20 Jahre Mauerfall Schüsse auf die DDR
Einschlag im Wohnzimmer: In der Nacht zum 18. August 1989 schossen Unbekannte von Westen aus auf Grenzanlagen, Wohnhäuser und die Kirche der DDR-Gemeinde Wahlhausen im Kreis Heiligenstadt. Einer der Schüsse traf das Wohnzimmerfenster einer jungen Familie.
(Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-0819-022)
Bei Nacht: Die deutsch-deutsche Grenze vor 1989.
Medienrummel: Bald nach Bekanntwerden des Grenzzwischenfalls trifft in Wahlhausen der Erfurter SED-Bezirkschef Gerhard Müller ein - mit ihm ein Tross Berichterstatter.
(Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-0819-025)
Hubschraubereinsatz: Eine BGS-Streife 1985 über Schifflersgrund zwischen den Ortschaften Asbach-Sickenberg (DDR) und Bad Sooden-Allendorf (Hessen). Bis 1989 verlief hier die deutsch-deutsche Grenze, Anfang der neunziger Jahre entstand an dieser Stelle das gleichnamige Grenzmuseum.
Ausgeleuchtet: Die deutsch-deutsche Grenze bei Nacht.
Lebensgefährlich: Dieses Foto erscheint zwei Tage nach den Schüssen auf Wahlhausen in vielen DDR-Medien. Die Nachrichtenagentur ADN schreibt dazu: Hätte die junge Mutter "zur fraglichen Zeit in ihrem Wohnzimmer auf der Couch gesessen, hätten die Schüsse, die das Fenster trafen, für sie tödlich sein können."
(Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-0819-023)
Wahlhausen: Die Grenzgemeinde auf dem Gebiet der DDR. Links im Bild die Patronatskirche derer von Hanstein. Seit das Adelsgeschlecht enteignet und vertrieben wurde, steht das Gebäude leer. Die Ermittler des MfS finden darin im August 1989 Einschläge von Projektilen.
Zimmer mit Aussicht: Die Fenster dieses direkt an der Werra gelegenen Wirtschaftsgebäudes in Wahlhausen wurden nach 1952 zugemauert, ein kleiner Anbau diente den Grenzern eine zeitlang als Ausguck in den Westen.
Propaganda-Tafel: An der "grünen Grenze" zwischen Hönebach und Bodesruh erwartete Grenzgänger in den fünfziger Jahren diese Botschaft: "Da sitzen sie wieder in Bodesruh und klimpern mit Orden und Tressen. Haben die Herren "von und zu" denn Stalingrad schon vergessen?"
Arbeitseinsatz: Aufbau eines Alarmzaunes an der Grenze zur Bundesrepublik, beobachtet und fotografiert vom Bundesgrenzschutz.
Gegenseitig im Blick: Das Foto von den DDR-Grenzaufklärern bei Wahlhausen entstand vom Westen aus.
Blick auf die andere Seite: Die Aufnahme zeigt den Bau der Grenzbefestigung zwischen dem DDR-Bezirk Erfurt und dem Bundesland Hessen.
Zigarettenpause: Grenzaufklärer an der innerdeutschen Grenze bei Asbach. Zusammen mit vier weiteren hessischen Dörfern wurde der Ort im Zuge eines Gebietsaustausches mit den Amerikanern 1945 Teil der sowjetischen Besatzungszone - und lag später in der DDR.
Übermannshoch: So wollte die DDR den Zaun zur Bundesrepublik. Die Aufnahme entstand nahe der thüringischen Gemeinde Kella im Eichsfeld.
Turmbau: Nach der Abriegelung ihrer Staatsgrenze ließ die DDR Wachtürme errichten, Zäune aufstellen und Schutzstreifen anlegen. Die Bundeswehr setzte ihrerseits in den sechziger und siebziger Jahren mehrere Aufklärungstürme an die Grenze.
Gefährlicher Job: Der Bundesgrenzschutz beobachtete DDR-Minenräumer im Grenzstreifen.
Achtung Grenze: Ein Schild nahe der hessischen Kleinstadt Bad Sooden-Allendorf weist auf die Nähe zur DDR hin. Die Grenze verlief hier direkt in der Mitte der Werra.
Übergangsstelle Wartha-Herleshausen: Bevor die Grenze 1989 für DDR-Bürger in Richtung Westen geöffnet wurde, ging es hier eher beschaulich zu.
Verschlossene Türen: Die bundesdeutsche Vertretung in Budapest muss am 14. August 1989 wegen Überfüllung schließen. Ausreisewillige DDR-Bürger harren vor der Botschaft aus.
Fluchtpläne: Während in mehreren hundert Kilometern Entfernung an der deutsch-deutschen Grenze Schüsse fallen, verschaffen sich diese DDR-Bürger in Ungarn einen Überblick über den Verlauf der grünen Grenze zu Österreich.
Kein Halten mehr: DDR-Flüchtlinge drängen am 19. August durch ein Grenztor in die Freiheit. Etwa 500 Menschen nutzen ein Treffen der Paneuropa-Union an der ungarisch-österreichischen Grenze bei Sopron zur Flucht in den Westen.
Beschuss oder Beschiss: In bekanntermaßen objektiver, gründlicher und vollkommen unabhängiger Weise reagierte die DDR-Presse auf das Vorkommnis in Wahlhausen und folgende Ereignisse. Hier ein Kommentar aus der "Volkswacht" vom 22.09.1989.
Offene Grenze: Eine Trabi-Kolonne schiebt sich am 11. November 1989 über den Grenzübergang Wartha-Herleshausen in Richtung Bundesrepublik - hunderttausende DDR-Bürger aus dem Bezirk Erfurt reisen zu Besuchen oder Einkäufen nach Hessen. Zwei Tage zuvor, am 9. November, hatte die DDR ihre Grenzen geöffnet.