20 Jahre Mauerfall - DER SPIEGEL
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20 Jahre Mauerfall "Viele Ostdeutsche sind nicht geheilt"

Der Wessi läuft psychisch rund, der Ossi nicht. Oder ist es genau andersrum? Der Psychotherapeut und Bestsellerautor Hans-Joachim Maaz spricht im Interview mit SPIEGEL ONLINE über die Fehler nach dem Mauerfall: "Wir Ostdeutschen hätten die Macht übernehmen müssen, statt sie zu verkaufen."
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Den Aufschwung vor Augen: Den Grundfehler der Wiedervereinigung sieht Psychotherapeut Hans-Joachim Maaz darin, dass die Ostdeutschen sich zu schnell am Westen orientierten. "Wir Ostdeutschen hätten die Macht selber in die Hand nehmen müssen, statt sie zu verkaufen und zu verschenken", meint Maaz.

Foto: AP
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Merkel bei den Wagner-Festspielen: "Merkel ist keine Identifikationsfigur für Ostdeutsche", sagt der Psychotherapeut und Buchautor Hans-Joachim Maaz.

Foto: DDP
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Psychotherapeut Maaz: Der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie war von 1980 bis 2008 Chefarzt der Psychotherapeutischen und Psychosomatischen Klinik im Evangelischen Diakoniewerk Halle. Bekannt machte ihn nach dem Ende der DDR sein Bestseller "Der Gefühlsstau" (1990). Darin analysiert er die Folgen staatlicher wie familiärer Repression für die DDR-Bürger. Seit 2008 hat er eine eigene Hörfunk-Kolumne ("Alles Psycho?") auf dem Kulturkanal MDR Figaro.

Foto: Jörg Gläscher
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Protest gegen Schließung: Die Angst vor Arbeistlosigkeit empfänden viele ehemalige DDR-Bürger schlimmer "als in der DDR die Bedrohung durch die Stasi", glaubt Hans-Joachim Maaz, Autor des Bestsellers "Der Gefühlsstau".

Foto: Wolfgang_Kluge/ dpa
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Offene Grenze: Als Revolution mag der Publizist und Therapeut Hans-Joachim Maaz den Sturz des SED-Regimes 1989/90 nicht bezeichnen. "Wir Ostdeutschen sind zum Westen übergelaufen", findet er.

Foto: dpa
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Gitarrenklänge und Meeresrauschen: "Es gab guten Sex, schöne Feiern, kaum Geldsorgen", sagt der Psychotherapeut Hans-Joachim Maaz über die Wahrnehmung ehemaliger DDR-Bürger von ihrem untergegangenen Staat: "Die reine Negativdarstellung der DDR wirkt auf viele Ostdeutsche nicht aufklärerisch."

Foto: Eulenspiegel Verlag
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Großes Jubiläum: In der DDR-Mangelwirtschaft freute man sich schon, wenn man überhaupt eine bestimmte Ware bekam, versucht der Psychotherapeut Hans-Joachim Maaz die Unlust vieler Ostdeutscher am Konsumkapitalismus zu erklären. "Heute ist es doch viel schwieriger, eine Kaufentscheidung zu treffen", sagt er. "Die Auswahl ist so groß, das Risiko, etwas Falsches zu erwerben größer als früher."

Foto: FRANCOIS MORI/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?