20 Jahre Runder Tisch Wer die Qual hat, hat die Wahl
Stasi-Auflöserin Köppe: Mit unerschrockenen Nachfragen wurde Ingrid Köppe (M.) vom Neuen Forum am Runden Tischzur treibenden Kraft der Stasi-Auflösung. Dass es der Regierung Modrow nicht gelang, das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit als "Amt für nationale Sicherheit" in die neue Zeit zu retten, war ein bleibendes Verdienst der Opposition am Runden Tisch. Köppe zog sich nach dem Ende der SED-Herrschaft aus der Politik zurück.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0115-018
Zweite Rundtisch-Sitzung: Die ersten drei Verhandlungsrunden am Zentralen Runden Tisch der DDR fanden unter beengten Bedingungen im Betsaal der Herrenhuter Brüdergemeine in Berlin-Mitte statt. Sie waren noch nicht öffentlich; die späteren Sitzungen wurden dann vom DDR-Fernsehen live übertragen.
Sozialdemokraten Gutzeit und Böhme: Martin Gutzeit (l.) und Ibrahim Böhme (r.) vertraten am Runden Tisch die am 7. Oktober 1989 gegründete Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP). Anders als die DDR-Bürgerbewegungen verstanden sich die Sozialdemokraten ausdrücklich als politische Partei. Der Unterschied im Selbstverständnis führte im Laufe der Verhandlungen zu zunehmende Konflikten innerhalb der Opposition. Böhme flog im März 1990 als langjähriger Stasi-Spitzel auf, Gutzeit wurde nach der Wiedervereinigung Landesbeauftragter für Stasi-Unterlagen in Berlin.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0108-017
Oppositionelle Bohley und Reich: Bärbel Bohley und Jens Reich, Mitbegründer der Bürgerbewegung Neues Forum bei einer kirchlichen Veranstaltung in Berlin-Oberschöneweide am 24. Oktober 1989. Am Runden Tisch nahm Bohley, eine der Symbolfiguren des Herbstes 1989, selbst nur ein einziges Mal gegen Ende teil.
Wahlplakat des Neuen Forums: Bei der ersten freien Wahl seit Gründung der DDR am 18. März 1990 erlitten die Bürgerbewegungen eine schwere Niederlage. Die zum Bündnis 90 zusammengeschlossenen Gruppen Neues Forum, Demokratie Jetzt und Initiative Frieden und Menschenrechte erhielt zusammen gerade 2,9 Prozent der Stimmen.
Stunde der Entscheidung: In einer dramatischem Sitzung in der Nacht des 28./29. Januar 1990 im Berliner Gästehaus des Ministerrats gelang es Regierungschef Hans Modrow, die Opposition am Runden Tisch zum Eintritt in eine "Regierung der nationalen Verantwortung" zu bewegen und den Wahltermin vom 6. mai auf den 18. März 1990 V.l.n.r.: Modrow, Rundtisch-Moderatoren Oberkirchenrat Martin Ziegler und Monsignore Karl-Heinz Ducke, Manfred Gerlach, amtierender Vorsitzender des Staatsrates der DDR und Vorsitzender der Liberaldemokratischen Partei Deutschlands. Rechts stehend der Vorsitzende der Oppositionspartei Demokratischer Aufbruch Wolfgang Schnur, der kurz vor der Wahl als Stasi-IM enttarnt wurde.
Minister der Opposition: Am 5. Februar 1990 traten fünf Vertreter der DDR-Opposition als Minister ohne Geschäftsbereich in eine "Regierung der nationalen Verantwortung" unter Ministerpräsident Hans Modrow (r., SED-PDS) ein. Hier stehen mit Modrow im Plenarsaal der Volkskammer (v. l. n. r.): Tatjana Böhm vom Unabhängigen Frauenverband (UFV), Klaus Schlüter von der Grünen Liga und Gerd Poppe, Initiative Frieden und Menschenrechte.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0205-018
Modrows Minister: Die neuen Minister von der Oppositionsseite des Runden Tisches am Tag ihrer Ernennung in der Volkskammer. Von links nach rechts Sebastian Pflugbeil (Neues Forum), Rainer Eppelmann (Demokratischer Aufbruch), Walter Romberg (SPD), Tatjana Böhm (Unabhängiger Frauenverband), Klaus Schlüter (Grüne Liga), Matthias Platzeck (Grüne Partei), Gerd Poppe (Initiative Frieden und Menschenrechte) und Wolfgang Ullmann, (Demokratie Jetzt).
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0205-019