20 Momente wilden Protests Der Triumph der Aufmüpfigen
Mit dem Schlauchboot gegen Walfänger: Showdown im Nordpazifik 1975. Nach schwieriger Suche hat Greenpeace den sowjetischen Walverarbeiter "Dalny Wostok" und seine beiden Fangschiffe endlich aufgespürt. Als Sprengharpunen auf eine Gruppe von Pottwalen abgeschossen werden, navigieren zwei der Umweltaktivisten ein Schlauchboot zwischen das Fangschiff und die verbliebenen Wale. Der russische Harpunier kann nun nicht mehr feuern, ohne die Umweltschützer zu gefährden. Er tut es trotzdem. Ein 15 Meter langer Pottwal wird getroffen und stirbt durch die Sprengladung in seinem Nacken.
Worum ging es? In den siebziger Jahren war die Zahl der Wale in den Weltmeeren auf unter 6000 gesunken. Die Meeressäuger standen kurz vor der Ausrottung. Mit der Aktion gegen den Walfänger "Dalny Wostock" 1975 wurde der Kampf für ein Walfangverbot ein Hauptanliegen von Greenpeace.
Was hat's gebracht? Die Fotos dieser halsbrecherischen Aktion gingen um die Welt und machten erstmals die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass die Wale eine gefährdete Spezies sind. Durch ihren Einsatz ist es Greenpeace mittlerweile gelungen, die Jagd auf die Meeressäuger stark einzudämmen. Von ehemals 14 Walfangnationen jagen heute nur noch drei Länder Wale: Norwegen, Japan und Island.
Scheine zu Asche: Ein kühler Sommerabend am 23. August 1994 auf der schottischen Insel Jura. Zwei Männer stehen an einer Feuerstelle und befördern mit konzentrierter Miene handliche Papierbündel in die Flammen. Was auf den ersten Blick absolut harmlos wirkt, war wohl eine der radikalsten Kunstaktionen der neunziger Jahre. Im Feuer verbrannten nämlich keine alten Zeitungen, sondern englische Banknoten in einem Gesamtwert von einer Million britischer Pfund.
Worum ging es? Das Geld, das sie verbrannten, hatten die beiden Künstler Jimmy Cauty und Bill Drummond mit ihrem Popmusikprojekt The KLF verdient. Eine ernsthafte Begründung für ihre Aktion haben sie bis heute nicht abgeliefert.
Was hat es gebracht? Das Duo ging mit einem Film von der Aktion auf Tournee und ließ das Publikum selbst über ihr Werk urteilen. Ende 1995 verkündeten Cauty und Drummond allerdings, dass sie sich für die nächsten 23 Jahre nicht mehr dazu äußern würden. Die von der Verbrennung übrig gebliebene Asche ließen die Künstler zu einem Ziegel pressen. Wer will, kann ihn käuflich erwerben - für eine Million britische Pfund.
Symbole in der Tonne: Büstenhalter in Flammen? Eine Walpurgisnacht der Feministinnen? Nicht Ganz. Die legendäre BH-Verbrennungsaktion bei der Miss-America-Wahl 1968, wie von der Presse anschließend berichtet wurde, hat so nie stattgefunden. Die Aktivistinnen, die sich in Atlantic City auf der Strandpromenade versammelten, warfen die BHs zwar in eine Tonne - zusammen mit Miedern, High Heels, Make-up und Haarspraydosen -, anzünden durften sie das Ganze allerdings nicht. Sie hatten von den Behörden keine Feuererlaubnis bekommen.
Worum ging es? Die Miss-Wahlen waren für die Feministinnen die Zurschaustellung eines kranken Frauenbildes. Die Teilnehmerinnen hatten gleichzeitig sexy und züchtig zu sein, Jungfrau und Hure in einem. Was in der Tonne landete, waren in den Augen der rund 400 Demonstrantinnen die Symbole einer aufgezwungenen Weiblichkeit, die dieses Bild bestärkten.
Was hat's gebracht? Geschätzte zwei Drittel aller Amerikaner, die einen Fernseher besaßen, schauten sich jedes Jahr die Miss-America-Wahlen an. So bekamen die Frauenrechtlerinnen eine größere Medienaufmerksamkeit als je zuvor.
