20 Momente mit Panne Mist, ich habe die Kulisse gesprengt
"Die Bourne Verschwörung": Plötzlich ging das Licht aus - im Januar 2004 versank das winterliche Berlin-Mitte mehrere Stunden lang im Dunkeln. Grund dafür: Die Dreharbeiten zur "Bourne Verschwörung", dem zweiten Teil der "Bourne"-Trilogie mit Matt Damon und Franka Potente. Um eine nächtliche Verfolgungsjagd entlang des Spreeufers auszuleuchten, wurden von der Filmcrew 50 Meter hohe, grell leuchtende Scheinwerfermasten aufgestellt. Doch anstatt das Set mit Licht zu fluten, war es urplötzlich zappenduster. Der enorme Energieverbrauch der gigantischen Leuchter hatte einen Kurzschluss ausgelöst.
"Speed Racer": Die Schauspielerin Christina Ricci ist bekannt dafür, dass sie panische Angst vor Tieren hat. Ihr Erlebnis am Set von "Speed Racer" hat daran sicher nichts geändert. Als sie während der Dreharbeiten mit ihren Schauspielkollegen John Goodman, Susan Sarandon und dem dressierten Affen Chim Chim am Esstisch sitzt, gibt es auf einmal einen lauten Knall. Der erschrockene Schimpanse dreht durch, greift in Panik nach Riccis linker Brust - und lässt minutenlang nicht mehr los. Erst die Tierpfleger können den Affen beruhigen und den Griff lösen. "Ich habe mich dem Tier für den Rest des Drehs nicht mehr genähert", erklärte die Schauspielerin später in einem Interview, "man weiß nie, wonach Affen grabschen."
Wie ein Licht in dunkler Nacht": Anfang der neunziger Jahre entstand nach Vorlage des gleichnamigen Romans von Susan Isaac der Film "Wie ein Licht in dunkler Nacht" mit Michael Douglas und Melanie Griffith. Bei den Dreharbeiten im Osten von Berlin unterlief der Crew um Regisseur David Seltzer ein kostspieliges Malheur: Ein extra für diesen Film aufgebautes Gebäude im Wert von einer halben Million US-Dollar wurde für eine spektakuläre Actionsszene im Film gesprengt. Leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt - es lief keine Kamera.
"Cleopatra": Alles war bereit. Die Palmen aus Nordafrika waren eingeflogen, man hatte in monatelanger Arbeit in England das altertümliche Alexandria als Filmset entstehen lassen und sogar ein Teil der Themse war umgeleitet worden - als Nilersatz. Doch nach Fertigstellung der Kulisse versank das gigantische Set wochenlang in englischem Nebel und Dauerregen. Die Kälte schlug sich bei den Dreharbeiten in Atemwolken vor den Mündern der Schauspieler nieder - altägyptisches Wetter sieht anders aus. Der Dreh von "Cleopatra" im Jahr 1960 in London gehört zu den wahnwitzigsten Projekten der Hollywood-Geschichte - und bis heute zu den teuersten aller Zeiten. Nach zwölf Monaten Drehzeit, sechs Millionen Dollar Produktionskosten und mageren zwölf Minuten Film wurde der Dreh nach Rom verlagert und der Regisseur Rouben Mamoulian gefeuert. Joseph L. Mankiewicz übernahm. Die nervenaufreibenden Dreharbeiten mit Richard Burton und der berüchtigten Diva Elizabeth Taylor veranlassten Mankiewicz, sich noch während des Drehs schon mal ein Zimmer in einer New Yorker Nervenklinik zu reservieren. Für die Zeit danach.
"Sex and the City - Der Film": Der kompakte Geländewagen GLK war eines der bestgehüteten Geheimnisse des Autokonzerns Mercedes. Erstmals vorgestellt werden sollte das neueste Modell am 12. Januar 2008 bei der Detroit Motor Show. Doch warum so viel Heimlichtuerei - wenn der Wagen schon einen Monat vorher über den Rodeo Drive in Hollywood kurvt? Bestens ausgeleuchtet und vor den Objektiven dutzender Paparazzi spielte er die Nebenrolle in einer Szene von "Sex And The City - Der Film" - und stahl Sarah Jessica Parker und ihren Mädels glatt die Show. Einen Drehtag lang zog der weiße Wagen alle Blicke auf sich - und ging danach durch die Weltpresse. Wohl eher ein genialer PR-Gag als eine böse Set-Panne.
