20 Jahre Tiananmen-Massaker - DER SPIEGEL
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Mit Panzern gegen Fahrräder "Das ist nur Schreckschussmunition" dachte ich

Kugeln schwirrten durch die Luft, vor Krankenhäusern stapelten sich Leichen: Brutal schlug Chinas Führung am 4. Juni 1989 die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens nieder. Andreas Lorenz, SPIEGEL-Korrespondent in China, erinnert sich an den blutigsten Tag seiner Laufbahn.
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Auf dem Weg zum Tiananmen-Platz: Soldaten der chinesischen Volksarmee versuchen am 3. Juni 1989, friedlich die Blockade der Demonstranten zu brechen. Doch die vorrückenden Einheiten blieben erneut in den demonstrierenden Menschenmassen stecken.

Foto: LIU HEUNG SHING/ AP
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Studenten stellen die Machtfrage: Eine mit Megaphon bewaffnete Studentin liest in der Nacht des 3. Juni den Truppen der Volksarmee die Forderungen der Pro-Demokratie-Bewegung vor. Zuvor waren die Truppen von der Bevölkerung der Hauptstadt am weiteren Vormarsch auf den Platz des Himmlischen Friedens gestoppt worden.

Foto: AP
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Krieg gegen die eigene Bevölkerung: Am Abend des 3. Juni bewegten sich Soldaten in voller Ausrüstung mit Schützenpanzern aus mehreren Richtungen auf die Innenstadt Pekings zu. Tausende Einwohner stellten sich der eigenen Militärmaschinerie in den Weg.

Foto: AP
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Einsamer Protest: Am 5. Juni 1989 kam es zu der berühmten Szene, in der sich ein später als "Tank Man" bezeichneter Jugendlicher in der Nähe des Tiananmen-Platzes allein einer Kolonne Panzer in den Weg stellte - und sie damit zumindest kurzfristig aufhielt. Wer der Mann war und was mit ihm geschah, ist bis heute nicht geklärt.

Foto: JEFF WIDENER/ AP
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Platz des Himmlischen Friedens: Der 4. Juni 1989 bedeutete das Ende der Demokratiebewegung vom Tiananmen-Platz. Beim gewaltsamen Eingreifen des chinesischen Militärs gegen die Demonstranten kam es zum Massaker. Wie viele Tote es insgesamt gab, ist bis heute nicht bekannt - das Chinesische Rote Kreuz meldete am 4. Juni 1989 insgesamt 2600 Opfer, aber die Zahl wurde nie bestätigt.

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Flucht vor den Panzern: Ein chinesisches Paar versteckt sich vor den Panzern der Chinesischen Volksarmee. Die Studentenunruhen setzten sich auch nach dem 4. Juni 1989 fort, obwohl der größte Widerstand bereits gebrochen war.

Foto: AP
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Panzereinsatz gegen die Bevölkerung: Auch zwei Tage nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens sind noch Panzer auf den Straßen Pekings postiert. Hier flüchten Fahrradfahrer vor den stählernen Ungetümen der Volksarmee in eine Unterführung. Rechts davor ist ein Slogan der Demonstranten zu lesen: "Kampf gegen den militärischen Ausnahmezustand."

Foto: AP
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Rettungsversuch: Studenten tragen einen ihrer verwundeten Kommilitonen aus der Schusslinie. Krankenwagen und Ärzte wurden vom Militär zumeist nicht zu den Verletzten durchgelassen.

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Flucht vom Platz des Himmlischen Friedens: Verzweifelt versuchen Menschen, eine verletzte Frau in Sicherheit zu bringen. Nach offiziellen Angaben starben an diesem Tag knapp über 300 Menschen, Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der Opfer jedoch etwa zehnmal so hoch ein.

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Mit dem Megaphon gegen Stahlhelme: Lautstark stellt ein Demonstrant seine Forderungen an die chinesische Regierung. Noch warten die Soldaten nur ab.

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Front an einem Seil: Bereits im April 1989 begannen die ersten Proteste von Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Die ersten Wochen verliefen dabei noch sehr friedlich, das Militär war zwar aufmarschiert, die Soldaten waren aber größtenteils ratlos, wie sie zu reagieren hätten - und warteten ab.

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Demokratie für China: Die Proteste schienen zuerst erfolgreich zu verlaufen, sodass Kunststudenten schließlich auf dem Platz des Himmlischen Friedens mitten in Peking eine Statue errichteten. Nach dem Vorbild der amerikanischen Freiheitsstatue bauten sie die "Göttin der Demokratie".

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Offizielle Verteidigung: Nach dem Massaker zeigte das chinesische Staatsfernsehen stundenlang Bilder von ausgebrannten Panzern und Militärfahrzeugen in den Straßen von Peking. Das brutale Vorgehen des Militärs sollte mit der angeblichen Bedrohung durch die Demonstranten gerechtfertigt werden.

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Panzer gegen Fahrräder: Noch Tage nach dem Tiananmen-Massaker patrouillierten schwer bewaffnete Soldaten in Panzern durch Peking.

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Schüsse auf unbewaffnete Demonstranten: Ursprünglich hatten die Studenten nur friedlich gegen korrupte Parteikader demonstrieren wollen, aber ihre Proteste endeten in einem Blutbad.

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Kriegsgebiet: Eine apokalyptische Stimmung herrschte auf dem Platz des Himmlischen Friedens, nachdem die ersten Angriffe des Militärs auf die Demonstranten vorbei waren.

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Schauplatz der Gewalt: Nachdem die Regierung die Demonstranten, die sich bereits seit Wochen auf dem Tiananmen-Platz aufhielten, nicht hatte vertreiben können, wurde das Kriegsrecht ausgerufen - mit fatalen Folgen.

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Unbewaffnet gegen Panzer: Verzweifelt versuchten sich einige Demonstranten zu wehren, gegen die Panzer der Regierung hatten sie jedoch keine Chance.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?