Ende eines Traums: Es war ein stickiger 28. August. Aber die sengende Hitze kümmerte an diesem Tag im Jahre 1963 keinen der 250.000 Menschen, die sich vor dem Lincoln Memorial versammelt hatten. Erst recht nicht diejenigen, die Tausende von Kilometern aus den Südstaaten der USA nach Washington gereist waren, um am "March on Washington for jobs and freedom" teilzunehmen. Die Stimmung war angespannt. Unzählige Polizisten beäugten die Demonstranten. Man befürchtete Ausschreitungen. Als dann am späten Nachmittag Dr. Martin Luther King die Rednerbühne betrat und die ersten Worte seiner berühmten Rede hielt, entlud sich die Anspannung - in einem frenetischen Applaus.
Worum ging es? Der "Marsch für Arbeitsplätze und Freiheit" sollte auf die Probleme der afroamerikanischen Bevölkerung aufmerksam machen - und dabei helfen, eine Gesetzesvorlage des Präsidenten John F. Kennedy zur weitgehenden Gleichberechtigung der Schwarzen durchzusetzen.
Was hat's gebracht? Kennedy war von der friedlichen Demonstration in Washington tief beeindruckt. Er lud King zu einer Unterredung ins Weiße Haus. Am 22. November 1963 wurde der Präsident ermordet - doch sein Nachfolger Lyndon B. Johnson ließ das Gesetz zur Aufhebung der Rassentrennung am 19. Juni 1964 verkünden.
AP
Manifeste ohne Inhalt: Gestalten in Clownskostümen standen an diesem 5. Februar 1916 auf der Bühne. Sie grunzten und quakten - und nannten diesen Lärm "Lautgedichte". Es waren Verse ohne Worte und ohne fassbaren Sinn. Die Gäste im düsteren Saal des Cabaret Voltaire in der Zürcher Altstadt waren irritiert. Einige fühlten sich sogar regelrecht beleidigt und drohten, ihre Stühle auf die Bühne zu werfen. Trotzdem war die Soiree, zu der Hugo Ball geladen hatte, ein voller Erfolg. So etwas hatte die Welt noch nicht gesehen: Manifeste ohne Inhalt, verspielte Collagen und wilde Gesänge. Dada war geboren.
Worum ging es? Vor der Tür tobte der Erste Weltkrieg. Künstler aller Disziplinen trafen sich im Cabaret Voltaire auf neutralem Schweizer Boden, um ein Zeichen gegen Autoritäten in Politik und Kirche, gegen die marode Kleinbürgerlichkeit und gegen den etablierten Kunstbetrieb zu setzen.
Was hat's gebracht? Dada wurde vom Kunstbetrieb vereinnahmt - und beeinflusste einige bedeutende Künstler wie den Lautdichter Kurt Schwitters oder Marcel Duchamp: der nahm 1917 in New York ein Pissoir, betitelte es "Fountain" und stellte es als Kunstwerk aus.
Baden gegen Arbeitslosigkeit: Aufruhr in St. Gilgen am Wolfgangsee. Gegen 16 Uhr am 12. August 1998 stürmten rund hundert Gestalten in T-Shirts mit dem Aufdruck "Chance 2000" den beschaulichen Strand. Per Megafon wurden unverständliche Parolen ausgerufen, dann rannte die bunte Hundertschaft ins Wasser. Die schockierten Touristen ahnten nicht, dass sie noch verhältnismäßig glimpflich davongekommen waren. Eigentlich hatte Christoph Schlingensief, Künstler und Gründer der Partei Chance 2000 die über vier Millionen Arbeitslosen in Deutschland dazu aufgerufen, mit ihm im Wolfgangssee zu baden - um den See über die Ufer treten zu lassen und so das Ferienanwesen von Helmut Kohl zu fluten.
Worum ging es? "Handeln, handeln, handeln!" lautete eine Parole der Partei Chance 2000 - und das tat Schlingensief. Mit spektakulären Wahlkampfaktionen wie dem Massenbad im Wolfgangsee sorgte er immer wieder für Aufsehen und erhielt damit fast so viel mediale Aufmerksamkeit wie die richtigen Parteien.
Was hat's gebracht? Mit der Chance 2000 ist Christoph Schlingensief eine schlaue Parodie auf den Politikbetrieb gelungen.
Studienplätze für alle: "Jeder der Kunst studieren will, soll Kunst studieren dürfen!" Das war die Meinung von Joseph Beuys, der seit 1961 als Professor für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtete. Seine radikale Haltung kam im Wissenschaftsministerium nicht gut an. Als er mit einer Gruppe abgewiesener Studenten das Sekretariat der Akademie besetzte, schickte Wissenschaftsminister Johannes Rau noch am selben Tag eine fristlose Kündigung an Beuys. Seine Studenten ließen sich das nicht bieten und traten für ihren Lieblingsprofessor in den Hungerstreik.
