DDR-Grenzoffizier "Wir haben gemerkt, dass da was im Gange war"
Zweites Leben: Heute lebt Claus Schnelle im hessischen Gedern am Vogelsberg. Für den passionierten Jäger kein schlechtes Revier - der Wald liegt direkt nebenan.
"Bester Marschblock": 1988 und 1989 wurde Claus Schnelle bei der großen Militärparade am 7. Oktober, dem Geburtstag der DDR, mit dem Ehrenbanner "Bester Marschblock" ausgezeichnet. Das Bild zeigt ihn im Oktober 1989 auf dem Flugplatz Berlin-Schönefeld (vor dem Marschblock) bei einer Übung vor dem großen Auftritt am 7. Oktober, bei dem sich die DDR ein letztes Mal selbst feiern würde.
Strenger Chef: Von 1981 bis 1989 bildete Claus Schnelle zunächst an der Offizierschule in Plauen, später in Suhl den Grenzer-Nachwuchs aus. Er selbst bezeichnet sich heute als "strengen aber gerechten" Lehrer. Viermal wurde er als "bester Kompaniechef" ausgezeichnet. Das Bild zeigt ihn 1987 in Suhl (ganz links).
Im Gleichmarsch: Claus Schnelle (ganz rechts) bei einer Übung für die Militärparade am 7. Oktober 1989. Damals wankte die DDR schon, viele DDR-Bürger waren bereits über die Botschaften geflohen, seit September 1989 kam es zu Massendemos - doch Claus Schnelle konnte sich nicht vorstellen, dass es seinen Staat bald nicht mehr geben könnte.
Heimat im Dreiländereck: Claus Schnelles neue Heimat, das Dorf Neundorf bei Lobenstein. Hierhin zog er nach seiner Ausbildung zum Grenzoffizier. Nur wenige Kilometer entfernt lag die damalige Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik - weit ostwärts war die Grenze zur CSSR. Von Lobenstein gelang zwei Familien 1979 eine spektakuläre Flucht mit einem Heißluftballon.
Zackiger Oberstleutnant: "Solche Bewegungen", lästert Claus Schnelle, "kriegen die doch heute bei der Bundeswehr nicht mehr hin." Auf dem Bild stören ihn zudem die O-Beine seines Kameraden im Hintergrund. Das Foto zeigt Schnelle bei der Übung für die Militärparade am 7. Oktober 1989 in Berlin.
Letzter Wachturm: Claus Schnelle diente in verschiedenen Kompanien an der Grenze Thüringen zu Bayern und mauserte sich vom Zugführer zum Kompaniechef. Auch in dem letzten Wachturm, der nach der Wende abgerissen wurde, schob er einmal Dienst.
Karriere bei der Armee: Claus Schnelle im zweiten Lehrjahr als Offiziersanwärter 1967. Sein Vater warnte ihn vor dem Militär: "Überleg dir genau, was du tust."
Ausbildungsjahre: Claus Schnelle (ganz rechts) 1967 mit zwei anderen Offiziersanwärtern.
Ein Kind der DDR: Geboren 1948 im thüringischem Posterstein im Altenburger Land wurde Claus Schnelle in der DDR sozialisiert - und hinterfragte auch nicht das System, das Schüsse auf fluchtwillige Staatsbürger anordnete. Das Foto zeigt ihn 1952.
Gestriegelter Nachwuchs: Eine Abschlusszeitung aus dem Jahr 1987, zusammengestellt von Schnelles Offiziersanwärtern, die er ausgebildet hatte.
"Hervorragende Verdienste": Claus Schnelle wurde für seinen Grenzdienst und seine Arbeit als Ausbilder mit Orden überhäuft - unter anderem viermal für den "Besten Kompaniechef". Seinen letzten Orden erhielt er sogar noch am 13. November 1989, vier Tage nach dem Fall der Mauer.
Feierlicher Akt: Claus Schnelle entlässt 1987 seine Offiziersanwärter nach dem Ende der Ausbildung. Im Hintergrund seine Frau Heidi.
Beginn einer Karriere: Claus Schnelle 1966 in seinem ersten Ausbildungsjahr als Offiziersanwärter. Insgesamt blieb er 24 Jahre, bis zum Ende der DDR, in der Armee und brachte es bis zum Oberstleutnant.