20 Jahre Mauerfall - DER SPIEGEL
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Als sich der Eiserne Vorhang lüftete "Ich sehe da, ehrlich gesagt, gar kein Problem"

Auf und davon: Als vor 20 Jahren der Eiserne Vorhang zwischen Österreich und Ungarn fiel, nutzten Hunderte DDR-Bürger die Chance zur Flucht. Den historischen Grenzdurchbruch ermöglichten heimliche Drahtzieher und stille Helden - über sie kommen nun erstaunliche Details ans Licht.
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Politik der Tat: Am 27. Juni 1989 rückten der damalige ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock (ÖVP) dem Eisernen Vorhang persönlich mit Bolzenschneidern zu Leibe. Tatsächlich war der Abbau der Grenzanlagen zwischen Ungarn und Österreich zu dieser Zeit bereits in vollem Gang - die Instandhaltung war schlicht zu teuer geworden.

Foto: AP
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Rolle rückwärts: Am 2. Mai 1989 wurden die ersten Stacheldrahtzäune an der Österreich-ungarischen Grenze abgebaut - mit dem Segen der Sowjetunion.

Foto: AP
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Massenflucht von DDR-Bürgern nach Österreich: Hunderte DDR-Bürger nutzten das paneuropäische Picknick am 19. August an der ungarisch-österreichischen Grenze, bei dem ein Grenztor symbolisch geöffnet wurde, zur Flucht in den Westen.

Foto: Votava/ dpa
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Grenzgänger: Jubelnd und mit Freudentränen in den Augen erreichten am 19. August 1989 etwa 600 DDR-Bürger österreichisches Staatsgebiet. Sie hatten eine Veranstaltung der Paneuropa-Union an der ungarisch-österreichischen Grenze zur Flucht in den Westen genutzt. Das es bei dieser Massenflucht keine Toten oder Verletzten gab, war vor allem dem besonnenen Verhalten der ungarischen Grenzer zu verdanken.

Foto: Votava/ dpa
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Fluchtpläne: DDR-Bürger informieren sich am 17. August 1989 vor der deutschen Botschaft in Budapest auf einer Landkarte über den Verlauf der grünen Grenze. Über 10.000 Übersiedler fuhren in den ersten 24 Stunden nach der Öffnung der ungarischen Grenze am 11.9. 1989 von Ungarn nach Österreich. Sie wollen Freiheit - raus aus dem DDR-Staat von Honecker.

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Zeltlager in Budapest: DDR-Bürger campieren am 6. September 1989 nach ihrer Flucht in einem Budapester Auffanglager in Zelten.

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Verschlossene Türen: Zahlreiche DDR-Bürger stehen am 14.8.1989 vor der bundesdeutschen Vertretung in Budapest für Westpässe an.

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Über den Zaun in die Botschaft: Nicht nur in Ungarn, auch in der Tschechoslowakei wurden 1989 die Grenzen zum Westen brüchig. Im September flüchteten Hunderte DDR-Bürger auf das Gelände der Westdeutschen Botschaft in Prag und warteten teilweise wochenlang, bis sie schließlich in die Bundesrepublik ausreisen durften.

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Die Ex-Kollegen: Über Jahre standen sich der Österreicher Johann Goeltl und der Ungar Arpád Bella bereits als Grenzposten, als sie am 19. August 1989 von DDR-Flüchtlingen überrannt wurden. Heute treffen sich die beiden hin und wieder, um bei Weinschorle über die alten Zeiten zu reden, wie hier im Mai 2009 vor Bellas Haus in Ungarn.

Foto: Michael Appelt
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Miklós Németh: Der ungarische Politiker wurde im November 1988 Ministerpräsident. In einer seiner ersten Amtshandlungen strich er die Etatposten "Instandhaltung des Signalsystems" an der Grenze zu Österreich. Mit diesem auf den ersten Blick bürokratischen Akt trug er entscheidend zum Fall des Eisernen Vorhangs bei.

Foto: Michael Appelt
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?