2016: Das waren die Gewinner der Wirtschaft - DER SPIEGEL
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Wirtschaft 2016 Das sind die Gewinner des Jahres

2016 war das Jahr der jungen Wilden. Zu den Gewinnern gehörten Snapchat-Gründer Evan Spiegel ebenso wie Adidas-Boss Kasper Rorsted. Sogar ein VW-Abteilungsleiter gehört zu den großen Aufsteigern. Klicken Sie sich durch die Bilderstrecke.
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2013, als Evan Spiegel drei Milliarden Dollar von Mark Zuckerberg ausschlug, hielten ihn viele für einen größenwahnsinnigen Idioten. Jetzt, im Jahr 2016, gilt er als größenwahnsinniges Genie. Zu sagen, das Jahr sei gut gelaufen für den 26-Jährigen, wäre untertrieben. Snapchat, dieses seltsame Sozialmedium mit dem Gespenster-Logo, diese bewusst albern gehaltene Mischung aus Chat-Dienst und Online-Verlagshaus, steht kurz vor dem Börsengang - und wird mit bis zu 25 Milliarden Dollar bewertet. Die App ist in der heiß begehrten Zielgruppe der 13- bis 25-Jährigen beliebt und verzeichnet mehr Videoaufrufe als Facebook. 2017 könnte Spiegel zu Zuckerbergs größtem Rivalen werden.

Foto: Jae C. Hong / AP
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Delivery Hero ist die derzeit größte Hoffnung der kriselnden Start-up-Fabrik Rocket Internet. Das Unternehmen mit Vorstandschef Niklas Östberg an der Spitze, ist in 34 Ländern präsent und kooperiert mit rund 200.000 Restaurants. Marken wie Lieferheld, Pizza.de oder Foodora haben sich darauf spezialisiert, den Kunden Essen nach Hause zu bringen. In Deutschland ist Delivery Hero derzeit die Nummer eins unter den Onlinelieferdiensten. Und im Gegensatz zu den vielen anderen Rocket-Internet-Beteiligungen macht das Unternehmen nach eigenen Angaben mit seinem Plattformgeschäft schon Gewinn. 2017 könnte es sogar an die Börse gehen.

Foto: Delivery Hero
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Acht Jahre lang war der Däne Kasper Rorsted Chef des Persil-Konzerns Henkel – und verabschiedete sich 2016 mit einer blitzsauberen Bilanz. "Sie sind der Mann der Superlative, der Rekordmacher", jubilierte eine Aktionärsvertreterin. Seit Oktober steht der 54-Jährige nun an der Spitze von Adidas. Dort laufen die Geschäfte schon jetzt blendend. 2016 dürfte es einen Rekordumsatz geben. Die Investoren feiern die guten Zahlen und hoffen, dass Rorsted sie noch besser macht: Mit einem Plus von mehr als 60 Prozent war die Adidas-Aktie in diesem Jahr der größte Gewinner im Aktienindex Dax.

Foto: adidas/Hannah Hlavacek
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Es gibt Abteilungsleiter bei Volkswagen, die weit mehr Leute unter sich haben. Trotzdem stellt Ole Harms sie derzeit alle in den Schatten: Seit Mitte des Jahres trägt er die Insignien eines Markenvorstands. Das zählt in Wolfsburg immer noch viel. Der 41-Jährige sieht mit Hipsterbart und Undercut-Frisur nicht gerade aus wie der klassische Automanager. Vor acht Jahren hatte ihn der damalige Vorstand angeheuert, um sich die digitale Welt erklären zu lassen. Jetzt soll er mit Moia die Zukunft des Konzerns vorbereiten. Die neue Marke soll einer der drei führenden Mobilitätsdienstleister weltweit werden und schon in wenigen Jahren einen erheblichen Teil zum Konzernumsatz beitragen.

Foto: Volkswagen
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André Schwämmlein hat sein Unternehmen in diesem Jahr zum Monopolisten gemacht. Nachdem Flixbus 2015 bereits den Rivalen Mein Fernbus geschluckt hatte, waren 2016 die Konkurrenten Megabus und Postbus dran. Zuletzt kündigte auch die Deutsche Bahn den weitgehenden Rückzug aus dem Geschäft an. Nun muss Schwämmlein endlich Geld verdienen. Der 35-jährige Firmenchef hat den Ausbau des Netzes in Deutschland sowie die Expansion nach Skandinavien angekündigt. Das Geld dafür stellt unter anderem der US-Investor Silver Lake bereit. Halb Europa soll so zum Flixbus-Reich werden. Ob das überall so leicht geht wie in Deutschland?