"10.000 B.C.": Frühmorgens stand Roland Emmerich stinksauer in der namibischen Wüste am Set seines millionenschweren Urzeit-Blockbusters "10.000 B.C.". Über Nacht waren die Buschleute verschwunden, die im Film als Statisten auftraten. Einer der einheimischen Schauspieler erklärte dem Regisseur, dass der Nomadenstamm weitergezogen war. Sie würden es niemals lange an einem Ort aushalten. Warum sie überhaupt solange geblieben waren? Auch das konnte der Afrikaner erklären. Es hätte nur an der großzügigen Versorgung gelegen. Jeden Tag gab es üppige Büffets, außerdem hatten einige von ihnen ganze Nächte auf ihren Hotelzimmern unter der Dusche gestanden - für viele von ihnen eine völlig neue Erfahrung.
"Der Hochzeitsmarsch": Die Statisten waren gelangweilt, die Schauspieler genervt und die Kameramänner kurz davor, durchzudrehen. Drei Drehtage lang warteten sie nun schon darauf, die Szene endlich fertigzufilmen. Drei lange Tage des Wartens - darauf, dass der Pudel endlich niest. Erich von Stroheim, der Regisseur des Films von 1928 war in ganz Hollywood als penibler Perfektionist verschrien, der durch seine Detailversessenheit Crew und Produzenten in den Wahnsinn trieb. Da er sich auch bei "Der Hochzeitsmarsch" einmal mehr weder an Budgetvorgaben noch Drehpläne hielt, entließen ihn die Produzenten schließlich und schnitten den Film ohne von Stroheim zu Ende.
"Ishtar": Majestätisch streckte die Kobra den Kopf in die Luft, räkelte sich zu der lieblichen Melodie des Schlangenbeschwörers langsam aus dem Korb empor - und sackte plötzlich in sich zusammen. Diagnose: Herzversagen. Das arme Tier war an Stress verstorben. Kein Wunder - die Schlange war für den Film "Ishtar" an diesem Drehtag bereits 50 Mal aus dem Korb gekrochen. Für den Besitzer gab es 150 Dollar Entschädigung. Ein Klacks, verglichen mit der finanziellen Dimension der Komödie um ein dilettantisches Sängerduo, gespielt von Dustin Hoffman und Warren Beatty. Geschätzte 50 Millionen Dollar kostete die Produktion, 420 Kilometer Film wurden belichtet - fast 40 Stunden Material.
"Heavens Gate - Das Tor zum Himmel": Für eine Massenszene in seinem Filmepos fehlte Michael Cimino nur noch ein einziges Detail am Set: Eine gigantische Eiche, um die seine Darsteller Walzer tanzen könnten. Doch der für seine Detailversessenheit berüchtigte Regisseur hatte Glück. Bei einem Spaziergang fand er - nur drei Meilen vom Drehort entfernt - den richtigen Baum - und ließ ihn mitsamt dem Wurzelwerk ausgraben und versetzen. Der Legende nach verlor die Eiche durch den unfreiwilligen Umzug alle Blätter, die Cimino kurzerhand wieder ankleben ließ. Mit Aktionen wie dieser Überzog der Regisseur sein Budget um das Doppelte und spielte nicht einmal die Hälfte ein. Der Film gilt bis heute als größter Flop Hollywoods. Der Kritiker der "New York Times" fand das 220-minütige Mammutwerk so spannend wie eine "erzwungene Vier-Stunden-Führung durchs eigene Wohnzimmer."
"G.I. Joe - Rise of Cobra": Beim Dreh des Actionfilms, der 2009 in die Kinos kommen soll, verbrannte sich Sienna Miller ihre Brüste. Die Schuld dafür gab sie sich selbst. Bei einer inszenierten Explosion hatte die Schauspielerin instinktiv falsch gehandelt und war regelrecht in die Explosion hineingelaufen. Seitdem hat sie eine kleine Narbe auf der Brust. Dass bei dem Unfall nichts Schlimmeres passierte, verdankt Miller ihrem Regisseur Stephen Sommers. Er hatte darauf bestanden, ihr für die Rolle der Femme Fatale falsche Brüste umzuschnallen.
