20 Jahre Rushdie-Affäre - DER SPIEGEL
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"Die Satanischen Verse" "Ich muss betonen, dass nur einer von uns tot ist"

Mit einem Mordaufruf stürzte Ajatollah Chomeini die Welt vor 20 Jahren in eine Krise. Die Fatwa wegen "Blasphemie" zwang Salman Rushdie, Autor der "Satanischen Verse", in den Untergrund, befeuerte den Kampf der Kulturen und forderte 22 Tote - und das alles wegen zwölf leichter Mädchen. Von Almut Cieschinger
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Demonstration in Teheran: Tausende von Demonstranten, darunter Frauen im schwarzen Tschador mit Koran-Attrappen, ziehen im Januar 1989 durch Teheran und fordern den Tod des Schriftstellers Salman Rushdie, der mit seinem Roman "Die Satanischen Verse" den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. "Wir werden Salman Rushdie töten", steht auf dem Transparent.

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Schriftsteller Rushdie: Der in Indien geborene Autor Salman Rushdie im Januar 1988 in seiner Londoner Wohnung. Gut ein Jahr später rief der iranische Revolutionsführer Chomeini in einem islamischen Rechtsgutachten zu seiner Ermordung wegen Blasphemie auf - Rushdie musste untertauchen, um sein Leben zu schützen.

Foto: KEVIN HARVEY/ AP
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Anti-Rushdie-Demonstration in Teheran: Junge Studenten marschieren im Februar 1989 durch die Straßen Teherans und fordern in Sprechchören und auf Transparenten den Tod des britisch-indischen Schriftstellers Salman Rushdie. Rushdie hatte in seinem Roman "Die Satanischen Verse" angeblich den Propheten Mohammed beleidigt und war deshalb vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zum Tode verurteilt worden. Tatsächlich verfolgte Chomeini mit seiner Fatwa vor allem das Ziel, von innenpolitischen Problemen abzulenken - mit einigem Erfolg.

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Todeswunsch: Ein verschleiertes Mädchen trägt bei einer Demonstration in Beirut ein Plakat mit dem Schwur, Salman Rushdie zu töten. Der britisch-indischen Autor hatte sich mit seinem Roman "Die Satanischen Verse" den Zorn des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini zugezogen, der eine Fatwa über ihn verhängte und zur Ermordung Rushdies aufrief.

Foto: REUTERS
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Verhasster Dichter: "Zum Tode verdammt" steht unter dem durchgestrichenen Porträt des Autors Salman Rushdie, das diese junge Frau im Tschador im Februar 1989 durch die Straßen von Teheran trägt.

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"Newsweek"-Titel: Im amerikanischen Nachrichtenmagazin "Newsweek" sprach Rushdie 1990, zum zweiten Jahrestag des Mordaufrufs gegen ihn, erstmals über sein Leben im Verborgenen.

Foto: AP
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Aufruhr in New York: Auch in New York protestieren aufgebrachte Muslime im Februar 1989 gegen Salman Rushdies Buch "Die Satanischen Verse" und fordern vor dem Sitz des Verlags Viking Penguin zum Boykott von dessen Büchern auf.

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Wahlkampf in Iran: Eine Frau im Tschador passiert in der Teheraner Innenstadt eine Wand mit Wahlplakaten für Präsidentschaftskandidaten Mohammed Chatami. Die Wahl des gemäßigten Chatami führte nach neun Jahren Todesangst für Rushdie zum Durchbruch - nach zähen Verhandlungen nahm die iranische Regierung die Fatwa gegen Rushdie zurück.

Foto: REUTERS
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Purer Hass: Zum zehnten Jahrestag der Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie verbrennen indische Muslime vor der Jama Mashid, der größten Moschee Indiens eine Puppe, die den Autor der "Satanischen Verse" darstellen soll. Anlass für die Demonstration war die Entscheidung des indischen Hochkommissars in London, Rushdie zum ersten Mal seit Erscheinen seines kontroversen Romans die Einreise nach Indien zu gestatten.

Foto: AP
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Mit Füßen getreten: Noch 2007 löste die Ankündigung des britischen Königshauses, Salman Rushdie zum Ritter schlagen zu wollen, Proteste in der islamischen Welt aus - wie hier im Juni 2007 im pakistanischen Lahore.

Foto: REUTERS
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Prügel für den "Satan": Ein muslimischer Demonstrant prügelt im Februar 1999 mit seinem Schuh auf eine Karikatur ein, die den Schriftstellers Salman Rushdie als Teufel zeigt. Der Protest richtete sich gegen die Entscheidung, dem Autor der "Satanischen Verse" die Einreise in sein Geburtsland zu gestatten.

Foto: AP
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Tadel für den Ritter: Anhänger der religiösen Partei Jamiat Talba-e-Arabia rufen bei einer Demonstration im pakistanischen Multan im Juni 2007 anti-britische Slogans. Anlass war die Ankündigung des britischen Königshauses, Salman Rushdie, den Autor der "Satanischen Verse", fast zwanzig Jahre nach der Fatwa gegen ihn zum Ritter zu erheben.

Foto: dpa
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Tödlicher Hass: Obwohl die Fatwa gegen Salman Rushdie 1997 offiziell aufgehoben wurde, bleibt der Schriftsteller bis heute Zielscheibe des Hasses islamischer Fundamentalisten. Hier macht sich ein iranischer Junge einen Spaß daraus, sich in einen mit dem Porträt des Schriftstellers und einer US-Flagge dekorierten Sarg zu legen. Die makabere Installation war Teil der Internationalen Koran-Ausstellung, die im Sommer 2008 in der Imam-Chomeini-Moschee in Teheran zu sehen war.

Foto: REUTERS
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Salman Rushdie: Der Autor am 4. März 1992 bei einem der ersten öffentlichen Auftritte nachdem er aufgrund der Morddrohungen von Seiten radikaler Islamisten 1989 untertauchen musste. Rushdie trat bei einer internationalen Konferenz über Meinungsfreiheit in Arlington im US-Bundesstaat Virginia auf.

Foto: AP
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