20 Jahre Mauerfall - DER SPIEGEL
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20 Jahre Mauerfall Geboren am 9. November

Am Tag ihrer Geburt brannten die Synagogen, an ihrem 51. Geburtstag fiel die Mauer: Der 9. November prägte das Leben der bekanntesten ostdeutschen Karikaturistin Barbara Henniger. SPIEGEL ONLINE stellt die ungewöhnliche Künstlerin vor - und zeigt ihre besten Karikaturen aus der Wende-Zeit. Von Christoph Gunkel
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Günter Schabowski: "Schon eimal hat er Mauern mit Zetteln zum Fall gebracht". Barbara Henniger selbst hörte Schabowskis später berühmt gewordene Worte am 9. November 1989 im Radio - doch deren Brisanz wurde ihr nicht sofort klar.

Foto: Barbara Henniger
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Oma weiß von nichts: Natürlich hat es die DDR niemals gegeben - Cartoon zum 20. Jahrestag des Mauerfalls von Barbara Henniger.

Foto: Barbara Henniger
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Öko-Sozialismus: Versuch, den Umweltschutz in der DDR mit einer einfachen Maßnahme auf BRD-Niveau zu hieven - Karikatur aus dem Jahr 1989.

Foto: Barbara Henniger
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Mantel der Geschichte: Der Kanzler der Einheit löscht unfreiwillig der DDR-Bürgerbewegung die Kerzen.

Foto: Barbara Henniger
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Geschichtstourismus: "Und hier sind wir damals am 9. November mit unserem Trabbi rüber!"

Foto: Barbara Henniger
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DDR-Hightech: Diese Karikatur aus dem Jahr 1989 spielt auf die Angst vieler DDR-Bürger an, mit dem Westen nicht mithalten zu können.

Foto: Barbara Henniger
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Labyrinth: Die Mauer ist weg - und alle Fragen sind offen. Karikatur von Barbara Henniger aus dem Jahr 1989.

Foto: Barbara Henniger
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Notfall: Einem DDR-Raumschiff droht der Absturz durch die Mangelwirtschaft des real existierenden Sozialismus. "Zeichnen konnte man alles", sagt Barbara Henniger, "es war nur die Frage, ob es gedruckt wird". Einige ihrer Karikaturen durften nicht im Satiremagazin "Eulenspiegel" abgedruckt werden; manche Zeichnungen konnte sie nur auf Bezirksausstellungen zeigen - dort sei die Freiheit größer gewesen. Die "Raumschiff"-Karikatur stammt aus dem Jahr 1980.

Foto: Barbara Henniger
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Mauerhecke: Noch zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR gibt es die Mauer - für Barbara Henniger ist die Mauer ein Lebensthema geworden. "Mit dieser Zeichnung schließt sich der Kreis", sagt sie. Die Karikatur hat die 70-Jährige anlässlich des zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls gezeichnet. Sie ist kürzlich im Satiremagazin "Eulenspiegel" erschienen.

Foto: Barbara Henniger
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Genehmigt: Ein Cartoon von Barbara Henniger aus dem Jahr 1988, bei der sie ihre eigenen Erfahrungen mit der DDR-Zensur verarbeitete. Als Journalistin und Zeichnerin konnte sie ihre Kritik nur verschlüsselt vermitteln - die ziemlich direkte Kritik dieser "hochpolitischen" Karikatur sei schon an der Grenze gewesen, sagt sie.

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Kommse rein: Eine gastfreundliche sächsische Hausfrau lädt ein in die gemütliche Stube "DDR".

Foto: Barbara Henniger
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Blöde Regierung: In manchen Dingen sind sich eben auch Ossis und Wessis ziemlich einig.

Foto: Barbara Henniger
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Kultureller Kahlschlag: "Die DDR-Bürger verstanden die versteckte Kritik", sagt Barbara Henniger, die diese Zeichnung im Jahr 1980 anfertigte. Wegen der Zensur habe sie immer nach Metaphern, Codierungen oder Anleihen aus Märchen suchen müssen. Diese Zeichnung spielt auf das "Klima des kulturellen Kahlschlags" an, das besonders nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im Jahr 1976 herrschte. Biermann war "wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten" ausgewiesen worden - auf einer Konzertreise in der Bundesrepublik hatte er die DDR kritisiert.

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Hemdwechsel: Barbara Hennigers Wunsch nach echten Veränderungen nach dem Mauerfall 1989.

Foto: Barbara Henniger
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Warum?: Mitunter wurde Barbara Henniger im Westen vorgeworfen, harmlose Zeichnungen zu machen. "In der Bundesrepublik wäre so eine Karikatur in der Tat harmlos", gibt sie zu, "doch ein einzelner Bürger, der in der DDR die Frage 'Warum' stellt - das war in der DDR ziemlich politisch".

Foto: Barbara Henniger
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Karussell: Eine Zeichnung, die von der Aktualität überholt wurde - am 7. Oktober 1989 brach Barbara Henniger diesen Entwurf für eine Karikatur ab, mit dem sie vor der Wende begonnen hatte. Es war eine Anspielung auf den nächsten SED-Parteitag, bei der die ständig selben Partei-Bonzen mit ihren dunklen Wagen im Kreis fahren würden. Die diskreten Männer mit Mantel und Schirm sollten Spitzel symbolisieren; im Hintergrund wollte Henniger die Mauer zeichnen - doch die gab es damals schon nicht mehr.

Foto: Barbara Henniger
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Jakobinermütze: "Sozialismus in den Farben der DDR - oder: Was ist heute revolutionär?" - eine Zeichnung kurz vor der Wende aus dem September 1989 spielt auf die Französische Revolution an.

Foto: Barbara Henniger
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Menschenmauer: Ende der Spaltung nach dem Fall der Mauer? Diese Karikatur aus dem Jahr 1996 ist in vielen Schulbüchern abgedruckt worden.

Foto: Barbara Henniger
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Alte Männer: Die Beratungen der DDR-Weisen drohen unbemerkt das ganze Land zu verschlingen. Karikatur von Barbara Henniger aus dem Jahr 1982.

Foto: Barbara Henniger
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Mauerkarnickel: Tierliebe in der Nacht der Nächte.

Foto: Barbara Henniger
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Einheitssuppe: Wer sitzt nach der Einheit am längeren Hebel und bekommt mehr von der "Einheitssuppe"?

Foto: Barbara Henniger
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Mike Banane: Eine häufige Figur der Zeichnerin Barbara Henniger, der DDR-Bürger Mike, verändert sich nach dem Fall der Mauer durch die Verlockungen des Westens.

Foto: Barbara Henniger
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Schleudersitz für den Genossen: Eine Karikatur aus dem Jahr 1988, die auf das wankende DDR-System anspielt.

Foto: Barbara Henniger
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Barbara Henniger: Die Karikaturistin wurde am 9. November 1938 in Dresden geboren. Nach einem abgebrochenen Architekturstudium schrieb sie von 1959 bis 1967 als Journalistin für das "Sächsische Tageblatt" in Dresden. Nach ihrem Umzug nach Strausberg bei Berlin arbeitete sie als freie Karikaturistin. Bis heute zeichnet sie für die Satirezeitschrift "Eulenspiegel", veröffentlichte aber auch regelmäßig Karikaturen in Tageszeitungen. Barbara Hennigers Zeichnungen wurden auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Sie erhielt etliche Preise, darunter den Kunstpreis der DDR (1984) und den Goldenen Gothaer (1991).

Foto: Redaktion einestages
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?