"James Bond - Ein Quantum Trost": Auch auf dem Filmset der "James Bond"-Filme läuft nicht immer alles so geschmeidig wie später auf der Leinwand. Bei den Dreharbeiten zum neuesten Teil, "Ein Quantum Trost" in Norditalien unterlief einem Mitarbeiter der Filmcrew eine herbe Panne. Auf dem Weg zum Set verlor der Techniker bei Regen und überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Auto und versenkte es kurzerhand durch die Leitplanke im Gardasee. Er kam mit einer Gehirnerschütterung davon, der Wagen allerdings erlitt einen Totalschaden. Sein Gefährt an diesem Morgen: Der 160.000 Euro teure Aston Martin, mit dem an diesem Tag eigentlich hätte gedreht werden sollen. Zum Glück war die Crew mit sieben Ersatzwagen in die Lombardei gereist.
"The Man Who Killed Don Quixote": Selten wurde ein Film so sehr von Katastrophen geschüttelt wie das Traumprojekt von Terry Gilliam ("Brazil", "12 Monkeys"). Am ersten Drehtag flogen Düsenjäger der Nato über das Set, so dass die Schauspieler ihr eigenes Wort nicht mehr verstanden. Einen Tag später schwemmte ein gewaltiger Regen das Filmequipment davon. Und dann konnte Don Quijote auf einmal nicht mehr reiten: Der 70-jährige Hauptdarsteller Jean Rochefort hatte einen schweren Bandscheibenvorfall und fiel für Monate aus. Damit war der Film endgültig tot. Ganz fruchtlos waren die Dreharbeiten dennoch nicht. Es entstand die spannende, witzige und todtraurige Dokumentation "Lost In La Mancha" - quasi ein Nicht-Making-Of von "The Man Who Killed Don Quixote".
"Der weiße Hai": Gar nicht so einfach, so ein Dreh auf offener See. Ständig schwankte bei den Dreharbeiten zu "Der weiße Hai" der Boden unter den Füßen der Filmcrew, dann trieb auch noch das Boot mit der Stromversorgung ab - und eines der Kameraschiffe wurde von der Strömung um 180 Grad gedreht. Nach eineinhalb Stunden hatten die Landratten aus Hollywood endlich alles an ihrem Platz. Die Filmarbeiten konnten beginnen! Dann tauchte am Horizont eine Segelregatta auf - der Tag war gelaufen. "Segelregatten", erinnert sich Regisseur Stephen Spielberg noch heute, "durchkreuzten ungefähr jeden zweiten Tag meine Drehpläne."
"Angriff der Killertomaten": Plötzlich beginnt der Hubschrauber zu trudeln, dreht sich mehrmals um die eigene Achse und kracht in das offene Feld. Ein ziemlich spektakulärer Stunt für einen Low-Budget-Film wie "Angriff der Killertomaten". Doch tatsächlich war der Heli-Absturz gar kein sündhaft teurer Filmeffekt, sondern ein echter, unbeabsichtigter Crash - eigentlich hätte der Hubschrauber ganz normal landen sollen. "Machen wir das Beste draus", muss sich John De Bello gedacht haben und schrieb kurzerhand das Drehbuch um. Kein Problem, wenn man Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Cutter in Personalunion ist.
"Der Glücksbringer": Beim Dreh einer Liebesszene in der romantischen Komödie "Der Glücksbringer" verlor Jessica Alba einen Zahn. Sie und ihr Schauspielerkollege Dane Cook waren bei einem Kuss mit den Köpfen aneinandergestoßen. Dabei schlug sie sich einen Schneidezahn aus. Die Amerikanerin erklärte nüchtern, sie und ihr Kollege wären wohl etwas übereifrig am Werk gewesen. Der Wackelkandidat konnte allerdings schnell wieder fixiert werden - die Dreharbeiten wurden lückenlos fertiggestellt.
"Apocalypse Now": "Wir waren im Dschungel", beschrieb Francis Ford Coppola einmal die Dreharbeiten zu seinem Vietnam-Drama. "Wir waren zu viele, wir hatten zu viel Geld und zu viel Equipment - und nach und nach sind wir alle wahnsinnig geworden." Während am Set von anderen Filmen die eine oder andere Panne passiert, müssen die Dreharbeiten zu Coppolas Kriegsfilm die reine Hölle gewesen sein. Das Skript wurde täglich umgeschrieben. Ein heftiger Taifun fegte einmal alle Filmaufbauten weg und verzögerte die Dreharbeiten um drei Monate. Die tropische Hitze, Drogen und jede Menge Alkohol setzten Schauspielern und Crew heftig zu. Das ging sogar so weit, dass Hauptdarsteller Martin Sheen mit 38 Jahren einen Herzinfarkt erlitt. Nach 238 Drehtagen im Dschungel (und einem Zusammenbruch des Regisseurs) waren die Dreharbeiten beendet. Für Coppola folgten endlose Monate am Schneidetisch, in denen er - von manisch-depressiven Anfällen und einer Ehekrise gebeutelt - die 250 Stunden Filmmaterial zu bändigen versuchte. So entstehen Meisterwerke.