Worum ging es? Im Sommer 1972 hatte die Düsseldorfer Kunstakademie 125 Studienbewerber abgewiesen. Joseph Beuys setzte sich gegen die Begrenzung von Studienplätzen und für ein Probesemester für alle ein.
Was hat es gebracht? Künstlerkollegen wie David Hockney, Heinrich Böll, Gerhard Richter und Peter Handke forderten in einem offenen Brief die Wiedereinsetzung Beuys'. Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit, an dessen Ende der Künstler sein Atelier in der Akademie und den Professorentitel behalten durfte - die Kündigung aber blieb offiziell bestehen.
Der Popstar und die Künstlerin: Der 25. März 1969 in Zimmer 702 des Hilton-Hotels in Amsterdam. John Lennon und Yoko Ono liegen in einem breiten Hotelbett, um sie herum drängen sich Reporter und Fotografen aus der ganzen Welt. Doch es sind keine aufdringlichen Paparazzi, die sich in die Schlafgemächer des Superstars und seiner Frau geschlichen haben. Das Paar selbst hatte die Presse zu seinem Bed-in geladen. Vom 25. bis zum 31. März empfingen der Ex-Beatle und Yoko Ono jeden Tag von morgens bis abends im Bett liegend Journalisten aus der ganzen Welt, um mit ihnen über den Frieden zu sprechen.
Worum ging es? Lennon und Yoko Ono hatten am 20. März 1969 geheiratet und nutzten die Aufmerksamkeit der Presse, um ihr Bed-in zu promoten. Damit wollten sie einen Beitrag gegen den Vietnam-Krieg und für den Frieden leisten.
Was hat es gebracht? Jede Menge Publicity für das Paar. Als Lennon einmal mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, die Aktion nur des Geldes wegen veranstaltet zu haben, konterte er: "Ich kann in einer Stunde einen Song schreiben. Damit verdiene ich weit mehr Geld, als wenn ich eine Woche im Bett herumliege."
Der Beginn eines Sommers: Hippie-Guru und Drogen-Papst Timothy Leary lieferte mit "Turn On, Tune In, Drop Out" das Motto für die rund 30.000 Menschen, die sich am 14. Januar 1967 im Golden Gate Park eingefunden hatten. San Franciscos Blumenkinder lauschten der psychedelischen Rockmusik von The Grateful Dead und sangen mit Allen Ginsberg Mantras. Das "Human Be-in" war eine friedliche Veranstaltung - und der Auftakt des legendären Summer of Love.
Worum ging es? Die Zusammenkunft der Langhaarigen war eine Protestaktion gegen ein neues Gesetz im Staat Kalifornien, das den Gebrauch von LSD unter Strafe stellte.
Was hat es gebracht? Jedenfalls nicht die Legalisierung von LSD. Doch mit dem Summer of Love wurde die Hippie-Bewegung weltweit populär und leistete so einen Beitrag zur Entstehung der globalen Friedensbewegung.
Blumenhelm: "Unser Mut wird langen - nicht nur in Mutlangen", skandierten die friedensbewegten Demonstranten am 1. September 1983 in einer Sitzblockade vor dem Stützpunkt der US-Army. Unter ihnen befanden sich der SPD-Politiker Oskar Lafontaine, die Schriftsteller Heinrich Böll und Günter Grass genauso wie der Rhetorik-Professor Walter Jens und die Grünen-Gründerin Petra Kelly. Ihr Protest ging als Prominentenblockade in die Geschichte ein.
Worum ging es? Nach dem Nato-Doppelbeschluss sollten 36 Pershing-II-Raketen mit Atomsprengköpfen auf dem Army-Stützpunkt stationiert werden - das galt es zu verhindern.
Was hat's gebracht? Nichts: Am 22. November 1983 gab die Bundesregierung nach einer turbulenten Sitzung grünes Licht für die Stationierung. Die Raketen trafen am 26. November desselben Jahres in Mutlangen ein. Erst 1991 wurden die Raketen abgezogen und verschrottet. Allerdings nach einem Abkommen zwischen der Nato und dem zusammenbrechenden Warschauer Pakt - nicht wegen der Demonstranten.
