaillenverleihung bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko zu Boden und erheben ihre schwarzbehandschuhten Fäuste, um gegen die Rassendiskriminierung in den USA zu protestieren und ihre Solidarität mit der Black-Power-Bewegung zu zeigen.
Tod eines internationalen Hoffnungsträgers: Der Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten Robert F. Kennedy kurz nachdem er am 5. Juni 1968 von einem Attentäter niedergestreckt worden war. Ihm war zugetraut worden, das sich...
...in Vietnam abzeichnende Debakel zu beenden, das auch viele deutsche 68er auf die Straße trieb. Wohl auch wegen solcher Bilder: Am 1. Februar 1968 erschießt ein südvietnamesischer Polizeichef einen Viet Cong. Der Fotograf Eddie Adams erhielt 1969 für das Foto den renommierten Pulitzer-Preis.
Sogar ein Beatle war vom Geist der Rebellion infiziert: John Lennon mit seiner Frau Yoko Ono im Juni 1968.
Und auch im Ostblock regte sich die Jugend: Demonstranten umstellen sowjetische Panzer während des Prager Frühlings 1968.