Dokumentarfilm über den spanisch-amerikanischen Krieg von 1898: Die Pionierzeit des amerikanischen Films fiel genau in den Beginn des Krieges zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten. Auslöser für den bewaffneten Konflikt war die Sprengung des US-Kriegsschiffs "Maine" in kubanischen Gewässern im Jahre 1898. Die 200 Mann Besatzung starben vor den Ufern der spanischen Kolonie - ganz Amerika war empört. Als eine Seeschlacht losbrach, waren die beiden Dokumentarfilmer J. Stewart Blackton und Albert E. Smith dabei. Doch sie konnten keinen einzigen Meter Film aufnehmen - die amerikanischen Soldaten hielten die Filmkamera für eine feindliche Geheimwaffe. Kein Problem für Blackton und Smith: Zurück zuhause drehten sie die Seeschlacht einfach mit Schiffsmodellen in einem Badezuber nach. Den Rauch der Schlacht paffte Blacktons Frau per Zigarette in den Bottich. Mit durchschlagendem Erfolg: Sogar das spanische Kriegsministerium besorgte sich für viel Geld eine Kopie der vermeintlichen Dokumentation. Warum? Weil sie angeblich den hartnäckigen Widerstand der Spanier beweise.
Das Bild zeigt keine Szenen aus der Dokumentation, sondern das Wrack der Maine, deren Sprengung der Auslöser für die Seeschlacht zwischen Spanien und der USA war.
"Vier Fäuste für ein Halleluja": Bud Spencer war schon immer ein Schwergewicht von einem Schauspieler. Den Gipfel seiner Fülle erreichte er bei den Dreharbeiten zu "Vier Fäuste für ein Halleluja" - 160 Kilo bei 1,94 Meter Körpergröße. Pech für sein Reittier. "Mein Pferd warf sich immer verzweifelt auf den Rücken, sobald es mich kommen sah", gestand Spencer einmal schmunzelnd in einem Interview.
"Star Wars": Seit fünf Jahren hatte es in der Sahara nicht mehr geregnet, aber pünktlich zum Auftakt der Dreharbeiten zum ersten Teil seiner Science-Fiction-Reihe "Star Wars - Eine Neue Hoffnung" schüttete es wie aus Kübeln. Und das war nicht schön: Auf einmal hatte die tunesische Wüste keine Ähnlichkeit mehr mit seiner Vision des Wüstenplaneten Tatooine. Der Regen hatte die Sanddünen in ein Meer aus Schlamm verwandelt. Film-Lkw samt Abschleppwagen blieben für mehrere Tage im Matsch stecken, die Dreharbeiten mussten vorerst vertagt werden. Trotz dieser Unannehmlichkeiten kehrte George Lucas 1997, mehr als 20 Jahre später, für Dreharbeiten zu "Episode I - Die dunkle Bedrohung" zurück. Diesmal blieb ihm die Schlammschlacht erspart.
"Doktor Dolittle": Die Dreharbeiten zu dem Filmmusical erinnerten über weite Strecken an einen Käfig voller Narren, und zwar Narren mit vier Beinen. Als besonders kompliziert erwies sich die Aufnahme des Liedes "The Vegetarian", gesungen von Rex Harrison - hier waren besonders viele Tiere als Statisten eingeplant. Als die Szene nach langen Vorbereitungen und zähen Proben endlich gedreht wurde, schien zunächst alles gut zu laufen, bis Harrison plötzlich das Singen einstellte. Er war davon überzeugt, dass Regisseur Richard Fleischer "Schnitt" gerufen hatte. Dieser stritt allerdings vehement ab - beide begannen heftig zu diskutieren, als sie ein krächzendes "Schnitt" hörten. Die Order kam von dem im Film auftretenden Papagei Polynesia, der Fleischers Regieanweisungen lautstark imitierte.