Drachen beim G8-Gipfel: Während vor dem G8-Gipfel im Strandbad Heiligendamm eine Bannmeile gegen die Demonstranten errichtet wurde, ging es 2007 in der virtuellen Welt von Second Life friedlicher zu. Unter dem Motto "Diskutieren ohne Zaun und Bannmeile" trafen sich politikinteressierte Avatare vor der Kulisse eines Heiligendamm-Nachbaus. Dort schwebten Monitore, auf denen Merkels wöchentlicher Videocast zum G8-Gipfel in Endlosschleife lief, kostenlose Anti-G8-Shirts wurden verteilt. Und anstatt mit Steinen zu werfen, lauschten Drachen, Pelztiere und andere Second-Live-Bewohner Podiumsdiskussionen. Abends fand eine Party mit DJ statt.
Worum ging es? Die Heiligendamm-Kopie wurde von der Nachrichtenseite politik.de errichtet. Man wollte ein internationales Forum für Diskussionen über den G8-Gipfel schaffen.
Was hat's gebracht? Während es auf dem echten G8-Gipfel hoch her ging, hatten die Globalisierungsgegner und -befürworter hier einen friedlichen Ort, wo niemand verletzt oder verhaftet wurde.
Protest auf dem Podest: Als bei der Siegerehrung für den Lauf über 200 Meter bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko die amerikanische Nationalhymne erklang, blinzelten die US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos nicht gerührt in den Himmel, um ihrem Heimatland zu huldigen. Stattdessen senkten sie die Köpfe und streckten die Faust in die Luft. Den Zuschauern stockte der Atem. Die Medaillengewinner hatten sich mit ihrer Geste zur Black-Power-Bewegung bekannt.
Worum ging es? Smith und Carlos zeigten mit ihrem stummen Protest bei den Olympischen Spielen Solidarität mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Der Mord an Martin Luther King im Frühjahr 1968 war ein schwerer Rückschlag für die Bürgerrechtsbewegung und hatte die Aktivisten zunehmend radikalisiert.
Was hat es gebracht? Die beiden Sportler wurden des Olympischen Dorfes verwiesen, zu Hause wurden sie geächtet und erhielten Morddrohungen. Sie haben ihre Aktion trotzdem nie bereut. "Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen", sagt Carlos heute zum Thema Rassismus, "aber wir sind schon einiges weiter als 1968."
Milliardenschwere Wiedergutmachung: Andy Bichlbaum (l.) liebt große Inszenierungen. Auf dem Foto vom 16. Januar 2004 entspannte er mit Mike Bonanno während des Sundance Film Festivals in Park City in einem Whirlpool. Richtig bekannt wurde er aber mit einer anderen Aktion:
Wer am 3. Dezember 2004 vormittags die Nachrichten auf BBC World verfolgte, durfte einige Minuten der Glückseligkeit erleben. Jude Finisterra, ein Pressesprecher des Chemiegiganten Dow Chemical erklärte, seine Firma übernehme die volle Verantwortung für das schlimmste Chemieunglück der Geschichte in Bhopal, Indien. 20 Jahre nach der Umweltkatastrophe wollten sie nun doch noch zwölf Milliarden Dollar als Wiedergutmachung für die Opfer investieren.
Worum ging es? Der Mann, der sich als Pressesprecher ausgab, heißt eigentlich Andy Bichlbaum und ist Mitglied einer lose organisierten Aktivistengruppe namens The Yes Men. Mit ihrer Aktion wollten sie zum 20. Jahrestag der Chemiekatastrophe auf die noch immer ungelösten Probleme aufmerksam machen. Dow Chemical widerrief die Aussagen des falschen Pressesprechers noch am selben Tag und versicherte, dass die Firma auf gar keinen Fall Wiedergutmachungszahlungen leisten würde.
Was hat es gebracht? Dow Chemical verlor nach der Ausstrahlung zwei Milliarden Dollar an Marktwert, erholte sich aber nach drei Stunden wieder, als klar wurde, dass die Meldung eine Ente war. In Indien trinken die Betroffenen des Chemieunglücks von 1984 noch heute vergiftetes Grundwasser.
Schafe unterm Eiffelturm: Den Besuchern des Eiffelturms bot sich am 25. Oktober 1972 ein ganz besonderes Spektakel. Unter dem Stahlkoloss grasten Schafe - ganze 60 Stück, bewacht von bärtigen Hirten aus Südfrankreich. Es war der gewaltlose Widerstand der Bauern von Larzac, genaugenommen eines von über dreißig Protesthappenings der südfranzösischen Landwirte.