Foto: Rainer Jensen/ picture alliance / dpa
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Anfang 2016 war Ralf Dümmel in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Doch dann stieg der Chef des Handelsunternehmens DS Produkte als Juror bei der Fernsehshow "Die Höhle der Löwen" ein, die pro Folge bei VOX im Schnitt rund drei Millionen Zuschauer erreicht. Der 50-jährige Selfmademan, der sich gerne piekfein kleidet, avancierte schnell zum Publikumsliebling. Zwischenzeitlich soll er gar seine Facebook-Fanpage vom Netz genommen haben, weil die große Zahl an Zuschriften nicht mehr zu beantworten gewesen sei. Vor allem Dümmels verbindliche Art kam an: Er sagte in der Show 23 Deals zu und wollte knapp 3,1 Millionen Euro in Start-ups investieren – mehr als alle anderen Investoren.

Foto: DS Produkte/ picture alliance / dpa
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Der IT-Unternehmer Ma Huateng ist 2016 zum Stolz der Nation geworden, hat er doch ein prestigeträchtiges Ziel aus dem chinesischen Fünfjahresplan erreicht: "Zizhu chuangxin", lautet die Devise der Kommunistischen Partei, Innovation aus eigener Kraft. Ma, 45, Spitzname "Pony", ist ein solcher Innovator. Google, Facebook und viele andere einstige Kreativkönige kopieren seinen Dienst WeChat, jene Universal-App, die die Lebenswelt Hunderter Millionen Menschen so tief durchdringt wie kein vergleichbarer US-Dienst . Auch 2017 hat Ma Großes vor: Kürzlich schaltete er in WeChat eine Funktion frei, die Apples App Store überflüssig machen soll .

Foto: AP/Chun yu - Imaginechina
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Ein Scheich hat dieses Jahr gezeigt, dass man mit der Deutschen Bank auch gewinnen kann – zumindest an Macht. Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani – kurz HBJ - ist gemeinsam mit seinem Cousin seit 2014 Aktionär des größten deutschen Geldhauses – und hat dabei schon sehr viel Geld versenkt. Das hielt den Ex-Premierminister von Katar 2016 aber nicht davon ab, den Retter zu geben und den gemeinsamen Anteil auf rund zehn Prozent zu erhöhen. Mit dem deutschen Wirtschaftsanwalt Stefan Simon entsenden die Thanis nun sogar einen eigenen Vertreter in den Aufsichtsrat. Damit wächst ihr Einfluss im Konzern gewaltig. 2017 könnten sie ihren Anteil weiter erhöhen, falls die angeschlagene Bank wieder frisches Kapital benötigt.

Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance / dpa
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Der Mann atmet Öl. Rex Tillerson verbrachte seine gesamte Karriere bei Exxon, wo er als junger Ingenieur begann und sich bis zum Vorstandschef hocharbeitete. Der Konzern hat nicht gerade das beste Image - 1989 wurde es durch die Havarie der "Exxon Valdez" vor Alaska arg beschädigt. Doch die Geschäfte laufen längst wieder – und haben Tillerson weltweite Kontakte beschert, unter anderem auch zu Wladimir Putin. Das soll einer der Gründe gewesen sein, weshalb ihn der designierte US-Präsident und Putin-Bewunderer Donald Trump als neuen Außenminister nominiert hat . Die eklatanten Interessenkonflikte, die sich dabei auftun, scheinen keinen der beiden sonderlich zu stören.

Foto: Sergei Ilnitsky/ dpa
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Wenn Sie den Namen Werner Baumann noch nicht kennen, sollten Sie ihn sich spätestens jetzt merken. Denn Baumann - 54 Jahre, eher blass -, könnte bald einer der mächtigsten Entscheider sein, wenn es um Medizin und Lebensmittel geht: Der Chef des Aspirin-Herstellers Bayer hat nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt die Übernahme des US-Genmais- und Pestizid-Produzenten Monsanto eingefädelt, zuletzt stimmten die Aktionäre zu. Der Schritt ist riskant: Monsanto gilt als einer der meistgehassten Konzerne der Welt und könnte auf Bayers Image abfärben. Außerdem muss das Dax-Unternehmen den 66 Milliarden Dollar teuren Deal auch langfristig stemmen können.

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa
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