Worum ging es? Ausgelöst wurden die Proteste durch die Ankündigung des Verteidigungsministers, die Militärbasis in Larzac auszuweiten. Dummerweise hatte er es versäumt, die Bevölkerung der südfranzösischen Hochebene vorher darüber zu informieren.
Was hat's gebracht? Mitmachen war angesagt: Tausende Studenten, Anarchisten und Hippies zogen mit den bärtigen Protestlern durchs Land, komplett mit Vieh und Traktoren. Die zähen Bergler und ihre Sympathisanten ließen nicht locker. Nach zehn Jahren, im Juni 1981, verwarf der französische Präsident Francois Mitterand den Plan zur Ausweitung der Militärbasis.
Auftritt abgesagt: Ein Aufruhr vor dem Bell Auditorium in Augusta, Georgia am 15. März 1961 - der berühmte Soul-Musiker Ray Charles will seinen Auftritt in letzter Minute absagen. Kurz zuvor hatte er von einer Gruppe afroamerikanischer Studenten ein Telegramm erhalten und erfahren, dass das Publikum nach Rassen getrennt sein würde - die Weißen unten vor der Bühne, die Schwarzen auf einer Galerie weiter hinten im Saal. Charles erklärte, er fände die Trennung des Publikums okay - wenn seine "schwarzen Brüder und Schwestern" vorne stehen würden. Der Promoter verweigert dies, Ray Charles spielte nicht mehr in Georgia, bis die Rassentrennung aufgehoben wurde.
Worum ging es? Ray Charles setzte ein Zeichen gegen die Diskriminierung der Afroamerikaner.
Was hat's gebracht? Durch seine Weigerung wurde Ray Charles zu einer der Gallionsfiguren der Bürgerrechtsbewegung - und ein enger Freund von Martin Luther King.
Das Foto zeigt Ray Charles bei einem Auftritt am 26. Juni 1996 im Bremer Weserstadion.
Festgeklebt: Am 22. Juli 2008 nahm der Student Dan Glass in der Downing Street 10, dem offiziellen Sitz des englischen Premierministers Gordon Brown, eine Auszeichnung für seinen Einsatz gegen die Erweiterung des Flughafens Heathrow entgegen. Nach der Verleihung schüttelte er Brown die Hand. Mit seiner Linken griff er dabei jovial den Ärmel der Premiers - und klebte sich mit Sekundenkleber an Browns Sakko fest.
Worum ging es? Heathrow Airport, der größte Flughafen der Welt, soll eine dritte Startbahn bekommen. Premier Brown hatte sich kurz vor der Preisverleihung an Dan Glass geweigert, Anwohner von West London zu empfangen, die von dem Ausbau am meisten betroffen wären und dagegen argumentieren wollten.
Was hat's gebracht? Plane-Stupid-Aktivist Dan Glass verlas nun die Argumente der Anwohner. Der Minister hörte zu - er konnte ja gar nicht anders.
Gegen Massentierhaltung: Eine weitere spektakuläre PETA-Aktion mit einer schwangeren Aktivistin, die auf das Leid der Schweinemütter in der Massentierhaltung aufmerksam macht.
Rettungsschwimmerin für Hühner: Eine Party in Londons Nobel-Viertel Mayfair: Die "Akte X"-Darstellerin Gillian Anderson, der Tennisstar Martina Navratilova, Pamela Anderson und ihr Mann Thommy Lee feiern ausgelassen in der Boutique der Designerin Stella McCartney. Plötzlich spaziert Pamela Anderson durch die Menge der Partygäste zu einem Podest im Schaufenster des Ladens und legt einen Strip hin. An der Scheibe hängt ein Banner, der ihre Blöße eher schlecht als recht verbirgt. "Rather bare skin than wear skin", steht darauf - lieber nackt sein, als Pelz tragen.
Worum ging es? Pamela Anderson engagiert sich seit Jahren für die Tierschutzorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals). Unter anderem setzt sie sich gegen das Tragen von Pelzen ein und unterstützt die Kampagne gegen die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken. An diesem Abend zeichnete sie in London Celebritys wie Roger Moore mit einem Peta-Award für ihren Einsatz für Tierrechte aus.
Was hat's gebracht? Die Fotos des entblößten Stars gingen um die Welt - und mit ihnen die Botschaft gegen das Tragen von Pelzen.